Der Beruf Gleisbauer/in in 20 Sekunden

  • Aufgaben: Gleise und Weichen verlegen, Schotter einbauen und verdichten, Gleisanlagen vermessen, Baustellen sichern und Anlagen warten.
  • Was ist besonders: Gearbeitet wird oft nachts oder am Wochenende, wenn kein Zugverkehr stattfindet – der Berufsalltag ist abwechslungsreich, körperlich fordernd und spielt sich im Freien ab.
  • Passt zu dir, wenn du gerne draußen arbeitest, körperlich fit bist, Technik magst und es befriedigend findest, an Infrastruktur mitzubauen, die täglich von Millionen genutzt wird.

Ohne Gleisbauer:innen fährt kein Zug. Ob Hochgeschwindigkeitsstrecke der Deutschen Bahn, U-Bahn-Tunnel unter einer Großstadt oder historische Straßenbahnlinie. Hinter jeder Schiene stecken präzise handwerkliche Arbeit, schwere Technik und ein genaues Verständnis von Statik, Material und Sicherheit.

Gleisbauer:innen verlegen Schienen und Schwellen, bauen Weichen ein, verdichten Schotterbetten und warten Gleisanlagen, damit Züge sicher, ruhig und pünktlich rollen. Dieser Beruf verbindet körperliche Arbeit mit dem Bedienen moderner, computergesteuerter Baumaschinen und ist damit ein klassischer Außenberuf mit echter Verantwortung für die öffentliche Infrastruktur.

Was genau machen Gleisbauer?

Gleisbauer:innen arbeiten an der Schnittstelle von Bauwesen und Verkehrstechnik. Ihre Baustellen sind Bahnhöfe, Schienenstrecken, Tunnels und Straßenbahntrassen und der Arbeitsalltag reicht vom Neubauprojekt bis zur Instandhaltung alter Anlagen. Genauer erklären wir das hier:

AufgabeWorum geht’s konkret?
Planung & VorbereitungVor dem eigentlichen Bau werden technische Unterlagen studiert, Materialmengen berechnet und der Bauablauf vorbereitet. Koordination mit Bahn, Behörden und anderen Gewerken ist dabei selbstverständlich.
Schotter einbauen & verdichtenDas Schotterbett ist das Fundament des Gleises. Es wird eingebracht, nivelliert und mit speziellen Maschinen so verdichtet, dass es die Kräfte der darüberfahrenden Züge sicher ableitet.
Schwellen verlegenBeton- oder Holzschwellen werden exakt positioniert und ausgerichtet. Sie halten die Schienen im richtigen Spurmaß (Abstand zueinander) und übertragen die Lasten in den Schotter.
Schienen verlegen & verbindenSchienenstränge werden mit Schienenfahrzeugen angeliefert, in Position gebracht und verbunden, entweder mit Laschenverbindungen oder durch Thermitschweißen zu lückenlosen Langschienen.
Weichen einbauenWeichen sind komplexe Bauelemente, an denen Züge von einer Strecke auf eine andere wechseln. Ihr Einbau erfordert Präzision im Millimeterbereich und Kenntnisse der Gleisgeometrie.
Gleise vermessen & ausrichtenMit modernen Vermessungsgeräten und computergestützten Maschinen (z.B. Stopfmaschinen) werden Lage und Höhe der Gleise exakt kontrolliert und korrigiert.
Warten & InstandhaltenBestehende Gleisanlagen werden regelmäßig geprüft, Mängel behoben und Verschleißteile ausgetauscht, oft in Nacht- oder Wochenendeinsätzen, um den Zugbetrieb nicht zu unterbrechen.
Baustellen sichernSicherheit auf dem Gleis hat höchste Priorität. Baustellen werden nach genauen Vorschriften gesichert und gesperrt, damit weder Zugpersonal noch Arbeiter gefährdet werden.

Wichtige Begriffe einfach erklärt

  • Schotterbett: Das Kiesbett unter den Schwellen, das als elastisches Fundament dient und die Erschütterungen der Züge dämpft.
  • Schwelle: Das quer zur Fahrtrichtung liegende Bauteil (heute meist aus Beton), das die Schienen hält und das Spurmaß sichert.
  • Spurmaß: Der genau vorgeschriebene Abstand zwischen den beiden Schienen – bei Normalspurbahnen 1.435 mm, weltweit einheitlich.
  • Weiche: Eine Gleisverbindung, über die Züge von einem Gleis auf ein anderes wechseln können. Eine der komplexesten Komponenten im Gleisnetz.
  • Thermitschweißen: Ein Schweißverfahren, bei dem durch eine chemische Reaktion flüssiger Stahl entsteht, der zwei Schienen dauerhaft und nahtlos verbindet.
  • Stopfmaschine: Eine computergesteuerte Großmaschine, die das Schotterbett unter den Schwellen verdichtet und so Gleisabschnitte ausrichtet.

Nachts auf der Strecke Gleisbauarbeiten finden häufig in sogenannten „Sperrpausen” statt, also in den Stunden, in denen kein regulärer Zugverkehr stattfindet, meist nachts zwischen 22 Uhr und 5 Uhr. Innerhalb dieser engen Zeitfenster müssen Abschnitte fertiggestellt werden, damit am Morgen wieder Züge rollen können. Das erfordert präzise Planung, eingespieltes Teamwork und Zuverlässigkeit unter Zeitdruck.

Arbeitssicherheit hat absoluten Vorrang! Das Arbeiten im und am Gleis gehört zu den sicherheitskritischsten Tätigkeiten im Bauwesen. Züge können mit hoher Geschwindigkeit und lautlos näherkommen. Alle Baustellen werden nach strengen Vorschriften gesichert, Sicherheitsabstände eingehalten und Sicherungsposten eingesetzt. Warnwesten, Gehörschutz und Sicherheitsschuhe sind Pflicht.

Wo kann man als Gleisbauer arbeiten?

Überall dort, wo Schienen gebaut, erneuert oder gewartet werden, ist diese Fachkompetenz gefragt, also praktisch im gesamten deutschsprachigen Raum.

EinsatzmöglichkeitWas macht man hier?
Deutsche Bahn AG und BahntöchterAls größter Arbeitgeber im Bereich Gleisbau bietet die DB Stellen im Neubau, in der Instandhaltung und speziellen Projekten wie der Sanierung historischer Strecken.
Private GleisbauunternehmenZahlreiche mittelständische Bauunternehmen spezialisieren sich auf den Gleisbau im Auftrag von Bahn, Städten oder Industriebetrieben.
Stadtbahnbetriebe & VerkehrsbetriebeU-Bahnen, Straßenbahnen und S-Bahnen in Großstädten (z.B. MVG München, BVG Berlin) beschäftigen eigene Gleisbautrupps für Wartung und Neubau.
Industriebahnen & WerksbahnenIn Stahlwerken, Häfen oder Bergbaubetrieben gibt es eigene Gleisanlagen, die gepflegt und ausgebaut werden müssen.
Spezielle InfrastrukturprojekteGroßprojekte wie neue Hochgeschwindigkeitsstrecken, Tunnelbauwerke oder Bahnhofserweiterungen beschäftigen Gleisbauer:innen über Jahre hinweg.

Wie kann man Gleisbauer:in werden?

Die Ausbildung ist eine anerkannte, dreijährige duale Ausbildung im Bau- und Ausbauhandwerk. Im Betrieb wird das handwerkliche und maschinelle Können direkt auf der Baustelle erworben; die Berufsschule vermittelt das technische und rechnerische Fundament. Die Ausbildung schließt im dritten Jahr mit einer Spezialisierung: Entweder Gleis (Oberbau) oder Weichen.

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss Pflicht. In der Praxis verlangen die meisten Unternehmen mindestens einen Hauptschulabschluss. Vorteilhafter sind gute Noten in Mathematik und Physik sowie körperliche Fitness, denn der Job ist körperlich anspruchsvoll.

Damit du einschätzen kannst, ob dieser Beruf zu dir passen könnte, hier ein kurzer Check:

Quick-Check: Beruf Gleisbauer:in – Könnte das was für dich sein?

  • 💪 Körperliche Belastbarkeit: Schwere Bauteile, Außenarbeit bei jedem Wetter und lange Schichten sind für dich kein Hindernis.
  • 🔧 Technisches Interesse: Maschinen und Geräte faszinieren dich und du willst wissen, wie sie funktionieren.
  • 🌙 Flexibilität: Nacht- und Wochenendeinsätze sind für dich akzeptabel, weil du weißt, dass der Zugbetrieb tagsüber nicht unterbrochen werden darf.
  • 🎯 Präzisionsbewusstsein: Millimetergenaues Ausrichten von Gleisen und Weichen macht dir Spaß, weil du weißt, dass Genauigkeit direkt mit Sicherheit zusammenhängt.
  • 🤝 Teamgeist: Auf der Baustelle muss jeder auf den anderen zählen können und das ist genau das, was dir Freude macht.

Welche Skills braucht man?

FähigkeitWarum ist das besonders wichtig?Wie kann man darin besser werden?
Körperliche Fitness & BelastbarkeitSchwere Schienen und Schwellen werden gehoben, in engen Zeitfenstern gearbeitet und das oft bei Nässe, Kälte oder Hitze. Wer körperlich fit ist, arbeitet sicherer und ausdauernder.Regelmäßiger Sport, Ausdauertraining und körperliche Alltagsarbeit helfen, die nötige Kondition aufzubauen.
Technisches VerständnisModerne Gleisbaumaschinen sind computergesteuert. Wer technische Zusammenhänge versteht, kann sie effizienter bedienen, warten und bei Störungen reagieren.Dinge auseinanderbauen, technische Anleitungen lesen, Physikgrundlagen verstehen und Freude an Maschinen entwickeln.
Sorgfalt & GenauigkeitEin falsch ausgerichtetes Gleis kann im Extremfall zu Entgleisungen führen. Präzision im Millimeterbereich ist keine Übertreibung, sondern sicherheitsrelevant.Im Alltag bewusst präzise messen, Ergebnisse kontrollieren, beim Werken oder Basteln auf exakte Ausführung achten.
TeamfähigkeitGleisbau ist immer Teamarbeit: Schwere Bauteile lassen sich nicht allein bewegen, Sicherheit erfordert abgestimmte Abläufe und klare Kommunikation.Mannschaftssportarten, Gruppenprojekte oder freiwillige Arbeitseinsätze trainieren das koordinierte Arbeiten.
Räumliches VorstellungsvermögenTechnische Pläne müssen auf reale Bauabschnitte übertragen werden. Wer sich Gleislagen dreidimensional vorstellen kann, macht weniger Fehler beim Einbau.Technisches Zeichnen, Baupläne lesen, geometrische Aufgaben und 3D-Puzzles schulen die räumliche Wahrnehmung.
VerantwortungsbewusstseinNicht nur die eigene Sicherheit, sondern die der gesamten Mannschaft hängt davon ab, dass Sicherheitsregeln eingehalten werden. Nachlässigkeit ist auf dem Gleis nie akzeptabel.Verantwortung für andere aktiv übernehmen: im Verein, in der Schule oder in der Familie und konsequent zu Absprachen stehen.
Belastbarkeit bei SchichtarbeitNacht- und Wochenendsperrpausen sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Wer damit umgehen kann, ohne Qualität und Konzentration zu verlieren, ist ein wertvolles Teammitglied.Einen strukturierten Schlafrhythmus entwickeln und lernen, auch unter Zeitdruck ruhig und fokussiert zu bleiben.

Interessen – Was helfen sollte, damit dir dieser Beruf Spaß macht!

InteresseWarum hilft das in diesem Beruf?
Bauwesen und InfrastrukturWer sich fasziniert fragt, wie eine neue Bahnstrecke entsteht oder wie ein Bahnhof umgebaut wird, bringt eine starke innere Motivation für den Berufsalltag mit.
Mobilität und SchienenverkehrEin Gespür für die Bedeutung des öffentlichen Verkehrs motiviert dazu, auch unter schwierigen Bedingungen präzise zu arbeiten, weil man weiß, wofür es sich lohnt.
Technik und MaschinenStopfmaschinen, Schotterplaniermaschinen, Schienenschleifzüge: Diese Geräte zu verstehen und zu bedienen macht den Beruf für technikbegeisterte Menschen besonders attraktiv.
Outdoor-ArbeitWer Büros eher meidet und lieber an der frischen Luft arbeitet, findet hier ein Berufsfeld, das fast ausschließlich im Freien stattfindet und das bei jedem Wetter.
Teamarbeit & handwerkliches AnpackenAuf der Baustelle zählt gegenseitiger Respekt und das gemeinsame Anpacken. Wer diesen Geist mag, wird sich in einem gut eingespielten Gleisbautrupp schnell zuhause fühlen.

Schulfächer, die dich gut auf die Ausbildung vorbereiten

SchulfachWarum hilft dieses Fach in der Ausbildung und im Beruf?
MathematikMengen berechnen, Abstände ermitteln, Neigungen und Kurvenradien ausrechnen. Mathematik ist das handwerkliche Rüstzeug jeder Gleisbauplanung. Geometrie und Dreisatz sind besonders wichtig.
PhysikKräfte, Hebelgesetze, Schwingungen und Materialeigenschaften spielen im Gleisbau eine dauernde Rolle. Wer physikalisch denkt, versteht, warum Gleise so gebaut werden, wie sie gebaut werden.
Werken / TechnikDer praktische Umgang mit Werkzeugen, das Lesen einfacher Pläne und das genaue manuelle Arbeiten sind direkte Vorbereitungen auf den Ausbildungsalltag.
InformatikModerne Gleisbaumaschinen und Vermessungsgeräte sind digital gesteuert. Grundkenntnisse in computergestützten Systemen erleichtern den Einstieg erheblich.
DeutschSicherheitsvorschriften verstehen, Bauprotokolle lesen und schreiben sowie klare Kommunikation im Team, denn ein gutes Sprachverständnis ist auf der Baustelle täglich gefragt.
EnglischInternationale Hersteller von Gleisbaumaschinen (z.B. Plasser & Theurer) liefern Dokumentationen oft auf Englisch. Grundkenntnisse erleichtern den Umgang mit technischen Unterlagen.

Was lernt man in der Ausbildung zur Gleisbauerin?

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und findet im dualen System statt: Praktische Ausbildung auf der Baustelle wechselt mit Unterricht in der Berufsschule. Im dritten Jahr erfolgt eine Spezialisierung auf entweder Gleis (klassischer Oberbau) oder Weichen.

AusbildungsinhaltWas lernt man und wie zeigt sich das später im Beruf?
Baukunde & GleisaufbauDer Aufbau eines Gleises, von der Planumsschicht über das Schotterbett bis zu Schwelle und Schiene, wird von Grund auf erlernt. Dieses Wissen ist die Basis für jede spätere Bau- oder Wartungsmaßnahme.
Vermessung & GleisgeometrieTheodoliten, Nivelliergeräte und GPS-gestützte Systeme werden eingesetzt, um Gleislagen millimetergenau zu bestimmen. Falsche Höhen oder Abstände können den Fahrbetrieb gefährden.
Maschinen bedienen & wartenStopfmaschinen, Schotterplaniergeräte und Schienentransportfahrzeuge werden kennengelernt, bedient und gepflegt. Wer Maschinen versteht, erhöht Effizienz und Sicherheit.
Schienen verlegen & schweißenSchienen werden angehoben, ausgerichtet und verbunden und das durch Laschenverbindungen oder das Thermitschweißverfahren. Beide Methoden erfordern handwerkliche Sorgfalt.
Weichenbau & -wartungWeichen bestehen aus vielen Einzelteilen, die präzise zusammenwirken müssen. Im dritten Ausbildungsjahr (Fachrichtung Weichen) steht dieser Bereich im Mittelpunkt.
Baustoffe & MaterialkundeSchienen-, Schwellen- und Schottermaterialien haben unterschiedliche Eigenschaften. Wer sie kennt, trifft beim Einbau die richtigen Entscheidungen.
Arbeitssicherheit & SicherungsmaßnahmenSicherungsregeln werden von Anfang an eingeübt: Baustellen absichern, Sicherheitsabstände einhalten, mit Sicherungsposten kommunizieren. Sicherheit geht im Gleisbau immer vor.
Technisches Zeichnen & PlanauswertungBaupläne, Kreuzungszeichnungen und Lagedarstellungen von Gleisanlagen werden gelesen und ausgewertet. Dieses Wissen setzt man direkt bei der Umsetzung auf der Baustelle ein.
Umweltschutz & EntsorgungSchotter, alte Schwellen und Schienen müssen fachgerecht entsorgt oder recycelt werden. Nachhaltigkeit und Ressourcenverantwortung sind feste Bestandteile der Ausbildung.
Rechte & Pflichten in der AusbildungEinblick in Arbeitsrecht, Betriebsorganisation und die eigene Rolle als Auszubildende:r schafft Orientierung und Sicherheit im Berufsleben.

Funfact: Spurmaß von 1.435 mm – ein weltweiter Standard! Das Normalspurmaß von 1.435 mm gilt in über 60 % aller Länder weltweit. Es wurde im 19. Jahrhundert in England festgelegt und hat sich als internationaler Standard durchgesetzt. Als Gleisbauer:in hält man diesen Abstand mit Präzisionswerkzeugen stets auf den Millimeter genau, denn Abweichungen können bei hohen Geschwindigkeiten gefährlich werden.

Was kann man als Gleisbauer verdienen?

Das Gehalt nach der Ausbildung hängt von Betrieb, Region und Tarifbindung ab. Schichtzuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit erhöhen das tatsächliche Nettoeinkommen oft spürbar.

  • Einstiegsgehalt: Zwischen ca. 2.500 € und 3.200 € brutto/Monat – je nach Betrieb und Tarifvertrag.
  • Mit Berufserfahrung: ca. 3.000 € bis 3.800 € brutto/Monat möglich.
  • Mit Weiterbildung (z.B. Polier, Meister): Ab 4.000 € und mehr in leitenden Positionen realistisch.
  • Schichtzulagen: Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge erhöhen das monatliche Nettoeinkommen oft signifikant.

Was verdient man während der Ausbildung zum Gleisbauer?

Die Vergütung im Gleisbau ist tariflich gut geregelt. Tarifgebundene Betriebe (z.B. Deutsche Bahn, SOKA-BAU) zahlen über dem gesetzlichen Minimum.

AusbildungsjahrBruttogehalt im Monat
1. Jahrca. 900 € bis 1.050 €
2. Jahrca. 1.050 € bis 1.200 €
3. Jahrca. 1.150 € bis 1.300 €
(Hinweis: Tarifgebundene Großbetriebe wie die Deutsche Bahn zahlen in der Regel am oberen Ende oder darüber. Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit kommen hinzu.)

Karrieremöglichkeiten als Gleisbauer:in

Nach der Ausbildung beginnt eine Karriere in einem systemrelevanten Berufsfeld. Fachkräfte im Gleisbau sind bundesweit gesucht und der Fachkräftemangel macht gut ausgebildete Gesellen besonders wertvoll.

Also wie geht’s nach der Ausbildung weiter?

SpezialisierungWas steckt dahinter und was macht es interessant?
GleisbauDas klassische Kernhandwerk: Schienen verlegen, Weichen einbauen, Schotterbetten verdichten. Wer hier bleibt, wird mit der Zeit immer sicherer, schneller und verantwortungsvoller eingesetzt, bis hin zu großen Neubauprojekten auf Hochgeschwindigkeitsstrecken.
TiefbauGleise brauchen ein stabiles Fundament. Wer sich für Tiefbau interessiert, baut genau das: Erdarbeiten, Entwässerungsanlagen, Gründungen für Brücken oder Tunnels. Ein natürlicher nächster Schritt für alle, die auch unterirdisch denken wollen.
Beton- und StahlbetonbauModerne Bahnstrecken liegen oft auf Betonfundamenten, Brücken oder Tunnelröhren. Wer sich hier spezialisiert, baut buchstäblich das Rückgrat der Eisenbahn und ist für Großprojekte besonders wertvoll.
Schlosserei, Stahl- und MetallbauWeichen, Schienenstühle und Brückenträger bestehen aus Stahl. Wer schweißen, zuschneiden und montieren kann, hat in jeder Gleisbaufirma einen festen Platz und kann auch in anderen Bereichen des Metallbaus arbeiten.
Schweiß-, Füge- und TrenntechnikenBeim Thermitschweißen entsteht durch eine chemische Reaktion flüssiger Stahl, der zwei Schienenenden für immer verbindet. Wer das beherrscht, ist auf jedem Langschienenprojekt unverzichtbar – eine Spezialität, die den eigenen Marktwert deutlich steigert.
BaumaschinenführungStopfmaschinen, Schotterplaniergeräte, Schienenschleifzüge, wer diese Riesen-Maschinen bedienen kann, hat eine seltene Fähigkeit. Oft gibt es dafür eigene Zertifikate, und im Job ist man damit fast immer der Erste, der gerufen wird.
VermessungstechnikBevor auch nur eine Schiene liegt, muss jeder Millimeter geplant und vermessen werden. Wer GPS, Tachymeter und digitale Messsysteme beherrscht, trägt die Verantwortung dafür, dass alles an genau der richtigen Stelle sitzt.
Arbeitssicherheit, Arbeitsschutz, UnfallverhütungAuf dem Gleis kann ein Fehler Leben kosten. Wer sich für Sicherheit interessiert, kann Sicherheitsbeauftragte:r werden: eine Rolle mit echtem Einfluss, hoher Verantwortung und wachsendem Bedarf in allen Baufirmen.

Mögliche Weiterbildungen

Nach der Ausbildung muss es nicht beim Gesellen bleiben. Wer weiterkommen will, hat mehrere Wege, auch ohne Abitur!

WeiterbildungWas steckt dahinter und was bringt das wirklich?
Gleisbaumeister:in mit Bachelor Professional für GleisbauDas ist der Aufstieg im Handwerk: Man lernt, einen Betrieb zu leiten, neue Lehrlinge auszubilden und komplexe Bauprojekte selbst zu verantworten. Das Besondere: Der Titel „Bachelor Professional” steht einem Hochschul-Bachelor rechtlich gleich, also Uni-Zugang ohne Abitur inklusive.
Techniker:in – Bautechnik (Tiefbau) mit Bachelor Professional in TechnikWer lieber plant als baut, ist hier richtig: Kalkulation, Arbeitsorganisation, Bauleitung. Auch dieser Abschluss ist auf dem Niveau eines Bachelors anerkannt und in jedem Tiefbaubetrieb sehr gefragt.
Werkpolier:in – TiefbauDer Werkpolier ist so etwas wie der Kapitän einer Baustellencrew: Man organisiert den Tagesablauf, koordiniert die Arbeiten und ist die Verbindung zwischen Gesellen und Bauleitung. Ein typischer nächster Schritt nach einigen Jahren auf der Baustelle.
Polier:in – TiefbauEine Stufe höher: Der Polier trägt Verantwortung für ganze Bauabschnitte – Qualität, Termine, Sicherheit. Wer Führungsverantwortung auf großen Infrastrukturbaustellen sucht, kommt an diesem Titel kaum vorbei.
Technische:r Fachwirt:inWer nicht nur technisch, sondern auch betriebswirtschaftlich denken will, ist hier richtig: Einsatzplanung, Kalkulation, Teamführung. Diese Weiterbildung öffnet Türen ins Management bei Baufirmen, Bahn oder Behörden.

Mögliche Studiengänge

Wer den Meister- oder Technikerabschluss hat, kann, auch ganz ohne Abitur, studieren. Das ist kein Pflicht, aber eine echte Option für alle, die noch weiter nach oben wollen.

StudienfachWas lernt man und was macht das spannend?Wo kann man danach arbeiten?
BauingenieurwesenDas Studium für alle, die nicht nur bauen, sondern auch entwerfen, berechnen und planen wollen. Statik, Konstruktion, Infrastrukturplanung, Projektmanagement, alles auf akademischem Niveau.Als Projektingenieur:in bei der Bahn, einem Bauunternehmen oder einem Planungsbüro, oft direkt an Gleisbauprojekten.
VerkehrsingenieurwesenWie macht man den öffentlichen Verkehr schneller, sicherer und effizienter? Dieses Studium beschäftigt sich genau damit: Schiene, Straße, Stadtverkehr.In Planungsbehörden, Ingenieurbüros oder direkt bei Verkehrsunternehmen wie der Deutschen Bahn oder einem Stadtbahnbetrieb.
Vermessungstechnik / GeodäsieAlles beginnt mit einer Messung. Dieses Studium vertieft, wie man Gelände, Lage und Höhe exakt erfasst mit GPS, Laser und digitalen Tools.In Vermessungsbüros, bei Baubehörden, der Bahn oder in Planungsabteilungen von Infrastrukturprojekten.
GeoinformatikStell dir vor, du arbeitest an einem digitalen Zwilling des gesamten deutschen Schienennetzes: alle Gleise, alle Weichen, alle Brücken als 3D-Modell im Computer. Das ist Geoinformatik: Geodaten erfassen, verarbeiten, darstellen.In GIS-Abteilungen, bei der Bahn, in der Stadtplanung oder in der Entwicklung von Navigationssystemen für Bahnprojekte.

Warum dieser Beruf Zukunft hat: Deutschland investiert Milliarden in den Ausbau und die Modernisierung des Schienennetzes. Der Deutschlandtakt, neue Hochgeschwindigkeitsstrecken und die Elektrifizierung von Nebenbahnen schaffen langfristig Arbeit für Gleisbauer:innen. Gleichzeitig geht eine ganze Generation erfahrener Fachkräfte in Rente; gut ausgebildeter Nachwuchs ist daher überall gefragt und entsprechend begehrt.

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Als Mechatroniker arbeitest du mit schweren Maschinen. In dieser Ausbildung wirst du dich allerdings mehr um elektronische und mechanische Abläufe kümmern als dich um Gleisanlagen zu kümmern.

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