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Hygienekontrolleur/-in

  • Ausbildungsart: dual/Vorbereitungsdienst
  • Erwünschter Schulabschluss: Fachoberschulreife /Hauptschulabschluss mit Ausbildung  
  • Ausbildungsdauer: 2 - 3 Jahre
  • Ausbildungsvergütung: Ø 845€ (1. Lehrjahr) und Ø 900€ (2. Lehrjahr) bis zu Ø 1000€ (3. Lehrjahr) 

Das Leben während der Corona Pandemie hat uns eines gezeigt - und zwar wie wichtig Hygiene- und gesundheitliche Sicherheitsmaßnahmen im öffentlichen Bereich sind. Wenn du dazu beitragen möchtest, dass wir zukünftig insbesondere an diesen öffentlichen Orten geschützt und sicher miteinander Leben können, dann solltest du über eine Ausbildung zum/r Hygienekontrolleur/-in nachdenken. 

Ausbildung zum/r Hygienekontrolleur/-in in 20 Sekunden

  • Dienstfahrten zu verschiedenen Vor-Ort-Terminen
  • Probenentnahmen und Messungen, Erklärungs- und Anordnungsgespräche
  • Erklärungsgepräche und Anordnungen mit klaren Ansagen erfordern gute Kommunikationsfähigkeiten, Überzeugungskraft und wirksame Konfliktlösungsansätze
  • Erstellung von Protokollen, Berichten und Statistiken
  • Im Infektionsschutz werden epidemiologische Fakten auf der Basis des Infektionsschutzgesetzes ermittelt und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet. 
  • Als Beamter im mittleren Dienst verdienst du zum Einstieg als Hygieneinspektor 2400 Euro 
  • Der Beamtenstatus bringt eine besonders gute Absicherung und gute Karrieremöglichkeiten mit sich

Was macht ein Hygienekontrolleur?

Als Hygienekontrolleur erfüllst du spezielle Prüfungs- und Kontrollaufgaben im Bereich des öffentlichen Gesundheitswesens. Du überwachst beispielsweise Trinkwasserversorgungsanlagen, Schwimmbäder und Gemeinschaftseinrichtungen, wie Krankenhäuser oder Seniorenheime. In diesem Zusammenhang nimmst du Vorort Proben und führst verschiedene chemische Tests durch.

Darüber hinaus ist es aber auch deine Aufgabe Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten festzulegen und dafür zu Sorgen, dass diese Maßnahmen auch eingehalten werden. Bei Verstößen gegen diese Maßnahmen obliegt es damit dem Hygienekontrolleur diese auch zu verfolgen.

Ein sicheres und selbstbewusstes Auftreten, aber auch Einfühlungsvermögen und Überzeugungskraft sind daher Fähigkeiten, die einen erfolgreichen Hygienekontrolleur auszeichnen. Diese Fähigkeiten sind sicherlich auch vorteilhaft bei der Durchführung einer weiteren wichtigen Tätigkeit des Hygienekontrolleurs. Damit es nämlich erst gar nicht zu der Verhängung drastischer Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung von Krankheitsausbrüchen kommt, ist die Aufklärung über die Gefahren und die Erläuterung der Wichtigkeit von Hygienemaßnahmen eine zentrale Aufgabe des Hygienekontrolleurs.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Hygienekontrolleurs aus?

Der Alltag des Hygienekontrolleurs kann durchaus als abwechslungsreich beschrieben werden.

Außentermine mit Probenentnahmen, Messungen, Erklärungs- und Anordnungsgesprächen wechseln sich ab mit Arbeiten am Schreibtisch, wie der Erstellung von Protokollen, Berichten und Statistiken.

Hier lässt sich aktuell sicherlich der Teilbereich Infektionsschutz besonders hervorheben. Für den Infektionsschutz werden epidemiologische Datenerhebungen auf der Basis des Infektionsschutzgesetzes erstellt, ausgewertet und beurteilt. Häufungen von Erkrankungsfällen werden ermittelt, um entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Alles in allem ist der Beruf des Hygienekontrolleure sicherlich kein typischer “nine to five” Job, sondern abwechslungsreich, verantwortungsvoll und durchaus spannend.

Was solltest du für die Ausbildung zur Hygienekontrolleurin mitbringen?

Vielerorts wird eine Fachoberschulreife oder mindestens ein Hauptschulabschluss in Kombination mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung im Gesundheitswesen gefordert.

Ferner solltest du Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern, wie Chemie und Biologie, der Gesundheitslehre sowie gute Kenntnisse in Mathematik und Deutsch mitbringen. Verantwortungsbewusstsein, Sorgfalt, ein sicheres Auftreten und gute kommunikative Fertigkeiten runden das Anforderungsprofil ab.   

Wie läuft die Ausbildung ab?

Zum Hygienekontrolleur wirst du in einem zwei- bis dreijährigen Vorbereitungsdienst ausgebildet. Die Ausbildungsstätten sind öffentliche Einrichtungen der Bundesländer - also die Landratsämter, Regierungen oder kreisfreien Städte. Von diesen wirst du während deiner Ausbildung zu den öffentlichen Ausbildungszentren in Gera, Berlin, München oder Düsseldorf entsendet. 

Da die Inhalte der Ausbildungen nicht bundeseinheitlich geregelt sind, hilft dir der Blick in die jeweiligen Informationen der Ausbildungsstätten. Was den Ausbildungen aber generell gemeinsam ist, ist der Wechsel zwischen Theorie und Praxis und Kernfächer wie Recht, Verwaltung und Staatsbürgerkunde, Gesundheitsberichterstattung, Statistik, Biologie, Mikrobiologie, Gesundheits- und Krankheitslehre, Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten, Infektionsschutz, Epidemiologie, Allgemeine Hygiene, Wasserhygiene und Auswirkungen von Umwelteinflüssen auf die Gesundheit, Einführung in die psychologischen Grundlagen der Überwachungstätigkeit durch Kommunikations- und Konfliktlösungstechniken.

Im praktischen Ausbildungsteil wirst du in die Aufgaben und Verfahren in Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsschutzes bzw. in den einschlägigen öffentlichen Institutionen eingeführt und arbeitest in Ordnungsämtern, Veterinärämtern, Hygieneinstituten, Wasserlabors, Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, Einrichtungen der Vorsorge- und Rehabilitation, Gemeinschaftsunterkünften, Schwimmbädern, Wasserwerken oder Umweltämtern mit.

Nach erfolgreicher Ablegung der mündlichen und schriftlichen Prüfungen kann eine Übernahme in das Beamtenverhältnis in dem jeweiligen Bundesamt erfolgen.

Als Beamter im mittleren Dienst wirst du zum Hygieneinspektor ernannt, was eine besonders gute Absicherung und gute Karrieremöglichkeiten mit sich bringt. 

Wie viel verdient man während der Ausbildung zum Hygienekontrolleur?

Ebenso wie die Ausbildung von Bundesland zu Bundesland verschieden ist, so unterschiedlich ist auch das Gehalt während des Vorbereitungsdienstes. Im ersten Jahr können es 790 bis 900 Euro Ausbildungsgehalt sein. Im zweiten Lehrjahr zwischen 850 und 950 Euro, im dritten Lehrjahr kann es auf bis zu 1.000 Euro ansteigen.

Wie viel verdient man als ausgebildeter Hygienekontrolleur?

Nach dem Vorbereitungsdienst wirst du in der Regel in eine Beamtenlaufbahn eintreten, denn als Hygienekontrolleur arbeitest du für die Stadt oder das Land im öffentlichen Dienst und dein Gehalt ist durch Tariftabellen festgelegt. Jedes Bundesland hat unterschiedliche Tarife.

Die erste Stufe in deiner Beamtenlaufbahn ist der Einstieg als Hygienesekretär mit einer Einstufung in die sogenannte Besoldungsgruppe A6. Als Beamter im mittleren Dienst liegt das Gehalt in dieser Gruppe bei etwa 2400 Euro brutto im Monat. Eine Gehaltserhöhung erfolgt dann meist schon nach einem Jahr. Mit einem späteren Aufstieg in den höheren Dienst ist ein Gehalt von bis zu 3500 Euro brutto möglich.

Wo kann man als Hygienekontrolleurin arbeiten?

Hygienekontrolleurinnen arbeiten hauptsächlich in den Behörden des öffentlichen Gesundheitswesens wie etwa den Gesundheitsämtern. Hier nehmen sie dann die speziellen

Prüfungs- und Kontrollaufgaben wahr, die je nach dem jeweiligen Einsatzort unterschiedlich sein können. 

Das Spektrum geht von der Überwachung von Trinkwasserversorgungsanlagen, Schwimmbäder und Gemeinschaftseinrichtungen über Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten inklusive des Infektionsschutz und damit verbundener Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetzes bis hin zu Hygienekontrollen und entsprechender Maßnahmen in Krankenhäusern, in Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, im Rettungsdiensten, Blutspendediensten und Einrichtungen des Zivil- und Katastrophenschutzes. Als Berater sind Hygienekontrolleure auch in Fragen der Wohnungshygiene (Schimmelpilz, Umweltschadstoffe etc.) für die Bevölkerung tätig.

Ein besonderer Einsatzbereich ist sicherlich der des Hafenhygieneinspektors, der in den See- und internationalen Binnenhäfen die dort notwendigen Kontrollen und Maßnahmen der internationalen Gesundheitsvorschriften wahrnimmt. 

Welche Karrieremöglichkeiten gibt es für Hygienekontrolleure?

Im mittleren Dienst durchläufst du die Beamtenlaufbahn vom Hygienesekretär über den Hygieneobersekretär und den Hygienehauptsekretär zum Hygieneinspektor. Letzterer markiert  die höchste Stufe im mittleren Dienst mit einer Gehaltsspitze von 2800 Euro.  Mit verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten und der notwendigen Berufserfahrung kannst du in den gehobenen Dienst aufsteigen. Hier beginnst du als Hygieneoberinspektor und kannst bis zum Hygenieamtmann aufsteigen mit einem Spitzenverdienst von 3500 Euro.

Zusammengefasst: Was muss man für die Ausbildung mitbringen

  • Die Fachoberschulreife oder einen guten Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung im Gesundheitswesen 
  • Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern, Hygiene und für das Gesundheitswesen
  • Bereitschaft zu flexiblen Arbeitszeiten, Außendienst und Büroarbeit
  • Hohes Verantwortungsbewusstsein und Genauigkeit 
  • Sicheres Auftreten und Kommunikationsbereitschaft 

Die Ausbildung gefällt dir?

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