Beamtenausbildung im mittleren Dienst - Ausbildung und Beruf

Beamtenausbildung im mittleren Dienst - Ausbildung und Beruf
  • Ausbildungsart
    Dualer Vorbereitungsdienst (Kombination aus Praxisphasen direkt in der Behörde und Theorieunterricht an der Verwaltungsschule)
  • Ausbildungsdauer
    In der Regel 2 Jahre
  • Ausbildungsvergütung
    Ca. 1.450 € bis 1.590 € brutto im Monat (sogenannte Anwärterbezüge, je nach Bund oder Bundesland)
  • Besonderheit
    Verbeamtung ab Tag 1 als Beamter auf Widerruf: Du zahlst keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung (dadurch bleibt mehr Netto vom Brutto) und steuerst auf einen unkündbaren Job auf Lebenszeit zu.

Die Beamtenausbildung in 20 Sekunden

  • Ablauf: Du machst deine Ausbildung oder dein duales Studium direkt bei einer Behörde (z.B. bei der Polizei, beim Zoll, im Finanzamt oder in der Stadtverwaltung).
  • Was ist besonders: Du wirst ab Tag 1 verbeamtet, verdienst von Anfang an gut (mehr Netto vom Brutto) und steuerst auf einen unkündbaren Job auf Lebenszeit zu.
  • Passt zu dir, wenn du Sicherheit suchst, gerne nach festen Regeln arbeitest und Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen willst.

Was haben ein Polizeikommissar im Einsatz, eine Finanzwirtin bei der Betriebsprüfung und ein Diplomatenanwärter in Tokio gemeinsam?

Auf den ersten Blick gar nichts. Doch hinter allen steckt derselbe Arbeitgeber: der Staat. Während viele bei einer Ausbildung im öffentlichen Dienst an verstaubte Akten und langweilige Stempel denken, sieht die Realität völlig anders aus.

Die Beamtenausbildung ist einer der vielseitigsten, krisenfestesten und finanziell lukrativsten Einstiege für Schülerinnen und Schüler.

Aber wie wird man überhaupt Beamter, was unterscheidet diesen Status von einem normalen Job und welche Richtung passt wirklich zu dir? Zeit für einen Blick hinter die Kulissen der Staatslaufbahn!

Was bedeutet Verbeamtung überhaupt?

Verbeamtung klingt erst einmal nach sicherem Job und guter Pension Dahinter steckt aber ein ganz eigenes Beschäftigungsmodell, denn als Beamter bist du rechtlich gesehen kein normaler Arbeitnehmer.

Statt einen klassischen Arbeitsvertrag zu unterschreiben, wirst du von deinem Dienstherrn (zum Beispiel dem Bund, einem Bundesland oder einer Kommune) offiziell ernannt. Das passiert durch die Aushändigung einer Ernennungsurkunde. Damit entsteht ein sogenanntes öffentlich-rechtliches Dienst- und Treueverhältnis. Auch ein Diensteid bzw. ein entsprechendes Gelöbnis gehört zum Beamtenverhältnis.

Das bedeutet: Dein Dienstherr hat dir gegenüber eine besondere Fürsorgepflicht, gleichzeitig gelten für dich besondere Pflichten, beispielsweise die Pflicht, dein Amt gewissenhaft auszuüben und dich an die Verfassung und geltendes Recht zu halten.

Gut zu wissen: Startest du eine Beamtenausbildung im mittleren Dienst, wirst du während des Vorbereitungsdienstes normalerweise zunächst zum Beamten auf Widerruf ernannt. Erst nach Ausbildung, Probezeit und weiteren Voraussetzungen kann später eine Verbeamtung auf Lebenszeit folgen. Das Beamtenverhältnis auf Widerruf ist gesetzlich ausdrücklich für den Vorbereitungsdienst vorgesehen.

In drei Stufen zur Verbeamtung auf Lebenszeit

Mit Beginn deiner Beamtenausbildung bist du noch nicht automatisch Beamter auf Lebenszeit. Stattdessen durchläufst du in der Regel verschiedene Beamtenverhältnisse.

StatusWann?Was bedeutet das?
Beamter auf Widerrufwährend des VorbereitungsdienstesDu bist Anwärterin oder Anwärter, befindest dich noch in der Ausbildung und erhältst bereits Anwärterbezüge. Der Status kann unter bestimmten Voraussetzungen beendet werden.
Beamter auf Probenach erfolgreicher Ausbildung und ÜbernahmeDu arbeitest regulär in deiner Laufbahn. Während der Probezeit wird geprüft, ob du fachlich, persönlich und hinsichtlich deiner Befähigung dauerhaft geeignet bist. Bei Bundesbeamten dauert die Probezeit grundsätzlich drei Jahre.
Beamter auf Lebenszeitnach erfolgreicher Probezeit und Erfüllung aller VoraussetzungenDu erhältst ein dauerhaftes Beamtenverhältnis mit besonders hoher Beschäftigungssicherheit. Eine Entfernung aus dem Dienst ist dennoch in besonderen Fällen, etwa bei schweren Dienstvergehen, möglich.

Was ist in den einzelnen Phasen wichtig?

  1. Ausbildung: Als Beamter auf Widerruf absolvierst du deinen Vorbereitungsdienst und bereitest dich auf die Laufbahnprüfung vor.
  2. Bewährung: Als Beamter auf Probe zeigst du im Berufsalltag, dass du die Anforderungen deiner Laufbahn dauerhaft erfüllst.
  3. Dauerhafte Verbeamtung: Nach erfolgreicher Probezeit kann die Ernennung zum Beamten auf Lebenszeit erfolgen.

Wichtig: Der genaue Ablauf kann je nach Dienstherr, Bundesland und Laufbahn unterschiedlich geregelt sein.

Beamte vs. Angestellte im öffentlichen Dienst – worin liegt der Unterschied?

Beide können im selben Amt oder sogar im selben Team arbeiten. Rechtlich unterscheiden sich ihre Beschäftigungsverhältnisse aber deutlich:

ThemaBeamteTarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst
BeschäftigungsverhältnisErnennung per Urkunde; öffentlich-rechtliches DienstverhältnisArbeitsvertrag, häufig nach TVöD oder TV-L
Rente & AltersvorsorgeIn der Regel keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung; stattdessen beamtenrechtliche Versorgung bzw. später PensionBeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, häufig zusätzlich betriebliche Altersversorgung
KrankenversicherungHäufig Beihilfe des Dienstherrn plus ergänzende private Krankenversicherung; je nach Dienstherr und Bundesland sind auch andere Modelle möglichIn der Regel gesetzlich krankenversichert; unter bestimmten Voraussetzungen auch private Krankenversicherung möglich
JobsicherheitBeamte auf Lebenszeit können nicht einfach wie Arbeitnehmer gekündigt werden. Eine Entfernung aus dem Dienst ist nur unter besonderen rechtlichen Voraussetzungen möglichKündigung nach Arbeits- und Tarifrecht möglich; häufig umfangreicher tariflicher Kündigungsschutz
StreikrechtKein StreikrechtTarifbeschäftigte dürfen grundsätzlich an rechtmäßigen Arbeitskämpfen teilnehmen
Besondere AufgabenBeamte werden insbesondere für hoheitliche oder für den Staat besonders wichtige Aufgaben eingesetztÜbernehmen zahlreiche Fach-, Verwaltungs-, Technik- und Serviceaufgaben; Tätigkeitsbereiche können sich mit denen von Beamten überschneiden

Warum gibt es diese Sonderregeln?

Der besondere Beamtenstatus hat einen Grund: Beamte übernehmen Aufgaben, bei denen der Staat dauerhaft zuverlässig und handlungsfähig bleiben muss. Dazu können beispielsweise Tätigkeiten bei Polizei, Justiz, Finanzverwaltung oder anderen Behörden gehören. Das Gesetz sieht eine Verbeamtung insbesondere für hoheitsrechtliche Aufgaben sowie für Aufgaben vor, die für die Sicherung des Staates oder des öffentlichen Lebens besonders relevant sind.

Dafür erhalten Beamte auf der einen Seite eine besondere Absicherung. Auf der anderen Seite verzichten sie auf bestimmte Arbeitnehmerrechte. Das bekannteste Beispiel ist das Streikverbot: Das Bundesverfassungsgericht hat bestätigt, dass Beamte nicht streiken dürfen.

Kurz gesagt: Als Beamter arbeitest du nicht einfach für den Staat. Du stehst in einem besonderen Rechtsverhältnis zu ihm. Das bringt viel Sicherheit und einige finanzielle Besonderheiten mit sich, aber eben auch zusätzliche Pflichten und Einschränkungen.

Was bedeutet mittlerer Dienst?

Der mittlere Dienst ist eine Laufbahngruppe im öffentlichen Dienst. Er richtet sich vor allem an Bewerberinnen und Bewerber, die nach der Schule direkt in eine Beamtenlaufbahn einsteigen möchten und kein Studium anstreben.

Welche Voraussetzungen du erfüllen musst, hängt von der jeweiligen Behörde, dem Bundesland und der konkreten Laufbahn ab. Häufig wird ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) vorausgesetzt. In bestimmten Fällen kann auch ein Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung ausreichen.

Welche Laufbahnen gibt es im Beamtensystem?

Das Beamtensystem ist in verschiedene Laufbahngruppen unterteilt. Sie unterscheiden sich unter anderem durch die Zugangsvoraussetzungen, die Ausbildung und die späteren Aufgaben.

LaufbahngruppeTypische ZugangsvoraussetzungAusbildungsweg
Mittlerer DienstMeist Mittlere Reife (Realschule) oder Hauptschule mit fertiger AusbildungVorbereitungsdienst (2 Jahre)
Praxis in der Behörde + Theorie an der Verwaltungsschule
Gehobener DienstMeist (Fach-)AbiturDuales Studium (3 Jahre)
Bachelor- oder Diplomabschluss an einer Fachhochschule
Höherer Dienstabgeschlossenes Hochschulstudium auf Master-Niveau oder gleichwertiger AbschlussReferendariat / Traineeprogramm (1–2 Jahre nach dem Studium)

Welche Aufgaben übernimmt man im mittleren Dienst?

Im mittleren Dienst übernimmst du vor allem konkrete Verwaltungs-, Fach- und Serviceaufgaben. Dabei arbeitest du häufig mit gesetzlichen Vorgaben, bearbeitest Anträge oder Unterlagen und hast je nach Tätigkeit direkten Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern. Du bist dabei keineswegs nur eine Ausführungskraft: In jedem Einzelfall prüfst du Sachverhalte eigenständig, wendest Rechtsvorschriften an und bereitest Entscheidungen vor oder triffst sie direkt selbst.

Welche Aufgaben dich erwarten, hängt stark von der Behörde ab. Die folgende Übersicht zeigt dir, welche Aufgaben du in den verschiedenen Bereichen übernimmst.

FachbereichAufgaben und Rolle im mittleren Dienst
Allgemeine VerwaltungIn der Stadt- oder Kreisverwaltung prüfst du Anträge auf Pässen, Wohngeld oder Baugenehmigungen, bearbeitest die Daten im System, erstellst offizielle Bescheide und berätst Bürgerinnen und Bürger direkt am Schalter.
FinanzverwaltungIm Finanzamt kontrollierst du die eingereichten Steuererklärungen von Privatpersonen oder Unternehmen, berechnest die festzusetzenden Steuerbeträge und begleitest allgemeine Verwaltungsverfahren im Innendienst.
ZolldienstBeim Zoll führst du Kontrollen im Fracht- und Personenverkehr durch, überprüfst die ordnungsgemäße Verzollung von Waren an Grenzen oder Flughäfen und wirkst bei Einsätzen gegen Schwarzarbeit mit.
PolizeidienstIm mittleren Polizeivollzugsdienst fährst du Einsätze im Streifendienst, nimmst Verkehrsunfälle auf, führst Personenkontrollen durch und sorgst vor Ort für die öffentliche Sicherheit und Ordnung.
JustizdienstBei Gerichten und Staatsanwaltschaften führst du die Papier- und E-Akten, berechnest anfallende Gerichtskosten, überwachst Fristen und stellst die ordnungsgemäße Zustellung von Dokumenten sicher.
BundesverwaltungIn den Behörden des Bundes bearbeitest du konkrete Vorgänge im Personal- oder Haushaltswesen und stellst den reibungslosen Ablauf der internen Organisation sicher.

Passt eine Beamtenlaufbahn zu mir?

Die Ausbildung im mittleren Dienst dauert in der Regel 2 Jahre und ist dual aufgebaut. Du wechselst also durchgehend zwischen dem theoretischen Unterricht an einer Verwaltungsschule und praktischen Einsätzen direkt in deiner Behörde. Ob der Weg als Beamtin oder Beamter wirklich zu dir passt, kannst du mit dieser Orientierungshilfe einschätzen:

Quick Check: Beamtenausbildung im mittleren Dienst. Könnte das zu dir passen?

  • 📜 Sinn für Regeln und Gesetze: Du arbeitest gerne nach klaren Vorgaben und findest es spannend zu verstehen, wie unser Staat und seine Rechtsordnung funktionieren.
  • 🎯 Sorgfalt und Genauigkeit: Du arbeitest gründlich, prüfst Angaben lieber zweimal nach und vergisst auch bei Routineaufgaben keine wichtigen Details.
  • 🔒 Sicherheitsbedürfnis: Ein verlässliches Einkommen, pünktliche Gehaltszahlungen und eine hohe Jobgarantie sind dir bei deiner Berufswahl besonders wichtig.
  • 💬 Kommunikationsstärke: Du bleibst auch in schwierigen Situationen ruhig und kannst komplizierte Regeln freundlich und verständlich erklären.
  • ⚖️ Verantwortungsbewusstsein: Dir ist bewusst, dass deine Entscheidungen direkte Auswirkungen auf Bürgerinnen und Bürger oder die öffentliche Sicherheit haben.

Welche Skills braucht man als Beamte?

FähigkeitWarum ist das besonders wichtig?Wie kann man darin besser werden?
Sorgfalt und GenauigkeitFehler bei Fristen, Gebühren oder Verwaltungsdaten können rechtliche oder finanzielle Folgen haben. Deshalb musst du zuverlässig und gründlich arbeiten.Kontrolliere eigene Texte und Aufgaben bewusst auf Fehler und gewöhne dir eine strukturierte Arbeitsweise an.
KommunikationsfähigkeitIm Bürgerkontakt, am Telefon oder im Außendienst musst du Informationen verständlich erklären und professionell auftreten können.Übe Präsentationen, beteilige dich an Diskussionen und achte darauf, komplexe Inhalte klar zu formulieren.
Analytisches DenkenDu musst Vorschriften verstehen, Sachverhalte prüfen und Regeln auf konkrete Fälle anwenden können.Fasse Sachtexte zusammen, löse logische Aufgaben und übe, Informationen Schritt für Schritt auszuwerten.
VerantwortungsbewusstseinViele Entscheidungen einer Behörde haben direkte Auswirkungen auf Bürger, Unternehmen oder öffentliche Abläufe.Übernimm Verantwortung bei Projekten, in Vereinen oder bei schulischen Aufgaben und halte Absprachen zuverlässig ein.
Belastbarkeit und SelbstorganisationFristen, viele Vorgänge gleichzeitig oder schwierige Gesprächssituationen können anspruchsvoll sein.Plane Aufgaben nach Priorität, arbeite mit To-do-Listen und übe, auch unter Zeitdruck strukturiert vorzugehen.
Verschwiegenheit und ZuverlässigkeitDu arbeitest häufig mit persönlichen oder besonders geschützten Informationen. Diese dürfen nicht unbefugt weitergegeben werden.Gehe bereits im Alltag verantwortungsvoll mit vertraulichen Informationen um und halte Vereinbarungen konsequent ein.
TeamfähigkeitIn Behörden arbeitest du meist mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen.Beteilige dich an Gruppenprojekten, höre anderen aktiv zu und lerne, Aufgaben gemeinsam zu organisieren.
Digitale KompetenzViele Verwaltungsprozesse laufen inzwischen über Fachprogramme, digitale Akten und Online-Portale.Mache dich mit gängigen Office-Programmen vertraut und übe einen sicheren und strukturierten Umgang mit digitalen Dokumenten.

Interessen, die dir im mittleren Dienst helfen können

Bestimmte Interessen können dir den Einstieg in die Ausbildung erleichtern. Sie sind keine Voraussetzung, passen aber gut zu vielen Aufgaben im mittleren Dienst.

InteresseWarum hilft dir das?
Recht, Staat und GesellschaftIn vielen Laufbahnen beschäftigst du dich mit Gesetzen, Vorschriften und staatlichen Strukturen. Wenn dich interessiert, wie Behörden arbeiten und Entscheidungen zustande kommen, fällt dir der Einstieg oft leichter.
Arbeit mit Texten und DatenAnträge, Bescheide, Akten und digitale Datensätze gehören in vielen Behörden zum Alltag. Wer Informationen gerne sorgfältig liest, prüft und ordnet, bringt dafür eine gute Grundlage mit.
Organisation und strukturierte AbläufeVerwaltungsarbeit folgt häufig festen Verfahren und Fristen. Ein Interesse an Planung, Ordnung und systematischem Arbeiten ist deshalb hilfreich.
Kontakt mit MenschenJe nach Behörde hast du regelmäßig mit Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen oder anderen Behörden zu tun. Freude an Kommunikation und Beratung kann daher ein großer Vorteil sein.
Politik, Wirtschaft und öffentliche AufgabenViele Entscheidungen in Behörden hängen mit gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder politischen Themen zusammen. Ein grundlegendes Interesse hilft dir, Zusammenhänge besser zu verstehen.
Digitale Prozesse und TechnikBehörden arbeiten zunehmend mit digitalen Akten, Fachprogrammen und Online-Diensten. Interesse an digitalen Anwendungen erleichtert dir den Umgang mit diesen Arbeitsmitteln.
Verantwortung für die AllgemeinheitIm öffentlichen Dienst arbeitest du an Aufgaben, die das Zusammenleben und den Alltag vieler Menschen betreffen. Wer gerne verantwortungsvolle Aufgaben übernimmt, findet darin häufig eine zusätzliche Motivation.

Schulfächer, die gut auf die Ausbildung vorbereiten

Bestimmte Schulfächer können dir den Einstieg in die Beamtenausbildung erleichtern, weil viele Inhalte später in Theorie und Praxis wieder auftauchen. Welche Fächer besonders wichtig sind, hängt allerdings von der jeweiligen Laufbahn ab.

SchulfachWarum hilft dir das in Ausbildung und Beruf?
DeutschDu musst Gesetzestexte, Vorschriften und Anträge genau verstehen sowie Schreiben, Bescheide und E-Mails klar und korrekt formulieren können.
MathematikZahlen spielen in vielen Bereichen eine Rolle, zum Beispiel bei Gebühren, Steuern, Bezügen, Prozentrechnungen oder Haushaltsmitteln.
Politik / SozialkundeKenntnisse über Staatsaufbau, Grundrechte und politische Entscheidungsprozesse erleichtern dir das Verständnis für staatliche Aufgaben und Verwaltungsstrukturen.
Wirtschaft / RechtEin Grundverständnis für Verträge, wirtschaftliche Zusammenhänge und rechtliche Regeln hilft dir, viele Ausbildungsinhalte schneller einzuordnen.
InformatikBehörden arbeiten mit Fachsoftware, Datenbanken, digitalen Akten und Online-Diensten. Sicherer Umgang mit digitalen Anwendungen ist deshalb zunehmend wichtig.
EnglischFremdsprachenkenntnisse können besonders bei Bundesbehörden, Zoll, Polizei oder im Kontakt mit internationalen Bürgerinnen und Bürgern hilfreich sein.
SportVor allem bei Laufbahnen wie Polizei, Zoll oder Justizvollzug kann körperliche Fitness eine wichtige Voraussetzung für Auswahlverfahren und späteren Berufsalltag sein.

Was verdient man in der Beamtenausbildung?

Während deiner Beamtenausbildung erhältst du keine klassische Ausbildungsvergütung, sondern sogenannte Anwärterbezüge. Sie werden bereits ab Beginn des Vorbereitungsdienstes gezahlt, da du in dieser Zeit in der Regel Beamter auf Widerruf bist.

Wie hoch deine Bezüge ausfallen, hängt vor allem davon ab, bei welchem Dienstherrn du deine Ausbildung absolvierst, also beispielsweise beim Bund oder bei einem Bundesland und für welche Laufbahn du dich entscheidest.

Wie hoch sind die Anwärterbezüge im mittleren Dienst?

Als Orientierung liegen die regulären Anwärtergrundbeträge im mittleren Dienst häufig bei rund 1.500 bis 1.600 Euro pro Monat. Je nach Dienstherr, Bundesland, persönlicher Situation und möglichen Zuschlägen kann der tatsächliche Betrag höher ausfallen.

Brutto ist bei Beamten nicht gleich Azubi-Brutto! Ein wichtiger Unterschied zu einer klassischen dualen Ausbildung betrifft die Abgaben. Beamte zahlen grundsätzlich keine Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung. Deshalb bleibt von den Bezügen häufig ein vergleichsweise großer Anteil übrig.

Allerdings können unter anderem folgende Kosten anfallen:

  • Lohnsteuer, abhängig von Einkommen und persönlichen Steuermerkmalen,
  • Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung,
  • gegebenenfalls weitere individuelle Abzüge.

Eine allgemeine Nettoangabe wäre deshalb wenig aussagekräftig. Wie viel tatsächlich ausgezahlt wird, hängt unter anderem von deiner Krankenversicherung, deinem Familienstand und deinen steuerlichen Merkmalen ab.

Steigt das Gehalt jedes Ausbildungsjahr?

Anders als bei vielen klassischen Ausbildungsberufen steigt der Anwärtergrundbetrag nicht automatisch mit jedem Ausbildungsjahr. Während des Vorbereitungsdienstes erhältst du grundsätzlich den für deine Laufbahn geltenden Anwärtergrundbetrag. Er kann sich allerdings verändern, wenn die Besoldung gesetzlich angepasst wird.

Karriere & Weiterbildung im mittleren Dienst

Mit dem Abschluss deiner Ausbildung ist deine Entwicklung nicht beendet. Auch im mittleren Dienst kannst du dich fachlich weiterqualifizieren, mehr Verantwortung übernehmen und unter bestimmten Voraussetzungen in eine höhere Laufbahn aufsteigen.

Und welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es?

MöglichkeitWas bedeutet das?
Beförderung innerhalb des mittleren DienstesMit Berufserfahrung, guten Leistungen und einer passenden freien Stelle kannst du schrittweise in höhere Ämter und Besoldungsgruppen aufsteigen.
Fachliche SpezialisierungDu kannst dich beispielsweise auf bestimmte Rechtsgebiete, Personal, Finanzen, IT, Kontrolle oder andere Fachbereiche deiner Behörde spezialisieren.
Fort- und WeiterbildungenBehörden bieten regelmäßig Schulungen und Qualifizierungen an, etwa zu neuen Gesetzen, digitalen Anwendungen oder Führungsaufgaben.
Übernahme zusätzlicher VerantwortungMit zunehmender Erfahrung kannst du anspruchsvollere Aufgaben übernehmen oder neue Kolleginnen und Kollegen einarbeiten.
Aufstieg in den gehobenen DienstUnter bestimmten Voraussetzungen kannst du aus dem mittleren in den gehobenen Dienst wechseln und damit weitere Aufgaben- und Karrierebereiche erschließen.

Fortbildungen sind im Beamtenbereich ausdrücklich vorgesehen. Bei Bundesbeamten sollen sie sowohl die vorhandenen Fach-, Methoden- und Sozialkompetenzen weiterentwickeln als auch auf höher bewertete Aufgaben und mögliche Führungsaufgaben vorbereiten.

Kann man vom mittleren in den gehobenen Dienst aufsteigen?

Ja. Ein Aufstieg ist grundsätzlich möglich, erfolgt aber nicht automatisch nach einer bestimmten Anzahl von Berufsjahren.

Bei Bundesbeamten ist zunächst ein Auswahlverfahren vorgesehen, in dem geprüft wird, ob du für die Aufgaben der höheren Laufbahn geeignet bist. Anschließend gibt es verschiedene Qualifizierungswege.

Zum Beispiel kann der Aufstieg erfolgen über:

  • einen entsprechenden Vorbereitungsdienst,
  • eine fachspezifische Qualifizierung oder
  • ein abgeschlossenes Hochschulstudium in Verbindung mit einer berufspraktischen Einführung.

Eine fachspezifische Qualifizierung für den Aufstieg in den gehobenen Dienst dauert beim Bund mindestens zwei Jahre und verbindet theoretische Ausbildung mit praktischer Einführung.

Wer bereits einen geeigneten Bachelorabschluss besitzt, kann beim Bund ebenfalls einen Aufstiegsweg nutzen. In diesem Fall ist grundsätzlich zusätzlich eine einjährige berufspraktische Einführung in der höheren Laufbahn vorgesehen.

Und was bringt der Aufstieg? Mit einer höheren Laufbahn können sich auch deine Aufgaben verändern. Im gehobenen Dienst übernimmst du häufig komplexere Sachbearbeitung, Planungs- und Koordinationsaufgaben oder teilweise Führungsverantwortung. Auch die Verdienstmöglichkeiten können dadurch steigen. Welche Karrierewege dir dabei konkret offen stehen, hängt vom Dienstherrn, der Behörde, deiner Laufbahn, deinen Leistungen und verfügbaren Stellen ab. Die Regeln von Bund und Ländern können sich unterscheiden.

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