IT-System-Elektroniker/in - Ausbildung und Beruf

IT-System-Elektroniker/in - Ausbildung und Beruf
  • Ausbildungsart
    Duale Ausbildung
  • Ausbildungsdauer
    3 Jahre (Vollzeit)
  • Gewünschter Schulabschluss
    Rechtlich keine Vorgabe; in der Praxis häufig ein Realschulabschluss
  • Ausbildungsvergütung
    Ab 1.243 € im ersten Jahr bis zu 1.490 € im dritten Jahr

Der Beruf IT-System-Elektroniker/in in 20 Sekunden

  • Aufgaben: IT-Systeme und Netzwerke planen, installieren, konfigurieren und warten – inklusive Kabel, Hardware, Software und Sicherheitstechnik.
  • Was ist besonders: Dieser Beruf verbindet Elektrotechnik, Informatik und Kundenkommunikation in einem – wer hier arbeitet, löst echte Probleme, sieht sofort das Ergebnis und trägt Verantwortung für Systeme, auf die andere täglich angewiesen sind.
  • Passt zu dir, wenn du technisch neugierig bist, lieber Dinge verstehst statt nur zu benutzen, kein Problem mit praktischem Arbeiten vor Ort hast und Freude daran findest, Probleme strukturiert zu lösen.

Stell dir vor, du betrittst ein modernes Bürogebäude mit 500 Arbeitsplätzen. Alle Computer laufen, alle Leitungen verbinden sich mit dem Server, die Sicherheitskameras laufen, die Brandschutzanlage ist vernetzt. Aber wer sorgt dafür, dass das alles so ist und bleibt? Genau das fragst du dich hier.

Als IT-System-Elektroniker:in bist du die Person, die hinter den Kulissen die gesamte technische Infrastruktur sicherstellt.

Das ist kein reiner IT-Job und kein reiner Elektrikerberuf – es ist beides zusammen, in einem der am stärksten wachsenden Berufsfelder der nächsten Jahre. Was das konkret bedeutet, erfährst du hier.

Was genau machen IT-System-Elektroniker:innen?

Ohne Netzwerk läuft in einem modernen Unternehmen nichts. Aber wer baut das Netzwerk auf, konfiguriert die Server, zieht die Kabel und kommt, wenn nichts mehr geht? Ein Blick hinter die Kulissen:

AufgabeWorum geht’s konkret?
IT-Systeme planen & konzipierenBevor ein einziges Kabel verlegt wird, muss der Plan stimmen: Welche Systeme braucht der Kunde? Welche Hardware? Wie werden Geräte verbunden? Was muss gesichert werden?
Hardware installieren & verkabelnServer, Switches, Router, Access Points, Drucker, Sicherheitskameras – all diese Geräte werden physisch verbaut, angeschlossen und miteinander verbunden. Kabelführung, Steckverbindungen und Ordnung im Schaltschrank sind handwerkliche Kernkompetenz.
Netzwerke einrichten & konfigurierenAus den installierten Geräten entsteht ein Netzwerk: IP-Adressen vergeben, Router konfigurieren, WLAN einrichten, VLAN-Strukturen aufbauen. Das ist IT-Arbeit auf der konkreten, technischen Ebene.
Software installieren & anpassenBetriebssysteme, Treiber und Anwendungen werden installiert, konfiguriert und für den jeweiligen Einsatzzweck des Kunden angepasst.
Systeme auf elektrische Sicherheit prüfenAlle installierten Anlagen müssen Sicherheitsstandards erfüllen (z. B. VDE-Normen). Prüfungen und Messungen stellen sicher, dass keine Gefahr von den Anlagen ausgeht.
Störungen analysieren & behebenWenn etwas nicht funktioniert, muss schnell und systematisch die Ursache gefunden werden: Liegt’s an der Hardware, am Kabel, an der Konfiguration oder an der Software? Fehlersuche ist ein tägliches Handwerk.
Kunden einweisen & beratenNach der Fertigstellung werden Kunden in die Nutzung ihrer Systeme eingewiesen. Auch bei Fragen zu IT-Sicherheit, Datenschutz oder Erweiterungen ist man Ansprechperson.
IT-Infrastruktur wartenRegelmäßige Updates, Backups prüfen, Systeme überwachen, Verschleißteile tauschen – was läuft, muss auch gepflegt werden.

Wichtige Begriffe einfach erklärt

  • LAN / WLAN: Local Area Network – das kabelgebundene oder kabellose Netzwerk innerhalb eines Gebäudes. IT-System-Elektroniker/innen bauen genau das auf.
  • Switch: Ein Netzwerkgerät, das viele Geräte in einem lokalen Netzwerk miteinander verbindet und den Datenverkehr effizient steuert.
  • Router: Verbindet lokale Netzwerke mit dem Internet oder anderen Netzwerken und bestimmt, welche Datenpakete wohin geleitet werden.
  • VLAN: Ein virtuelles lokales Netzwerk, damit lassen sich innerhalb einer physischen Netzwerkstruktur logisch getrennte Netze aufbauen (z. B. für verschiedene Abteilungen).
  • VDE-Norm: Vorschriften des Verbands der Elektrotechnik (VDE), die Sicherheitsstandards für elektrische Anlagen und Geräte regeln. Die Einhaltung ist Pflicht.
  • Patch: Ein in Schaltschränken wichtiges Strukturelement – Patchfelder (Patchpanels) bündeln Netzwerkkabel geordnet und machen große Installationen wartungsfreundlich.

Elektrotechnik ist kein Anhängsel. Sie ist Kernkompetenz: Was IT-System-Elektroniker:innen von reinen IT-Fachkräften unterscheidet, ist der elektrotechnische Anteil: Sie dürfen und müssen Anlagen korrekt verdrahten, elektrisch prüfen und nach Norm abnehmen. Dafür braucht es fundiertes Wissen über Strom, Spannung und Sicherheit und das Bewusstsein, dass falsche Verbindungen an stromführenden Anlagen gefährlich sein können.

Wo kann man als IT-System-Elektroniker arbeiten?

Kaum eine Branche kommt ohne IT-Infrastruktur aus und damit sind IT-System-Elektroniker/innen so gut wie überall willkommen. Hier ein Überblick:

EinsatzmöglichkeitWas macht man hier?
IT-Systemhäuser & DienstleisterDer klassische Einsatzort: Systemhäuser betreuen mehrere Kunden gleichzeitig vom Mittelstand bis zum Konzern. Viel Abwechslung, viele Standorte, breite Erfahrung.
TelekommunikationsunternehmenGlasfaser verlegen, Netzwerke aufbauen, Anschlusspunkte installieren – die Infrastruktur, die Deutschland mit dem Internet verbindet, muss physisch gebaut werden.
Öffentliche Verwaltung & BehördenSchulen, Ämter, Krankenhäuser, öffentliche Einrichtungen: hier wird lokale IT-Infrastruktur aufgebaut und langfristig betreut, oft mit besonderen Datenschutzanforderungen.
Industrie & produzierende BetriebeFabriken, Maschinenbauer, Automobilunternehmen – Industrieanlagen werden zunehmend vernetzt. IT-System-Elektroniker:innen sind hier an der Schnittstelle von OT und IT tätig.
Sicherheitstechnik-UnternehmenAlarmanlagen, Zutrittskontrollsysteme, Videoüberwachung, auch das ist IT-Infrastruktur, und auch das muss installiert, gewartet und abgesichert werden.
Interne IT-Abteilungen großer UnternehmenViele Firmen beschäftigen eigene IT-System-Elektroniker:innen, die ausschließlich die interne Infrastruktur betreuen mit weitreichendem Wissen über die eigenen Systeme und stabilen Arbeitszeiten.

Wie kann man IT-System-Elektroniker:in werden?

Die Ausbildung ist dual – Betrieb und Berufsschule wechseln sich ab. Die Bewerbung läuft direkt beim Ausbildungsbetrieb, nicht bei einer Schule. Gesetzlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben, aber die meisten Betriebe erwarten mindestens einen mittleren Schulabschluss und gute Noten in Mathematik und Physik.

Ob der Beruf wirklich zu dir passt, verrät dieser kurze Check:

Quick-Check: Beruf IT-System-Elektroniker:in – Könnte das was für dich sein?

  • 🔧 Handwerkliches Interesse: Kabel ziehen, Schränke aufbauen, Hardware verbauen. Du arbeitest gerne mit den Händen und weißt, dass IT mehr ist als Tippen auf Tastaturen.
  • 🧩 Logisches Denken: Fehler suchen, Systeme verstehen, Zusammenhänge erkennen – du magst es, Probleme systematisch zu lösen.
  • 🔒 Verantwortungsbewusstsein: IT-Ausfälle können ganze Betriebe lahmlegen. Du nimmst deine Arbeit ernst und gehst sorgfältig vor.
  • 🗣️ Kommunikationsfähigkeit: Du erklärst Technik auch Menschen, die keine Ahnung davon haben ohne sie dabei zu überfordern.
  • ⚡ Technische Neugier: Neue Technologien, neue Geräte, neue Protokolle. Du willst verstehen, wie Technik funktioniert, nicht nur, dass sie funktioniert.

Welche Skills braucht man?

FähigkeitWarum ist das besonders wichtig?Wie kann man darin besser werden?
Technisches Verständnis (IT & Elektro)Netzwerke verstehen, Strom richtig messen, Geräte korrekt verbinden: Dieser Beruf sitzt an der Schnittstelle zweier technischer Welten. Wer beides versteht, hat einen echten Vorteil.Elektronikbausätze, Heimnetzwerk einrichten, Raspberry Pi-Projekte, einfache Netzwerkkonzepte selbst ausprobieren.
Strukturiertes ProblemlösenIm Betrieb weiß man selten sofort, warum etwas nicht funktioniert. Wer systematisch vorgeht -> Symptom, Ursache, Test, Lösung – löst Probleme schneller und besser.Logikrätsel, Programmieraufgaben, Debugging-Übungen und die Angewohnheit, vor dem Ausprobieren erst nachzudenken.
Sorgfalt & GenauigkeitEin falsch gesetzter IP-Bereich, ein nicht korrekt geclampter Stecker oder eine vergessene Dokumentation können später zu teuren Fehlern führen.Aufgaben konsequent zu Ende bringen, Ergebnisse prüfen, keine Abkürzungen nehmen, auch wenn es im ersten Moment langsamer wirkt.
Handwerkliche GeschicklichkeitKabel crimpen, Patchfelder bestücken, Geräte in Schränke einbauen, auch die Feinmotorik ist im Arbeitsalltag täglich gefragt.Bastelprojekte, Elektronikarbeiten, Löten oder Modellbau trainieren die Hand-Augen-Koordination und das geduldige, sorgfältige Arbeiten.
Kommunikation & KundenorientierungVieles passiert vor Ort beim Kunden und der versteht oft keine IT-Fachsprache. Wer klar und respektvoll erklärt, baut Vertrauen auf und schafft langfristige Kundenbindung.Bewusst einfach erklären üben, in der Berufsschule Präsentationen halten, Feedback einholen und zuhören lernen.
EnglischkenntnisseHard- und Software-Dokumentationen, Fehlermeldungen, Hersteller-Manuals: Fast alles liegt auf Englisch vor. Wer es lesen und verstehen kann, kommt deutlich schneller weiter.Englischsprachige Tutorials schauen, technische Begriffe gezielt lernen und Fehlermeldungen immer zuerst auf Englisch googlen.
SelbstorganisationAuf der Baustelle oder beim Kunden muss man eigenständig arbeiten können: Material kennen, Abläufe planen, Zeiten einhalten.Aufgaben in der Schule selbst planen, Deadlines ernst nehmen, Arbeitslisten führen und Zeitmanagement üben.

Interessen – Was helfen sollte

InteresseWarum hilft das in diesem Beruf?
Netzwerktechnik & IT-InfrastrukturWer schon immer wissen wollte, wie das Heimnetzwerk wirklich funktioniert, was ein DNS-Server macht oder wie Pakete durch das Internet reisen, hat den perfekten Einstieg in dieses Berufsfeld.
Elektrotechnik & PhysikStromkreise, Messtechnik, Kabeltypen und Normen. Wer Physik interessant findet, wird in dieser Ausbildung viele Aha-Momente erleben.
Hardware & BastelnServer auseinanderbauen, eigene Computer zusammenstecken, Sensoren anschließen. Wer das gerne macht, bringt Grundwissen mit, das in der Ausbildung direkt nützlich ist.
IT-SicherheitDas Thema, das in jeder IT-Abteilung ganz oben auf der Agenda steht. Wer sich für sichere Netzwerke, Firewalls und sichere Konfiguration begeistert, ist hier genau richtig.
Eigenständiges ArbeitenEin großer Teil der Arbeit findet alleine oder in kleinen Teams statt, ob beim Kunden, im Keller oder im Schaltschrank. Wer das mag, fühlt sich in diesem Beruf wohl.

Schulfächer, die einen gut auf die Ausbildung vorbereiten

SchulfachWarum hilft dieses Fach in der Ausbildung und im Beruf?
MathematikBinärsysteme, Netzwerkmasken, Subnetting, elektrische Berechnungen – Mathematik ist in der IT und Elektrotechnik täglich präsent. Wer rechnen kann, versteht Netzwerke schneller.
PhysikSpannung, Strom, Widerstand, Wellenausbreitung und Signalübertragung: Das physikalische Grundverständnis ist der Schlüssel zum Verständnis von Elektrotechnik und Netzwerktechnik.
InformatikEgal ob es um die Grundlagen von Betriebssystemen, Netzwerke, Programmierlogik oder Datenstrukturen geht – wer diese Basis hat, startet in der Ausbildung mit einem klaren Vorsprung.
EnglischHandbücher, Fehlermeldungen, Hersteller-Dokumentationen und Fachbücher kommen fast ausnahmslos auf Englisch. Gute Lesekenntnisse sind Pflicht, aktives Englisch ein Bonus.
Werken / TechnikHandwerkliches Grundverständnis, das Lesen technischer Zeichnungen und der sorgfältige Umgang mit Werkzeug bilden eine direkte Brücke zur praktischen Installationsarbeit in der Ausbildung.
DeutschProtokolle schreiben, Berichte verfassen, Kunden verständlich informieren, denn klares Deutsch ist auch in einem technischen Beruf täglich gefragt!

Was lernt man in der Ausbildung zum IT-System-Elektroniker?

3 Jahre, zwei Lernorte, eine klare Richtung: Am Ende kann man eigenständig IT-Infrastruktur aufbauen, in Betrieb nehmen und betreiben. Was auf dem Weg dahin auf dich zukommt:

AusbildungsinhaltWas lernt man und wie zeigt sich das später im Job?
IT-Systeme beurteilenBevor etwas bestellt oder empfohlen wird, muss klar sein, was tatsächlich gebraucht wird. Auszubildende lernen, marktgängige IT-Systeme für unterschiedliche Einsatzbereiche zu analysieren und dabei auch Kriterien wie Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und Barrierefreiheit zu berücksichtigen.
Kunden beraten & einweisenTechnik ist nur dann nützlich, wenn die Menschen sie auch bedienen können. Wie man Kunden gut berät, verständlich erklärt und sicher in neue Systeme und Produkte einweist. Genau das ist ein fester Bestandteil der Ausbildung.
Programmierung & AlgorithmenAuch im Handwerk der IT-Infrastruktur spielt Programmierung eine Rolle: Auszubildende lernen, wie Algorithmen formuliert werden und wie man einfache Anwendungen in einer Programmiersprache erstellt, zum Beispiel für Automatisierungsaufgaben oder Diagnoseskripte.
IT-Sicherheit analysieren & umsetzenSicherheit ist kein Thema am Ende der Ausbildung, sondern von Anfang an dabei. Auszubildende lernen, Sicherheitsanforderungen von IT-Systemen zu analysieren, passende Schutzmaßnahmen abzuleiten und umzusetzen und Nutzer darin einzuweisen, wie sie sicher mit Systemen umgehen.
IT-Geräte & Systeme installieren und in Betrieb nehmenVom Auspacken bis zum laufenden System: IT-Geräte und -Systeme werden physisch montiert und aufgestellt, anschließend konfiguriert, angepasst und in Betrieb genommen. Ordentliche Verkabelung, sicherer Aufbau und eine funktionierende Grundkonfiguration gehören dabei zum Handwerk.
Netzwerkkomponenten installieren & konfigurierenSwitches, Router, Access Points, Patchfelder, was bei der Installation, Konfigurierung und Inbetriebnahme von Netzwerk- und Übertragungskomponenten zu beachten ist, wird in der Ausbildung Schritt für Schritt gelernt.
Stromkreise & Verteilungseinrichtungen auslegenIT-Infrastruktur hängt an stabiler Stromversorgung. Deshalb gehört dazu auch das Wissen, wie Stromkreise festgelegt werden und wie Verteilungseinrichtungen sowie geeignete Leitungen ausgewählt werden – sicher, normgerecht und auf den Bedarf der Anlage abgestimmt.
Funktionsfähigkeit prüfen & diagnostizierenFunktioniert alles wie geplant? Auszubildende lernen, wie die Funktionsfähigkeit von IT-Geräten, -Systemen und einzelnen Komponenten systematisch geprüft wird, inklusive Test- und Diagnoseverfahren, die Fehler sichtbar machen, bevor sie zu echten Problemen werden.
Elektrische Sicherheit messen & nachweisenElektrische Anlagen brauchen eine Abnahme und die basiert auf Messergebnissen. Wie Prüf- und Messverfahren ausgewählt und eingesetzt werden, um die elektrische Sicherheit von Anlagen zu gewährleisten und normgerecht zu dokumentieren, ist eigenständiger Ausbildungsinhalt.
Qualitätsmängel erkennen & behebenKein Betrieb arbeitet fehlerfrei, doch entscheidend ist, wie systematisch man mit Mängeln umgeht. Auszubildende lernen, Ursachen von Qualitätsproblemen methodisch zu ermitteln, nachhaltig zu beseitigen und den gesamten Prozess sorgfältig zu dokumentieren.
Störungen annehmen, eingrenzen & behebenWenn beim Kunden nichts mehr geht, ist schnelles und strukturiertes Handeln gefragt. Auszubildende üben, Störungsmeldungen entgegenzunehmen, den Fehler durch gezielte Analyse einzugrenzen und die Störung zuverlässig zu beheben.
Sicherheitsvorfälle einschätzen & bearbeitenNicht jede Auffälligkeit im Netzwerk ist harmlos. Wie man IT-Sicherheitsvorfälle richtig einschätzt, nach klaren Verfahren bearbeitet und welche Schritte dann folgen, all das gehört in einer vernetzten Arbeitswelt zum Pflichtprogramm.
Grundlagenwissen rund um die AusbildungParallel zu den technischen Inhalten werden Kenntnisse zu Rechten und Pflichten in der Ausbildung, zur Organisation des Ausbildungsbetriebs und zum betrieblichen Umweltschutz vermittelt. Orientierung, die im Berufsalltag direkt nützlich ist.

Was du in der Berufsschule lernst

Die Berufsschule ergänzt die Praxis im Betrieb mit theoretischem Fundament in zwei Bereichen:

LernbereichWas steckt dahinter?
Berufsspezifische LernfelderThemen wie „Clients in Netzwerke einbinden” oder „Betrieb und Sicherheit vernetzter Systeme gewährleisten” verbinden das, was im Betrieb praktisch geübt wird, mit dem fachlichen Hintergrundwissen.
Allgemeinbildende FächerDeutschkenntnisse, wirtschaftliches Grundverständnis und soziale Kompetenz sind auch in technischen Berufen gefragt. Fächer wie Deutsch und Wirtschafts- und Sozialkunde bilden hier die Grundlage.

Was ist die gestreckte Abschlussprüfung? Statt einer klassischen Zwischenprüfung gibt es bei IT-System-Elektroniker:innen eine zweiteilige Abschlussprüfung: Teil 1 findet etwa zur Mitte der Ausbildung statt und deckt die Grundlagen ab. Teil 2 am Ende prüft die vertieften Kenntnisse inklusive einer betrieblichen Projektarbeit mit Dokumentation und Fachgespräch. Beide Teile fließen in die Gesamtnote ein, wer also Teil 1 gut meistert, hat also schon am Ziel gearbeitet.

Was kann man als IT-System-Elektroniker:in verdienen?

IT-Infrastruktur ist unverzichtbar und gut ausgebildete Fachkräfte sind entsprechend gefragt. Das zeigt sich auch im Gehalt.

  • Einstiegsgehalt: ca. 2.600 € bis 3.200 € brutto/Monat je nach Betrieb, Region und Branche.
  • Mit Berufserfahrung: ca. 3.200 € bis 4.000 € brutto/Monat möglich.
  • Mit Zertifizierungen (z. B. Cisco CCNA, Microsoft, CompTIA): Deutlicher Gehaltssprung möglich. Zertifikate sind im IT-Bereich ein klares Karrieresignal.
  • In Führungs- oder Expertenpositionen: Ab 4.500 € und mehr realistisch.

Was kann man während der Ausbildung zur IT-System-Elektronikerin verdienen?

Die Vergütung hängt stark von Branche und Tarifbindung des Betriebs ab. Es gibt keinen einheitlichen Tarifvertrag für alle IT-Ausbildungsberufedie Unterschiede zwischen Betrieben können spürbar sein.

AusbildungsjahrBruttogehalt pro Monat
1. Ausbildungsjahr1.243 bis 1.373 €
2. Ausbildungsjahr1.298 bis 1.408 €
3. Ausbildungsjahr1.380 bis 1.490 €
(Hinweis: Tarifgebundene Betriebe, z. B. in der Telekommunikation oder bei öffentlichen Arbeitgebern, zahlen oft am oberen Ende oder darüber. Die Unterschiede zwischen Branchen und Regionen sind erheblich.)

Karrieremöglichkeiten als IT-System-Elektroniker:in

Mit dem Abschluss ist man Fachkraft in einem Berufsfeld, das kein Ende kennt. IT-Infrastruktur wird nirgendwo kleiner, sondern überall größer. Aber das ist erst der Anfang.

Mögliche Spezialisierungen

Wer erstmal drin ist, merkt schnell, welches Gebiet wirklich fesselt und kann sich dort tiefer einarbeiten als andere.

SpezialisierungWas steckt dahinter und was macht das interessant?
Informations- und KommunikationstechnikNetzwerke, Datenübertragung, Kommunikationsinfrastruktur: Wer sich hier spezialisiert, ist das Bindeglied zwischen Technik und Vernetzung und in nahezu jeder Branche gefragt.
Elektrische Mess-, Steuerungs- und RegelungstechnikSensoren, Messwerte, automatisierte Steuerungssysteme: Diese Spezialisierung verbindet klassische Elektrotechnik mit moderner Automatisierung, besonders gefragt in Industrie und Gebäudetechnik.
IT-Management, IT-Anwendungsberatung, SupportWer gerne mit Menschen arbeitet und Technik verständlich erklärt, findet hier sein Feld: von der Anwenderberatung bis zur strategischen IT-Planung in Unternehmen.
IT-Sicherheit, DatenschutzFirewalls, Zugriffsrechte, Sicherheitskonzepte und Datenschutzanforderungen – eines der am stärksten wachsenden Felder der IT, mit entsprechend guten Perspektiven für Spezialist:innen.
Normen, Sicherheits- und Prüfbestimmungen in elektrischen AnlagenWer die Welt der VDE-Normen, Abnahmeprüfungen und Sicherheitsvorschriften beherrscht, ist gerade dort unverzichtbar, wo Anlagen rechtssicher installiert und abgenommen werden müssen.
Elektrotechnik, ElektronikDas handwerkliche und technische Fundament des Berufs: Wer sich hier vertieft, entwickelt Expertise in Schaltungen, Bauteilen und Systemarchitekturen auf der physikalischen Ebene.
Qualitätsprüfung, -technikSystematisch prüfen, dokumentieren, verbessern – wer Qualitätsmängel methodisch erkennt und behebt, sorgt dafür, dass Anlagen und Systeme langfristig zuverlässig funktionieren.
Arbeitssicherheit, Arbeitsschutz, UnfallverhütungSicheres Arbeiten an elektrischen Anlagen ist keine Selbstverständlichkeit. Diese Spezialisierung schützt nicht nur andere, sie ist auch rechtlich und betrieblich ein stark nachgefragtes Kompetenzprofil.

Mögliche Weiterbildungen

Wer nicht beim Abschluss stehen bleiben will, hat viele Möglichkeiten: Formale Abschlüsse und anerkannte Zertifikate stehen dabei gleichberechtigt nebeneinander.

WeiterbildungWas steckt dahinter und was bringt das wirklich?
Industriemeister:in – ElektrotechnikWer Führungsverantwortung in der Elektro- und IT-Branche übernehmen will, ist hier richtig: Betriebsorganisation, Ausbildungsrecht, Teamleitung. Der Abschluss trägt den Titel Bachelor Professional und steht einem Hochschulbachelor rechtlich gleich.
Berufsspezialist:in – Systemintegration und VernetzungEine gezielte Aufbauqualifikation für alle, die ihr Wissen in der Vernetzung und Integration von Systemen formell vertiefen wollen. Praxisnah und direkt auf die Ausbildung abgestimmt.
Techniker:in – Elektrotechnik (Informations- und Kommunikationstechnik) mit dem Bachelor Professional in TechnikFür alle, die in Richtung technische Planung oder Systemdesign wollen: tiefes, systematisches Wissen auf höchstem Facharbeiterniveau mit staatlich anerkanntem Abschluss und Hochschulzugang.
Techniker:in – Elektrotechnik (Automatisierungstechnik) mit dem Bachelor Professional in TechnikWer die Schnittstelle zwischen Elektrotechnik und Automatisierung besetzt, erschließt sich ein wachsendes Feld in Industrie und smarter Infrastruktur mit denselben formalen Möglichkeiten wie der Technikerabschluss in IuK.
Techniker:in – Informatik (Netzwerktechnologie) mit dem Bachelor Professional in TechnikNetzwerke auf Technikerebene verstehen und gestalten. Dieser Abschluss verbindet Informatik und Netzwerkkompetenz und öffnet Türen in IT-Dienstleistung, Rechenzentren und Infrastrukturplanung.
Technische:r Fachwirt:inWer technisches Know-how mit betriebswirtschaftlichem Wissen verbinden möchte – Personalführung, Controlling, Projektmanagement – ist mit dem Fachwirt gut aufgestellt für Positionen an der Schnittstelle von Technik und Management.

Mögliche Studiengänge

Mit Meister- oder Technikerabschluss kann man ohne Abitur studieren. Wer die Hochschulreife hat, findet im IT- und Elektrotechnikbereich Studiengänge, die direkt auf der Ausbildung aufbauen.

StudienfachWas lernt man und was macht das spannend?Wo kann man danach arbeiten?
ElektrotechnikSignalverarbeitung, Energietechnik, elektronische Systeme – das Studium, das die elektrotechnischen Grundlagen der Ausbildung auf akademisches Niveau hebt.In der Industrie, im Anlagenbau, bei Energieversorgern oder in der Forschung.
Technische InformatikHardware, Betriebssysteme, eingebettete Systeme, Rechnerarchitektur – wer verstehen will, wie Hard- und Software zusammenarbeiten, ist hier genau richtig.In der Systementwicklung, bei Halbleiterherstellern, in der Industrieautomation oder im Bereich eingebetteter Systeme.
IT-SicherheitKryptographie, Angriffserkennung, Sicherheitsarchitekturen, Penetration Testing – ein Studium für alle, die Systeme nicht nur aufbauen, sondern auch verteidigen wollen.In IT-Sicherheitsfirmen, bei Behörden (BSI, BKA), der Industrie oder als selbstständige Sicherheitsanalytiker:innen.
SoftwaretechnikSoftwareentwicklung, Qualitätssicherung, Projektmanagement und agile Methoden. Wer den Schritt von der Infrastruktur Richtung Software machen will, findet hier den idealen Anschluss.In der Softwareentwicklung, IT-Beratung oder im Produkt- und Projektmanagement.
AutomatisierungstechnikRobotik, Steuerungssysteme, Messtechnik und vernetzte Produktionsprozesse, direkt anknüpfend an den elektrotechnischen Teil der Ausbildung, mit starkem Fokus auf Industrie 4.0.In der produzierenden Industrie, im Maschinenbau oder bei Systemintegratoren für Automatisierungslösungen.
Informations-, KommunikationstechnikNetzwerke, Signalverarbeitung, Datenkommunikation und Systemarchitektur in einem Studiengang. Ideal für alle, die sich im Kerngebiet des Berufs akademisch vertiefen wollen.Bei Telekommunikationsunternehmen, Netzwerkausrüstern, IT-Dienstleistern oder in der Forschung.
Systems EngineeringKomplexe technische Systeme planen, entwickeln und betreiben von der Anforderungsanalyse bis zur Inbetriebnahme. Dieser interdisziplinäre Studiengang ist besonders stark in der Industrie und Rüstung.Im Anlagenbau, in der Luft- und Raumfahrt, bei Automatisierungsunternehmen oder in der öffentlichen Infrastruktur.
WirtschaftsingenieurwesenTechnik plus Betriebswirtschaft: Wer nicht nur wissen will, wie Systeme funktionieren, sondern auch, wie man mit ihnen wirtschaftlich umgeht, wählt dieses Studium als Brücke zwischen beiden Welten.In der Unternehmensberatung, im technischen Vertrieb, in der Produktion oder in Führungspositionen technischer Betriebe.

Warum dieser Beruf Zukunft hat: IT-Infrastruktur wächst in jedem Büro, jeder Fabrik, jedem Krankenhaus, jedem Schulgebäude. Glasfaserausbau, Digitalisierung der Verwaltung, vernetzte Produktion, smarte Gebäude: All das braucht Menschen, die vor Ort Netzwerke aufbauen, Kabel verlegen und Systeme in Betrieb nehmen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an IT-Sicherheit rasant. Wer diesen Beruf beherrscht, ist in einer Branche unterwegs, in der Fachkräftemangel keine Drohung, sondern die Realität ist mit entsprechend guten Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Ähnliche Ausbildungen

Fachinformatiker arbeiten ebenfalls mit Computern und kümmern sich um die IT in Unternehmen. Allerdings bist du in dieser Ausbildung spezialisierter in die Bereichen Anwendungsentwicklung und Systemintegration.  

Die Ausbildung gefällt dir?

Prima, finde nun Stellenanzeigen und Ausbildungsbetriebe zum Berufswunsch auf azubister:

11 freie Stellen
Mein azubister