Hafenschiffer/in - Ausbildung und Beruf

Hafenschiffer/in - Ausbildung und Beruf
  • Ausbildungsart
    Duale Ausbildung
  • Ausbildungsdauer
    3 Jahre (Vollzeit)
  • Gewünschter Schulabschluss
    Hauptschulabschluss oft ausreichend
  • Ausbildungsvergütung
    ca. 1.218 € im ersten Jahr und bis zu 1.314 € im dritten Jahr (Beispiel Hamburg)

Der Beruf Hafenschiffer/in in 20 Sekunden

  • Aufgaben: Du steuerst Wasserfahrzeuge, transportierst Güter oder Personen und wartest Schiffe und Motoren.
  • Was ist besonders: Dein Arbeitsplatz schwankt manchmal. Du bist immer auf dem Wasser und arbeitest im Schichtdienst, wenn im Hafen Hochbetrieb ist.
  • Passt zu dir, wenn du technisches Verständnis hast, gerne draußen anpackst und im Team zuverlässig arbeitest.

Ohne Hafenschifferinnen und Hafenschiffer würde in vielen Häfen nichts laufen. Sie steuern Arbeits- und Transportschiffe, bewegen tonnenschwere Lastkähne und sorgen dafür, dass Waren, Menschen und Schiffe sicher ihren Weg durch den Hafen finden. Wer sich für diesen dualen Ausbildungsberuf entscheidet, arbeitet mitten im Geschehen eines der wichtigsten Wirtschaftsstandorte überhaupt – direkt auf dem Wasser.

Als Hafenschiffer:in übernimmst du verantwortungsvolle Aufgaben im Hafenbetrieb. Du lernst, Schiffe präzise zu manövrieren, Maschinen und Motoren zu bedienen, Schlepp- und Festmacharbeiten durchzuführen und die geltenden Verkehrs- und Sicherheitsvorschriften einzuhalten. Die Ausbildung verbindet praktisches Arbeiten mit technischem Wissen und bietet einen abwechslungsreichen Berufsalltag mit klaren Zuständigkeiten und viel Verantwortung.

Was genau macht ein Hafenschiffer?

Hafenschiffer sorgen für den reibungslosen Ablauf im Hafenverkehr. Sie sind Logistiker, Kapitäne und Mechaniker in einem. Dabei müssen sie sich nicht nur nach dem Fahrplan richten, sondern auch nach der Natur.

Warum die Tide (Gezeiten) deinen Arbeitstag bestimmt: In Seehäfen wie Hamburg hebt und senkt sich der Wasserstand zweimal am Tag durch Ebbe und Flut (Tide). Das bedeutet: Bei Niedrigwasser können manche Hafenbecken zu flach für voll beladene Schiffe sein. Als Hafenschiffer:in musst du den Gezeitenkalender im Kopf haben, um nicht auf dem Trockenen zu sitzen!

Die Aufgaben im Überblick

AufgabeWorum geht’s konkret?
Führung von WasserfahrzeugenOb Barkasse, Schlepper oder Fähre – du steuerst dein Schiff sicher durch den Hafen. Dabei behältst du Strömung, Wind und den dichten Verkehr immer im Blick.
Schleppen und BugsierenDein Job ist echte Schwerstarbeit für Motoren: Du nimmst Schuten oder Pontons auf den Haken und schleppst sie präzise an ihren Liegeplatz.
Gütertransport und LogistikDu bist der Logistik-Profi auf dem Wasser. Du prüfst Ladegeschirre, sicherst tonnenschwere Fracht und checkst die Begleitpapiere für den Zoll.
PersonenbeförderungIm Fährdienst oder auf Rundfahrten bist du Gastgeber und Kapitän zugleich. Du verkaufst Tickets, sorgst für Sicherheit an Bord und gibst Touristen Auskunft.
Wartung und InstandhaltungEin Schiff muss laufen. Deshalb wartest du Motoren, wechselst Filter, entrosten den Rumpf oder spleißt (reparierst) gebrochenes Tauwerk.
Sicherheit an BordDu bist für den Notfall trainiert. Regelmäßig checkst du Rettungswesten und Feuerlöscher, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt.
Kommunikation (Seefunk)Über Funk bist du das Bindeglied zwischen deinem Schiff, der Hafenleitung und anderen Kapitänen. Klare Absprachen verhindern Unfälle.

Was ist eigentlich eine Schute? Eine Schute ist ein Schiff ohne eigenen Motor. Sie ist quasi ein schwimmender Lastwagen-Anhänger, auf den extrem viel Ladung (Sand, Kohle, Container) passt. Damit sie von A nach B kommt, muss sie von einem Schlepper gezogen oder geschoben werden. Das nennt man dann “Schleppverband”.

Wo kann man als Hafenschiffer:in arbeiten?

Der Hafen ist dein Zuhause. Deine Arbeitgeber sind Betriebe, die den Hafen am Laufen halten.

EinsatzmöglichkeitWas macht man hier?
Hafenumschlagsbetriebe & SpeditionenHier liegt der Fokus oft auf dem Transport von Gütern, Containern oder Schüttgut mit Schuten und Schleppern.
Hafenbehörden & ÄmterDu arbeitest auf Behördenschiffen, kontrollierst den Verkehr oder hilfst bei der Gewässeraufsicht.
Fährbetriebe & TouristikDu bringst Pendler zur Arbeit oder zeigst Touristen bei Hafenrundfahrten die schönsten Seiten des Hafens.
SchleppreedereienDu arbeitest auf leistungsstarken Schleppern und hilfst großen Seeschiffen beim An- und Ablegen.
Öffentlicher Dienst & PolizeiAuch bei der Wasserschutzpolizei oder städtischen Hafenbetrieben (z.B. Hamburg Port Authority) findest du spannende Aufgaben in der Überwachung und Instandhaltung.

Wie kann man Hafenschiffer werden?

Schiffe festmachen, Manöver fahren, Schleppverbände sichern, Hafenanlagen kontrollieren. Als Hafenschiffer:in arbeitest du dort, wo Warenströme auf dem Wasser organisiert und abgesichert werden. Häfen sind logistische Knotenpunkte, an denen täglich enorme Mengen an Gütern umgeschlagen werden. Damit alles reibungslos funktioniert, braucht es Fachkräfte, die Schiffe sicher führen, technisch versiert sind und Verantwortung übernehmen.

Der Weg in diesen Beruf führt über eine duale Ausbildung. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis entscheiden sich viele Betriebe für Bewerberinnen und Bewerber mit Hauptschulabschluss. Noch wichtiger als Schulnoten sind jedoch Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, draußen anzupacken. Wer pünktlich ist, aufmerksam arbeitet und technische Abläufe verstehen will, bringt sehr gute Voraussetzungen mit.

Hafenschiffer:innen arbeiten in einem Umfeld, das sich nicht nach Bürozeiten richtet. Schiffe kommen an, wenn sie ankommen – unabhängig von Wetter oder Uhrzeit. Genau deshalb ist dieser Beruf ideal für Menschen, die Abwechslung mögen, körperlich aktiv sein wollen und sich nicht vor Verantwortung scheuen.

Quick-Check: Beruf Hafenschiffer:in – Könnte das was für dich sein?

  • Du bist wetterfest. Regen, Wind oder Kälte halten dich nicht davon ab, konzentriert zu arbeiten. Arbeit an Deck gehört für dich selbstverständlich dazu.
  • 🔧 Technik interessiert dich. Motoren, Pumpen oder Navigationssysteme findest du spannend und du möchtest verstehen, wie sie funktionieren.
  • 💪 Körperliche Arbeit schreckt dich nicht ab. Festmacherleinen bedienen, Ausrüstung sichern oder an Bord mitarbeiten bedeutet Einsatz und Kraft.
  • 🦉 Schichtdienst ist für dich machbar. Früh-, Spät- oder Nachtschichten gehören zum Hafenalltag – du kannst dich darauf einstellen.
  • 🌊 Du bleibst gelassen in Bewegung. Auch wenn es hektisch wird, behältst du den Überblick und arbeitest konzentriert weiter.

Welche Skills braucht man?

FähigkeitWozu braucht man das konkret im Beruf?Wie kann man das trainieren oder verbessern?
VerantwortungsbewusstseinDu übernimmst Verantwortung für Schiff, Ladung und Sicherheit an Bord. Ein falsch gesichertes Tau oder eine unachtsame Entscheidung kann gefährlich werden. Gerade beim An- und Ablegen muss jeder Handgriff stimmen.Übernimm bewusst Verantwortung im Alltag, z.B. bei Gruppenprojekten, im Sportverein oder im Nebenjob. Wichtig ist: Aufgaben zuverlässig erledigen und zu eigenen Fehlern stehen.
Aufmerksamkeit & BeobachtungsgabeIm Hafen ist immer Bewegung: andere Schiffe, Strömung, Kräne, Hafenfahrzeuge. Du musst ständig beobachten, was um dich herum passiert, um rechtzeitig reagieren zu können.Trainiere deine Konzentration, z.B. durch Sportarten wie Basketball oder Kampfsport. Auch Übungen, bei denen du mehrere Dinge gleichzeitig im Blick behalten musst, helfen enorm.
ReaktionsfähigkeitStrömungen, Wind oder andere Schiffe können Situationen schnell verändern. Beim Manövrieren ist schnelles und richtiges Handeln entscheidend.Reaktionsspiele, Ballsportarten oder Training mit Koordinationsübungen fördern deine schnelle Entscheidungsfähigkeit.
Technisches VerständnisMotoren, Pumpanlagen, Navigationssysteme oder Funktechnik gehören zum Alltag. Kleinere Wartungsarbeiten führst du selbst durch.Schraube an Fahrrädern oder Mopeds, beschäftige dich mit Technik-Videos oder lies Bedienungsanleitungen bewusst durch, statt sie zu überfliegen.
Handwerkliches Geschick
Leinen müssen korrekt belegt, Geräte sicher befestigt und kleinere Reparaturen fachgerecht ausgeführt werden.
Praktische Tätigkeiten wie Heimwerken, Werkunterricht oder handwerkliche Hobbys stärken deine Routine im Umgang mit Werkzeug.
Körperliche BelastbarkeitDas Arbeiten an Deck bedeutet oft Heben, Ziehen und Sichern schwerer Leinen. Zudem bist du viel in Bewegung und arbeitest im Freien.Regelmäßiger Sport, Kraft- und Ausdauertraining oder auch körperliche Nebenjobs helfen dir, fit zu bleiben.
TeamfähigkeitAuf einem Schiff arbeitet niemand allein. Beim Anlegen oder Schleppen müssen alle Abläufe abgestimmt sein. Man verlässt sich aufeinander.Mannschaftssport ist ideal. Lerne, Absprachen einzuhalten und Verantwortung im Team zu übernehmen.
Zuverlässigkeit & PünktlichkeitSchiffe fahren nach festen Zeitplänen. Verspätungen können hohe Kosten verursachen.Plane deine Termine bewusst und halte Absprachen konsequent ein, auch bei kleinen Dingen im Alltag.
Belastbarkeit bei SchichtdienstHäfen arbeiten rund um die Uhr. Auch Nacht- und Wochenendarbeit gehören dazu.Gewöhne dich daran, flexibel zu sein. Ferienjobs oder Praktika mit wechselnden Zeiten können helfen, ein Gefühl dafür zu bekommen.
SicherheitsbewusstseinAn Bord gelten klare Sicherheitsvorschriften. Rettungswesten, Absperrungen und Funkregeln sind keine Formalität, sondern lebenswichtig.Informiere dich bewusst über Sicherheitsregeln, z.B. beim Schwimmen, Radfahren oder Arbeiten mit Werkzeug. Achtsamkeit lässt sich trainieren.
Orientierungsfähigkeit & räumliches DenkenDu musst einschätzen können, wie groß dein Schiff ist, wie viel Platz du beim Manövrieren brauchst und wie Strömungen wirken.Spiele mit räumlichem Denken (z.B. Simulationen, 3D-Spiele) oder beschäftige dich mit Karten und Navigation.
EnglischkenntnisseHäfen sind international. Funkverkehr, Dokumente und Kommunikation mit ausländischen Crews erfolgen häufig auf Englisch.Schaue Filme auf Englisch, lerne technische Begriffe und traue dich, aktiv zu sprechen. Besonders wichtig sind maritime Fachbegriffe.
StressresistenzWenn mehrere Schiffe gleichzeitig einlaufen oder Zeitdruck herrscht, musst du ruhig bleiben und strukturiert handeln.Atemtechniken, Sport und bewusste Stressbewältigung helfen dir, auch unter Druck konzentriert zu bleiben.

Interessen-Check: Was sollte einen interessieren?

Wer im Hafen arbeitet, braucht mehr als nur Lust auf Schiffe. Entscheidend ist, ob dich das Umfeld, die Abläufe und die Verantwortung wirklich reizen.

InteresseWozu ist das im Beruf wichtig?Woran merkst du, dass das zu dir passt?
Schifffahrt & WasserDein Arbeitsplatz ist das Wasser bei Wind, Regen oder Kälte. Wer Schiffe faszinierend findet und sich draußen wohlfühlt, bleibt motiviert.Du hältst dich gerne am Wasser auf, schaust Schiffen beim Anlegen zu oder interessierst dich für Hafenanlagen. Vielleicht bist du schon mal Boot gefahren oder findest maritime Technik spannend.
Logistik & TransportabläufeIm Hafen geht es um Warenströme, Zeitpläne und präzise Abläufe. Schiffe müssen koordiniert, Ladungen gesichert und Manöver geplant werden.Du fragst dich, wie Container von einem Land ins andere kommen oder wie Lieferketten funktionieren. Planen und Organisieren liegen dir.
Technik & MaschinenMotoren, Pumpen, Navigationsgeräte und Funktechnik gehören zum Alltag. Technisches Interesse hilft dir, Abläufe zu verstehen und Probleme selbst zu lösen.Du willst wissen, wie Motoren funktionieren, schaust Technik-Videos oder schraubst gerne an Fahrrädern oder Mopeds.
Praktisches Arbeiten im FreienDer Beruf spielt sich nicht im Büro ab. Du arbeitest an Deck, bewegst Leinen und bist körperlich aktiv.Du magst Bewegung statt Schreibtisch. Handfeste Arbeit fühlt sich für dich sinnvoller an als rein theoretische Aufgaben.
Verantwortung & SicherheitFehler können teuer oder gefährlich sein. Sicherheitsvorschriften einzuhalten ist oberste Priorität.Du gehst sorgfältig mit Aufgaben um und nimmst Regeln ernst, statt sie zu ignorieren.
Internationale ZusammenarbeitHäfen sind international. Du triffst Crews aus unterschiedlichen Ländern und kommunizierst oft auf Englisch.Fremde Sprachen schrecken dich nicht ab. Du findest es spannend, Menschen aus anderen Ländern kennenzulernen.

Welche Schulfächer bereiten gut auf den Beruf Hafenschiffer:in vor?

Auch wenn rechtlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben ist, helfen dir bestimmte Schulfächer enorm dabei, im Hafenalltag sicher und souverän zu arbeiten. Denn auf dem Wasser zählen Rechnen, Technikverständnis, Sicherheit und Kommunikation.

Hier siehst du, welche Fächer besonders nützlich sind und warum:

SchulfachWas lernst du dort und wofür brauchst du das später konkret?
MathematikBeim Manövrieren oder Planen musst du Entfernungen, Geschwindigkeiten und Zeitfenster berechnen. Auch Ladungsgewichte, Schwerpunktverlagerungen oder Treibstoffverbrauch spielen eine Rolle. Wer sicher mit Dreisatz, Prozentrechnung und Grundformeln umgehen kann, versteht schneller, wie Planung im Hafen funktioniert.
PhysikStrömung, Winddruck, Hebelwirkung oder Auftrieb sind keine Theorien, sie wirken täglich auf dein Schiff. Beim Festmachen, Laden oder Manövrieren brauchst du ein Verständnis für Kräfte, Bewegung und Stabilität. Wer in Physik aufgepasst hat, versteht schneller, warum ein Schiff sich bei Seitenwind anders verhält.
Werken / TechnikHier lernst du, wie Werkzeuge funktionieren und wie Materialien bearbeitet werden. Dieses Wissen hilft dir später beim Umgang mit Motoren, Pumpen, Metallteilen oder Seiltechnik. Auch Grundkenntnisse in Elektrik sind hilfreich, wenn es um Bordtechnik oder Beleuchtungssysteme geht.
EnglischHäfen sind international. Funkverkehr, technische Dokumentationen oder Gespräche mit ausländischen Crews erfolgen häufig auf Englisch. Besonders wichtig sind maritime Fachbegriffe. Wer sich verständigen kann, arbeitet sicherer und professioneller.
GeografieDu lernst, Karten zu lesen, dich zu orientieren und Verkehrswege zu verstehen. Im Hafen ist räumliches Denken entscheidend, etwa bei der Navigation oder beim Einschätzen von Entfernungen.
Wirtschaft / SozialkundeHier bekommst du Einblicke in Transportketten, Handelsströme und rechtliche Grundlagen. Das hilft dir zu verstehen, wie wichtig Pünktlichkeit, Sicherheit und Effizienz im Hafenbetrieb sind.
SportKlingt vielleicht überraschend, ist aber hilfreich: Kraft, Koordination und Ausdauer erleichtern dir die körperliche Arbeit an Bord. Außerdem lernst du im Team zu agieren, genau wie später im Hafenbetrieb.
DeutschKlare Kommunikation ist entscheidend, sowohl im Team als auch beim Schreiben von Berichten oder Protokollen. Wer sich präzise ausdrücken kann, vermeidet Missverständnisse.

Was lernt man in der Ausbildung zum Hafenschiffer?

Die Ausbildung zur Hafenschifferin bzw. zum Hafenschiffer ist eine duale Ausbildung. Das bedeutet: Du lernst praktisch im Ausbildungsbetrieb im Hafen und bekommst parallel dazu theoretischen Unterricht in der Berufsschule.

Im Betrieb stehst du an Bord von Hafenfahrzeugen wie Schleppern oder Barkassen und arbeitest aktiv mit. In der Schule lernst du die fachlichen Grundlagen, die du brauchst, um später sicher und verantwortungsvoll zu handeln.

Beide Lernorte ergänzen sich – Praxis und Theorie greifen direkt ineinander.

Ausbildungsinhalte im Überblick

Ausbildungsbetrieb (Praxis im Hafen)Berufsschule (Theorie & Hintergrundwissen)
Du lernst, Hafenfahrzeuge wie Schlepper oder Barkassen sicher in Betrieb zu nehmen, anzulegen, abzulegen und zu verholen. Dabei übst du echte Manöver unter Anleitung erfahrener Schiffsführer.Du lernst die theoretischen Grundlagen der Navigation: Kurse berechnen, Entfernungen einschätzen, Verkehrsregeln verstehen und Fahrtrouten planen.
Beim täglichen Einsatz arbeitest du mit Radar, Navigationsgeräten und Funkanlagen. Du lernst, Verkehrssituationen richtig einzuschätzen und angemessen zu reagieren.In der Schule beschäftigst du dich mit den Vorschriften der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO) und den Kollisionsverhütungsregeln (KVR), damit du Verkehrssituationen rechtlich korrekt beurteilen kannst.
Du übst das fachgerechte Festmachen von Schiffen, das Arbeiten mit Leinen und Drahtseilen sowie das Spleißen und Pflegen von Tauwerk.Du lernst physikalische Grundlagen wie Kräfte, Hebelwirkung, Auftrieb und Stabilität, also warum ein Schiff sich bei Wind oder Strömung so verhält, wie es sich verhält.
Im Maschinenraum lernst du Motoren, Pumpen und technische Anlagen kennen. Außerdem führst du einfache Wartungs- und Reinigungsarbeiten durch.Im Unterricht werden dir die technischen Grundlagen von Motoren, Elektrik und mechanischen Systemen vermittelt, damit du verstehst, wie die Technik funktioniert – nicht nur, wie man sie bedient.
Beim Güterumschlag erfährst du, wie Container, Trockengüter oder Tankladungen behandelt werden und wie Ladung gesichert wird.Du lernst, wie man Stabilität berechnet, wie Schwerpunktverlagerungen entstehen und warum eine falsche Ladungsverteilung gefährlich werden kann.
In Notfallübungen trainierst du „Mann-über-Bord“-Manöver, Brandbekämpfung und Erste Hilfe an Bord.Du erhältst theoretisches Wissen zu Sicherheitsvorschriften, Rettungsmitteln, Brandschutz und rechtlichen Verpflichtungen bei Unfällen oder Havarien.
Außerdem lernst du, wie Schlepp- und Schubverbände zusammengestellt und sicher geführt werden.In der Schule wird dir vermittelt, welche Vorschriften für Schleppverbände, Besatzung und Gütertransport gelten.
Du bekommst Einblicke in die logistischen Abläufe im Hafen von der Einsatzplanung bis zur Koordination mit anderen Schiffen.Wirtschaftliche Grundlagen helfen dir zu verstehen, wie Hafenbetriebe organisiert sind und welche Rolle dein Einsatz im gesamten Transportprozess spielt.
Bei internationalen Einsätzen kommunizierst du über Funk oder im persönlichen Gespräch auch auf Englisch.Im Unterricht vertiefst du Englischkenntnisse, insbesondere maritime Fachbegriffe und Standardsätze im Funkverkehr.
Zusätzlich lernst du Rechte und Pflichten im Betrieb, Umweltschutzmaßnahmen sowie den verantwortungsvollen Umgang mit Betriebsstoffen.Wirtschafts- und Sozialkunde vermittelt dir arbeitsrechtliche Grundlagen, betriebliche Organisation und gesellschaftliche Zusammenhänge.

Ohne Patent darfst du nicht fahren! Ähnlich wie beim Führerschein brauchst du auf dem Wasser eine offizielle Erlaubnis, um Schiffe gewerblich zu führen. Das nennt man “Patent”. In der Ausbildung lernst du die Grundlagen, aber um später als Kapitän zu arbeiten, machst du nach der Lehre dein Hafenpatent oder Binnenschifferpatent. Erst dann darfst du allein das Kommando übernehmen.

Was kann man als Hafenschiffer verdienen?

Die Bezahlung ist oft tariflich geregelt und kann sich sehen lassen. Besonders durch Zuschläge für Schicht-, Nacht- und Wochenendarbeit kommt oft noch etwas dazu.

  • Einstiegsgehalt: ca. 2.400 € bis 3.000 € brutto/Monat (plus Zuschläge).
  • Mit Berufserfahrung: Über 3.500 € sind möglich, besonders in leitenden Positionen auf großen Schiffen.

Was verdient man in der Ausbildung zum Hafenschiffer?

Die Ausbildungsvergütung ist vergleichsweise hoch (Beispiel: Tarif Arbeitsrechtliche Vereinigung Hamburg, Stand 2026):

AusbildungsjahrBruttogehalt pro Monat
1. Ausbildungsjahrca. 1.218 €
2. Ausbildungsjahrca. 1.268 €
3. Ausbildungsjahrca. 1.314 €
(Hinweis: Beispiel Hamburg (AVH-Tarif 2026) je nach Betrieb und Region leicht unterschiedlich.)

Deine Karrierewege als Hafenschiffer:in

Nach der dualen dreijährigen Ausbildung zum/zur Hafenschiffer:in stehen dir verschiedene berufliche Wege offen. Du bist dann nicht nur qualifiziert, Wasserfahrzeuge im Hafen zu bedienen, sondern hast damit eine solide Basis für weiterführende Aufgaben in der maritimen Logistik, Technik und Organisation.

Mit wachsender Erfahrung steigen deine Aufgaben, deine Verantwortung und auch die Möglichkeit, in leitende oder spezialisierte Rollen zu wechseln. Viele Entscheidungen hängen dabei von deinen persönlichen Interessen ab, ob du lieber in der Praxis an Bord, in der Planung und Organisation im Büro oder in spezialisierten Führungsfunktionen arbeiten möchtest.

Mögliche Karrierewege nach der Ausbildung

SpezialisierungWas bedeutet das konkret im Berufsalltag?
Schiffsverkehr & VerkehrslenkungIn dieser Spezialisierung konzentrierst du dich auf die sichere und effiziente Bewegung von Schiffen im Hafen. Du kennst Verkehrsregeln, Funkverfahren und Abläufe genau und sorgst dafür, dass Schiffe koordiniert ein- und auslaufen, sich nicht behindern und kritische Situationen früh erkannt werden. Dein Wissen ist besonders wichtig bei hohem Verkehrsaufkommen oder eingeschränkter Sicht.
GefahrguttransportHier dreht sich alles um den sicheren Umgang mit gefährlichen Gütern wie Chemikalien, Treibstoffen oder Gasen. Du lernst, welche Vorschriften gelten, wie Gefahrgut korrekt gekennzeichnet, transportiert und überwacht wird und was im Notfall zu tun ist. Diese Spezialisierung ist zentral für die Sicherheit von Mensch, Umwelt und Hafenanlagen.
Ladungssicherung
Bei der Ladungssicherung stellst du sicher, dass Container, Schüttgut oder Stückgut richtig verteilt und gesichert sind. Du prüfst Gewichte, Schwerpunktlage und Befestigungen, damit das Schiff stabil bleibt und nichts verrutscht. Fehler in diesem Bereich können schwere Unfälle verursachen, deshalb ist Fachwissen hier besonders wertvoll.
Arbeitssicherheit & ArbeitsschutzIn diesem Bereich achtest du darauf, dass Arbeitsabläufe sicher gestaltet sind. Du kennst Schutzmaßnahmen, Sicherheitsvorschriften und persönliche Schutzausrüstung und sorgst dafür, dass diese eingehalten werden. Außerdem hilfst du dabei, Gefahren frühzeitig zu erkennen und Arbeitsplätze sicherer zu machen.
Unfallverhütung & SicherheitsmanagementDiese Spezialisierung geht einen Schritt weiter: Du analysierst Arbeitsunfälle oder Beinahe-Unfälle, entwickelst Maßnahmen zur Vermeidung und schulst Kolleginnen und Kollegen im sicheren Verhalten. Damit trägst du aktiv dazu bei, Risiken im Hafenbetrieb dauerhaft zu senken.

Welche Weiterbildung passt zu dir?

WeiterbildungWas lernst du dort und welche Türen öffnen sich dadurch?
Binnenschiffermeister:inDiese Weiterbildung ist der klassische Schritt in die Führungsverantwortung auf dem Wasser. Du vertiefst dein Wissen in Navigation, Schiffsführung, Sicherheitsmanagement und Rechtsvorschriften. Zusätzlich lernst du betriebswirtschaftliche Grundlagen und Mitarbeiterführung. Als Meister:in darfst du ausbilden und kannst als verantwortliche:r Schiffsführer:in größere Einheiten übernehmen oder leitende Positionen in Hafen- oder Reedereibetrieben anstreben.
Logistikmeister:inHier verschiebt sich dein Fokus stärker in Richtung Organisation und Steuerung von Transport- und Umschlagsprozessen. Du lernst, Personal zu koordinieren, Arbeitsabläufe effizient zu gestalten und wirtschaftlich zu planen. Themen wie Qualitätsmanagement, Kostenrechnung und Prozessoptimierung spielen eine große Rolle. Diese Weiterbildung eignet sich besonders, wenn du später im Hafenmanagement oder in der Disposition arbeiten möchtest.
Technische:r Fachwirt:inDiese Weiterbildung verbindet technisches Wissen mit kaufmännischem Know-how. Du beschäftigst dich mit Produktionsplanung, Controlling, Investitionsrechnung und Führungskompetenzen. Gleichzeitig baust du dein technisches Verständnis weiter aus. Das qualifiziert dich für Schnittstellenpositionen zwischen Technik und Verwaltung, etwa als Betriebsleiter:in, Projektkoordinator:in oder in der technischen Organisation größerer Hafenbetriebe.

Studium nach der Ausbildung – geht das als Hafenschiffer:in?

Ja, das geht! Mit abgeschlossener Berufsausbildung und entsprechender Berufserfahrung kannst du je nach Bundesland auch ohne klassisches Abitur studieren. Besonders mit einer Meister- oder Fachwirt-Weiterbildung stehen dir viele Türen offen.

Ein Studium ist vor allem dann sinnvoll, wenn du später:

  • Führungsverantwortung übernehmen möchtest
  • in die Reederei- oder Hafenleitung willst
  • dich technisch spezialisieren willst
  • oder in Planung, Entwicklung und Management arbeiten möchtest

Hier sind Studiengänge, die besonders gut zu deiner Ausbildung passen:

Passende Studiengänge im Überblick

StudiengangWas lernst du dort konkret?Wohin kann dich das führen?
NautikHier vertiefst du Navigation, Seerecht, Meteorologie, Schiffssicherheit und moderne Navigationssysteme. Du lernst, große Schiffe professionell zu führen und komplexe Manöver zu planen.Tätigkeiten als Nautische:r Offizier:in, Kapitän:in in der See- oder Binnenschifffahrt oder in leitenden Positionen im maritimen Bereich.
Schiffs- & ReedereimanagementDer Schwerpunkt liegt auf Betriebswirtschaft, Personalführung, Charterverträgen, Kostenrechnung und internationalem Seerecht. Du lernst, wie Reedereien wirtschaftlich arbeiten.Führungspositionen in Reedereien, Hafenbetrieben oder Logistikunternehmen, z.B. als Betriebsleiter:in oder im Flottenmanagement.
HafenwirtschaftDu beschäftigst dich mit Hafenorganisation, Umschlagprozessen, Infrastrukturplanung und internationalem Warenverkehr.Managementfunktionen in Hafenbetrieben, Terminalgesellschaften oder Hafenverwaltungen.
SchiffsbetriebstechnikHier geht es tief in die Technik: Antriebssysteme, Maschinenanlagen, Elektrotechnik und Wartung komplexer Schiffssysteme stehen im Mittelpunkt.Technische Leitung, Inspektor:in für Schiffsanlagen oder Tätigkeiten im technischen Management von Reedereien.
Schiffbau & MeerestechnikDu lernst Konstruktion, Werkstoffkunde, Strömungslehre und moderne Fertigungsmethoden. Auch Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle.Entwicklung und Konstruktion von Schiffen, Arbeit in Werften oder in der maritimen Forschung.
Logistik / Supply-Chain-ManagementHier geht es um weltweite Warenströme, Transportketten, Prozessoptimierung und digitale Logistiksysteme.Führungspositionen im internationalen Transport- und Logistikmanagement, auch außerhalb der Schifffahrt.
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