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Bachelor of Science - Lebensmitteltechnologie

  • Erwünschter Schulabschluss: Hochschulreife
  • Ausbildungsdauer: 3 - 5 Jahre je nach Art des gewählten Studiums
  • Ausbildungsvergütung & -kosten: Abhängig von der gewählten Art des Studiums
  • Ausbildungsart: duales Studium

Stell dir vor: Du stehst im weißen Laborkittel mit Schutzbrille und Reagenzglas bewaffnet in einem Labor, irgendwo im Gebäude eines Süßwarenherstellers wie bei Willy Wonka, und kreierst dort eine neue Art von Praline, die so berühmt wird wie Duplo. 

Oder vielleicht passt zu dir eher die Rolle, die Produktion dieser Praline später zu organisieren, überwachen und dafür zu sorgen, dass sie auch tatsächlich im Supermarkt ankommt, damit sie berühmt werden kann… so oder so, wenn du in deinem Berufsalltag wissenschaftlich, wirtschaftlich oder technisch mit Lebensmitteln arbeiten möchtest, dann bist du hier genau richtig!

Was macht ein Lebensmitteltechnologe?

Lebensmitteltechnologe oder Lebensmitteltechnologin kannst du dich nennen, wenn du das duale Studium “Lebensmitteltechnologie” mit dem Abschluss Bachelor of Science abgeschlossen hast. Hierfür gibt es unterschiedliche Wege, das erklären wir dir weiter unten noch. Erst einmal wollen wir uns anschauen, was man als Lebensmitteltechnologe im Arbeitsalltag eigentlich so macht. 

Die meisten Lebensmitteltechnologen arbeiten natürlich in produzierenden Lebensmittelbetrieben, aber es gibt auch Stellen in der Pharma- oder Kosmetikindustrie, in Forschungslaboren oder auch bei gemeinnützigen Organisationen. Du erwirbst im Studium nämlich ein sehr breit gefächertes Wissen aus den unterschiedlichsten Bereichen.

Wissenschaftliche Aufgabenbereiche

Das Studium qualifiziert dich für eine Karriere in Labor und Forschung. Du kannst also etwa an der Produktentwicklung für neue Lebensmittel oder Getränke mitarbeiten. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass du versuchst, sie haltbarer zu machen, oder dass du eine Geschmacksrichtung kreierst. Du kannst direkt in einem Unternehmen arbeiten, das selbst an neuen Produkten forscht, aber auch in einem Institut - vielleicht könntest du ein solches Forschungsinstitut sogar einmal leiten! Außerdem könntest du auch in die Lebensmittelüberwachung gehen - schließlich werden in Deutschland alle Nahrungsmittel und Getränke sorgfältig und regelmäßig geprüft.

Wirtschaftliche Aufgabenbereiche

Wenn der Laborkittel nicht das richtige für dich ist, kannst du dich auch ganz in die Projektplanung, Prozessoptimierung und allgemeine betriebliche Organisation stürzen. Einkauf der Ressourcen, Marketing für ein neues Produkt oder auch der Vertrieb könnten in diesem Fall deinen Arbeitsalltag ausmachen. 

Immerhin stecken hinter jedem neuen Getränk oder Nahrungsmittel eine ganze Bandbreite an notwendigen wirtschaftlichen Prozessen. Die Marktforschung muss herausfinden, welche neuen Produkte die Verbraucher eigentlich wünschen - zum Beispiel eine vegane Bratwurst. Die Produktentwickler müssen diese dann erfinden, die Techniker sie produzieren und der Vertrieb sie verkaufen. Und du als Lebensmitteltechnologe kannst mittendrin dabei sein und alle Schritte koordinieren.  

Technische Aufgabenbereiche

Wenn du dich mit dem Berufsfeld rund um Lebensmitteltechnologie und Lebensmitteltechnik schon ein bisschen beschäftigt hast, dann ist dieser Teilbereich keine Überraschung für dich. Lebensmittel müssen nämlich nicht nur erfunden und verkauft werden, erst einmal müssen sie überhaupt produziert werden. Das machen heutzutage meist Maschinen und große Anlagen, für deren Planung und Umsetzung unter anderem auch Lebensmitteltechnologinnen zuständig sind. Außerdem fällt in ihre Zuständigkeit die Qualitätskontrolle und Einhaltung aller Vorschriften für Lebensmittelsicherheit. 

Deine Ausbildung – Von süß bis salzig

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    Für Naschkatzen und Leckerschmecker

    Du möchtest anderen das Leben versüßen und das am besten noch beruflich? Du hättest gerne einen Tarifvertrag und Weihnachtsgeld schon während der Ausbildung? Dann kannst du hier alles über die Berufe und Karrierechancen in der Süßwarenindustrie erfahren. Egal ob Süßwarentechnologe, Industriekaufmann oder Fachkraft für Lagerlogistik - in dieser Branche findest du bestimmt eine Ausbildung, die zu dir passt.

Was solltest du für das Studium mitbringen?

Ganz zuvorderst natürlich eine Begeisterung für Naturwissenschaften und Lebensmittel. Außerdem sollte dir das Lernen an sich Spaß machen, denn auch wenn ein duales Studium viel praxisnäher ist, als ein klassisches Hochschulstudium, ist natürlich sehr viel Theorie mit dabei. 

Schulische Voraussetzungen

Um dich an einer Uni einschreiben zu können, benötigst du in der Regel die Hochschulreife. Dabei ist es in diesem Fall egal, ob es sich um die Fachhochschulreife oder die Allgemeine Hochschulreife handelt. Du kannst aber auch mit einem anderen Schulabschluss studieren gehen, nämlich dann, wenn du dich durch deine Berufserfahrung und Weiterbildungen qualifizierst. Beispielsweise kannst du mit der Weiterbildung “Techniker - Fachrichtung Lebensmitteltechnik” ein Lebensmitteltechnologiestudium antreten. 

Je nach gewähltem Studienweg und Hochschule kommen auch noch weitere Voraussetzungen hinzu wie zum Beispiel ein Pflichtpraktikum. Das erfährst du am besten direkt bei der Hochschule, für die du dich entscheidest. Folgende Schulfächer sind außerdem sinnvoll für dich:

  • Chemie & Bio: Gerade im Bereich Produktentwicklung und Forschung sind chemische Prozesse dein ständiger Begleiter. Gute Noten in diesen Fächern bringen dich also auf jeden Fall weiter
  • Mathe: Vor allem wenn du in Verwaltung, Einkauf, Marketing oder Vertrieb gehen willst, brauchst du gute Mathekenntnisse

Interessen

Wie schon gesagt: Naturwissenschaften und Lebensmittel sollten dein Ding sein, um dieses Studium zu ergreifen. Abgesehen davon sind deine spezifischen Vorlieben vor allem dafür wichtig, wie genau du dir dein Studium zusammenstellst.

Von deinen Interessen hängt zum einen ab, welche Schwerpunkte du in deinem Studium wählst. In jedem Studium gibt es nämlich Pflichtfächer, die alle Studierenden absolvieren müssen, und Wahlfächer, bei denen du dir deine Module aussuchen kannst. Diese Wahlfächer befinden sich eher am Ende des Studiums, damit du erst einmal das nötige Grundwissen erwerben kannst. 

Findest du eher Gärungsprozesse bei der Alkoholherstellung spannend, oder doch lieber die Erzeugung von Energie durch Biorohstoffe? Zieht es dich mehr in ein Labor, oder in die Welt der Zahlen und Statistiken? 

Dies ist auch wichtig bei der Wahl deiner Hochschule! Denn auch wenn du überall den gleichen Bachelorabschluss erwirbst, hat jede Uni doch ihre eigenen Schwerpunkte und Möglichkeiten. Schau dir also im Vorfeld die Möglichkeiten an der jeweiligen Universität genau an, damit du auch wirklich das lernen kannst, was dir Spaß macht. 

Soft Skills

Unter Soft Skills versteht man persönliche Eigenschaften, die für einen Beruf von Bedeutung sein können. Wenn du als Lebensmitteltechnologe arbeiten möchtest, musst du zum Beispiel sehr sorgfältig und genau sein. Du solltest auch Führungsqualitäten mitbringen, zum Beispiel Empathie, Selbstreflexion, Konfliktfähigkeit oder Kommunikationskompetenz. 

Wie läuft das Studium Lebensmitteltechnologie ab?

Wenn du alle erforderlichen Voraussetzungen erfüllst, um dich an einer der Unis einzuschreiben, musst du zwei Dinge entscheiden. Ersten: Welche Hochschule soll es werden? Zweitens: Auf welche Art und Weise möchtest du studieren? Es gibt nämlich prinzipiell zwei Wege, wie ein duales Studium ablaufen kann.

Ausbildungsbegleitendes Duales Studium zum Lebensmitteltechnologen

Wie der Name es schon verrät: Bei dieser Art zu studieren, machst du gleichzeitig eine Ausbildung UND erwirbst einen Hochschulabschluss. Du bist also länger damit beschäftigt, als wenn du nur eines von beidem machst, hast aber am Ende auch zwei Abschlüsse, die aufeinander aufbauen und dir gute Karrierechancen ermöglichen. 

Wie läuft das ausbildungsbegleitende Studium ab?

Die Details sind natürlich abhängig von der jeweiligen Hochschule. Ihnen allen ist aber gleich, dass die Berufsausbildung in die Studienzeit integriert ist. Das bedeutet, dass du während der Zeit deiner Lehre sowohl die Hochschule als auch die Berufsschule besuchen wirst, und auch Phasen hast, in denen du im Betrieb arbeitest. 

Klingt erstmal ganz schön viel, aber natürlich achten die Schulen darauf, dass alle gut ineinander greift und du wirklich eins nach dem anderen lernst. Eine gewisse Flexibilität musst du aber schon mitbringen. 

Ein weiterer Vorteil dieses Ausbildungsweges ist es, dass du das gleiche Gehalt wie ein regulärer Azubi bekommst - so kannst du dir dein Studium einfach finanzieren!

Welche Ausbildungen kann ich mit dem Studium Lebensmitteltechnologie kombinieren?

  • An der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe:
    Ausbildung Süßwarentechnolog:in; Bachelor Lebensmitteltechnologie mit Schwerpunkt Back- und Süßwarentechnologie
  • An der Hochschule Neubrandenburg:
    Ausbildungen Süßwarentechnolog:in, Milchtechnolog:in, Fachkraft für Lebensmitteltechnik; Bachelor Lebensmitteltechnologie
  • An der Hochschule Niederrhein
    Ausbildung Süßwarentechnolog:in; Bachelor Lebensmittelwissenschaften

Praxisintegriertes Duales Studium zum Lebensmitteltechnologen

Diese Art des Studiums verbindet das Lernen an der Hochschule mit intensiven Praxisphasen, in denen das Gelernte angewendet werden kann. Da es sich hier um ein reines Studium handelt, hast du zum Teil andere Voraussetzungen, zum Beispiel das schon erwähnte Pflichtpraktikum. Oder aber, du kannst dich mit einer bereits abgeschlossenen Berufsausbildung aus dem Bereich der Lebensmittelindustrie bewerben. 

Dieser Weg ist also besonders interessant für dich, wenn du erst einmal in Ruhe deine Ausbildung machen möchtest, und erst hinterher studieren. Der Vorteil dabei ist, dass du dich zuerst auf deine Lehre konzentrieren kannst und mehr Freizeit und Erholungsphasen hast. Natürlich wirst du auf diesem Weg insgesamt mehr Zeit benötigen und du musst dich auch Gedanken machen, die du das Studium finanzieren kannst, wenn du kein Ausbildungsgehalt bekommst. 

Aber: Auch bei dieser Art des Studiums kann dir zumindest ein kleines Gehalt winken, denn schließlich finden die Praxisphasen ja in einem Unternehmen statt, bei dem du dich bewirbst, und das dir eine kleine Vergütung zahlen wird. Diese wird aber vermutlich geringer ausfallen, als ein Ausbildungsgehalt. 

Was sind die Inhalte des Dualen Studiums Lebensmitteltechnologie?

Dein genauer Stundenplan richtet sich nach der gewählten Hochschule und deinen Schwerpunkten. Vor allem beim Grundlagenwissen ähneln sich die Studienangebote aber alle, schließlich ist die Idee eines Bachelor-Abschlusses, dass die Lerninhalte möglichst einheitlich sind. Du wirst zum Beispiel folgende Dinge lernen:

  • Anorganische Chemie
  • Lebensmittelkunde
  • Grundlagen in Technik, Mathematik und Physik
  • Verpackung
  • Ver- und Entsorgung
  • Lebensmittelrecht
  • Haltbarmachung von Lebensmitteln
  • Qualitätsmanagement
  • BWL / Management

… und noch vieles mehr! Du lernst hier wirklich die gesamte Bandbreite an Grundlagenwissen, um dich für die verschiedenen Ausrichtungen der Lebensmitteltechnologin zu qualifizieren. Und mit den Fächern und Modulen, die du selbst auswählen kannst, kannst du deinen Schwerpunkt auch in die Richtung steuern, in der du später arbeiten möchtest.

Außerdem kannst du dich je nach Angebot der Hochschule auch auf bestimmte Lebensmittel- oder Getränkearten spezialisieren. Zum Beispiel auf Fleischtechnologie, Süßwarentechnologie oder Getränketechnologie. Das hängt ganz von deinen Vorlieben ab. 

Gehalt / Finanzierung des Studiums

Wir haben es schon einmal angesprochen: Je nach deinem gewählten Ausbildungsweg hast du andere Finanzierungsmöglichkeiten. 

  • Beim ausbildungbegleitenden Studium bekommst du ganz normal ein Ausbildungsgehalt. Das hängt von deinem gewählten Ausbildungsbetrieb und Ausbildungsberuf statt. Wirst du zum Beispiel Süßwarentechnolog:in, dann winkt dir ein Gehalt von ca. 855,- bis 1200,- Euro, je nach Bundesland und Ausbildungsjahr. 
  • Beim praxisintegrierten Studium bekommst du ein kleines Gehalt vom Betrieb, in dem du deine Praxisphasen absolvierst. Und das ist völlig abhängig vom Unternehmen. Vielleicht sind es 400 Euro, vielleicht auch 1000 - das solltest du vorab herausfinden und einplanen, die du dir das Studium finanzieren kannst. 

Kosten und Fördermöglichkeiten

In der Regel fallen beim Studium an einer Hochschule Semestergebühren an. Die sind zum Beispiel gedacht für die Studierendenvertretung, Zuschüsse zum Mensaessen oder in manchen Fällen auch ein Semesterticket für öffentliche Verkehrsmittel. Außerdem musst du natürlich deine Lebenshaltungskosten wie Miete (falls du nicht mehr bei den Eltern wohnst), Strom und Essen bezahlen können. 

Falls deine Eltern dich nicht unterstützen können, gibt es folgende Fördermöglichkeiten: 

  • BAföG: Dies ist eine staatliche Förderung, von der du am Ende nur die Hälfte des erhaltenen Geldes zurückzahlen musst
  • Stipendien: Bei besonders guten Leistungen in Studium oder Beruf kannst du auch schauen, ob du dich für ein Stipendium qualifizierst. Du bekommst dann quasi Geld für besonders gute Leistungen geschenkt. 
  • Studien- oder Bildungskredite: Manche Kreditinstitute bieten zur Finanzierung eines Studiums Kredite zu besonders günstigen Konditionen an. Dieses Geld musst du aber nach deinem Abschluss komplett wieder zurückzahlen. Es fallen außerdem Zinsen an - diese sind aber meist geringer als bei “normalen” Krediten.

Berufseinstieg und Perspektiven

Wenn du deinen B.A. und eventuell auch noch deine Ausbildung in der Tasche hast, sind deine beruflichen Perspektiven sehr vielversprechend. Die Lebensmittelindustrie ist ein großer Wirtschaftszweig in Deutschland und egal ob du in die Fleischindustrie, Gemüseindustrie oder Süßwarenindustrie gehen möchtest, gut ausgebildete Fachkräfte werden überall dringend gesucht. 

Auch in anderen Industriezweigen wie der Pharmaindustrie oder Kosmetikindustrie sind Lebensmitteltechnologen und Lebensmitteltechnologinnen gefragt. Und dann gibt es auch noch weitere Berufsmöglichkeiten, zum Beispiel als Lebensmittelkontrolleur für eine Behörde, in der Forschung in einem Labor oder auch in gemeinnützigen Organisationen. Du siehst also: Deine Chancen, einen spannenden Beruf zu finden, stehen echt gut!

Was verdient ein Lebensmitteltechnologe?

Weil es so viele unterschiedliche Möglichkeiten gibt, was du mit diesem Studienabschluss machen kannst, kann man diese Frage nicht einfach pauschal beantworten. Tatsache ist aber, dass du mit diesem Bachelorabschluss in höhere Positionen in Unternehmen aufsteigen kannst, z.B. Leitungs- und Managementpositionen. Das bietet dir insgesamt gute Gehaltsperspektiven. 

Außerdem ist das Gehalt immer vom konkreten Betrieb, der Branche und dem Bundesland abhängig - und natürlich deiner Berufserfahrung! Wenn du in einer Branche mit Tarifverträgen arbeitest, kannst du schon im Vorfeld genau herausfinden, was du ausgezahlt bekommen wirst. Um dir aber eine ungefähre Richtung zu nennen, kannst du davon ausgehen, dass du zwischen 3000 und 6000 Euro im Monat verdienen kannst.

Der Bachelor of Science - Lebensmitteltechnologie in 20 Sekunden

  • Duales Studium, das entweder ausbildungsbegleitend oder praxisorientiert studiert werden kann
  • Dauer ca. 3-5 Jahre
  • Gute Karrierechancen durch starken Wirtschaftszweig Lebensmittel
  • Einstiegsgehalt bei ca. 3000 - 3500 Euro im Monat