Holzbildhauer/in - Ausbildung und Beruf

Holzbildhauer/in - Ausbildung und Beruf
  • Ausbildungsart
    Duale Ausbildung
  • Ausbildungsdauer
    3 Jahre
  • Erwünschter Schulabschluss
    Hauptschulabschluss
  • Ausbildungsvergütung
    649€ - 1.080€ im ersten Jahr, 820€ - 1.220€ im dritten Jahr

Der Beruf Holzbildhauer/in in 20 Sekunden

  • Aufgaben: Du entwirfst Skulpturen und Reliefs, wählst Holz aus, schnitzt und formst es mit traditionellen und je nach Betrieb modernen Werkzeugen, veredelst Oberflächen und restaurierst ggf. alte Holzkunstwerke.
  • Was ist besonders: Die Verbindung von Kunst und Handwerk – du erschaffst etwas Einzigartiges, das Generationen überdauern kann.
  • Passt zu dir, wenn du kreativ bist, gerne mit den Händen arbeitest, Geduld und ein Auge für Details hast und dich für Kunst und Geschichte interessierst.

Holz ist ein lebendiges Material mit Geschichte. Seit Jahrhunderten verwandeln Holzbildhauer Baumstämme in Kunstwerke von religiösen Skulpturen in Kirchen über moderne Installationen bis hin zu kunstvoll geschnitzten Möbeln. Dieser Beruf ist eine einzigartige Mischung aus Kunst, Handwerk und Tradition: Du arbeitest mit deinen Händen, erschaffst etwas Bleibendes und bringst deine eigene kreative Vision zum Ausdruck.

Als Holzbildhauer:in bist du Künstler.in und Handwerker:in zugleich. Du entwirfst Skizzen, wählst das passende Holz aus, arbeitest mit Schnitzeisen, Klüpfel und modernen Maschinen und veredelst Oberflächen. Das Ergebnis: einzigartige Skulpturen, Reliefs oder Ornamente, die Menschen berühren und Räume prägen. Ob du für Kirchen, Museen, Privatpersonen oder als freischaffende:r Künstler:in arbeitest – deine Arbeit verbindet Vergangenheit und Gegenwart.

Was genau machen Holzbildhauer?

Dein Job ist es, aus Holz dreidimensionale Kunstwerke und Gebrauchsgegenstände zu schaffen von der ersten Idee bis zur fertigen Skulptur.

AufgabeWorum geht’s konkret?
Entwerfen & PlanenDu entwickelst eine Formidee – frei oder nach Kundenauftrag. Dazu gehören Skizzen (analog oder digital), Maßangaben, Proportionen und die Klärung von Stil, Motiv und Budget. Häufig erstellst du Modelle/Maquetten (z. B. aus Ton oder Gips), um Formen und Licht-Schatten-Wirkung vorab zu prüfen. Bei Aufträgen berätst du Kundschaft zu Machbarkeit, Holzart, Oberfläche und Montage.
Holz auswählen & vorbereitenDu wählst Holz passend zu Zweck und Optik: z. B. Linde (weich, sehr gut schnitzbar), Eiche (hart, robust, markante Struktur) oder andere Hölzer je nach gewünschter Wirkung. Du prüfst Faserverlauf, Astlöcher, Risse, Feuchtegrad und entscheidest, ob massives Holz reicht oder mehrere Teile verleimt werden (wichtig bei großen Skulpturen). Danach wird zugeschnitten (z. B. Bandsäge/Kettensäge) und grob vorgeformt.
Grobform herstellenBevor es „fein“ wird, entsteht die Grundform: Du arbeitest Volumen heraus, legst Achsen/Proportionen fest und entfernst Material zügig z. B. mit Säge, Beitel, großen Eisen, Raspeln oder (bei großen Arbeiten) Motorsäge. Ziel: Eine stabile, stimmige Basis, auf der Details später sauber aufgebaut werden können.
Schnitzen & Formen (Feinarbeit)Jetzt kommt Präzision: Mit Schnitzeisen, Klüpfel, Messern, Hohleisen, Raspeln/Feilen arbeitest du Details heraus – Gesichtszüge, Falten, Ornamente, Schrift, Reliefhöhen. Du beachtest permanent den Faserverlauf, damit nichts ausreißt. Je nach Objekt entstehen Reliefs, Figuren, Zierelemente, Inschriften oder funktionale Teile (z. B. Aufsätze, Verkleidungen).
Schleifen, Kanten, ÜbergängeNach dem Schnitzen werden Flächen geglättet und Übergänge verfeinert. Du entscheidest bewusst, ob Spuren sichtbar bleiben sollen (künstlerische Textur) oder ob eine sehr glatte Oberfläche gewünscht ist (z. B. bei Schrift/Ornament). Dabei nutzt du Schleifmittel in abgestuften Körnungen und kontrollierst die Wirkung bei unterschiedlichem Licht.
Moderne Techniken nutzen (optional)Je nach Betrieb/Projekt können digitale Entwurfsprogramme (CAD) oder maschinelle Vorarbeiten sinnvoll sein (z. B. Fräsen/Schablonen, Serienornamente). Wichtig ist: In diesem Beruf bleibt Handarbeit zentral. Technik unterstützt, ersetzt aber selten die künstlerische Feinform.
Oberflächen veredeln & schützenDu wählst eine Oberflächenbehandlung passend zu Nutzung/Standort: Ölen/Wachsen für natürliche Haptik, Lasieren für farbige Transparenz, Patinieren für „gealterte“ Wirkung, Bemalen/Fassung für dekorative oder historische Optik. Gleichzeitig schützt du das Werk vor Feuchte, UV, Schmutz und mechanischer Belastung, besonders wichtig bei Außenobjekten.
Restaurieren & Konservieren (je nach Schwerpunkt)In Werkstätten mit Denkmal-/Kirchenbezug arbeitest du an historischen Skulpturen, Altarteilen, Ornamenten: Schäden dokumentieren, lockere Teile stabilisieren, Fehlstellen ergänzen, alte Fassungen reinigen/retuschieren, oft mit Blick auf Vorgaben der Denkmalpflege. Hier sind Sorgfalt und Materialkenntnis besonders wichtig.
Montage, Transport & VerankerungViele Arbeiten müssen sicher an ihren Standort: Du planst Transport (Schutz, Gewicht, Tragepunkte) und Montage. Bei Installationen (Kirchen, öffentliche Räume, Außenbereich) geht es um stabile Befestigungen, Unterkonstruktionen und sichere Verankerung, damit das Werk langfristig hält und niemand gefährdet wird.

Wo kann man als Holzbildhauer arbeiten?

Du bist meist in Werkstätten oder Ateliers anzutreffen, begleitest aber auch Montagen vor Ort oder präsentiere deine Werke auf Ausstellungen.

Überall dort, wo Holzkunst geschaffen, restauriert oder verkauft wird.

EinsatzmöglichkeitWas macht man hier konkret?
Handwerksbetriebe für HolzbildhauereiIn klassischen Holzbildhauer-Werkstätten arbeitest du an Einzelstücken oder kleinen Serien. Du fertigst Skulpturen, Figuren, Reliefs, Schriftzüge oder dekorative Elemente nach Kundenauftrag oder nach eigenen Entwürfen. Oft entstehen hier individuelle Arbeiten für Privatpersonen, Kirchen, öffentliche Gebäude oder Firmen. Du bist von der Planung bis zur Oberflächenbehandlung in alle Schritte eingebunden.
RestaurierungswerkstättenHier geht es um den Erhalt historischer Holzkunstwerke. Du restaurierst alte Skulpturen, Altäre, Heiligenfiguren oder kunstvoll geschnitzte Möbel. Dabei entfernst du Schäden, ergänzt fehlende Teile und stabilisierst das Material. Wichtig ist hier besonders sorgfältiges Arbeiten, denn du greifst in wertvolle Kulturgüter ein, meist in enger Abstimmung mit Restaurator:innen oder der Denkmalpflege.
Eigenes Atelier / SelbstständigkeitViele Holzbildhauer:innen machen sich selbstständig. Das bedeutet: Du entwickelst eigene Werke, nimmst Aufträge an, kalkulierst Preise und organisierst Verkauf und Marketing selbst. Deine Arbeiten kannst du über Galerien, Ausstellungen, Kunstmärkte oder Online-Plattformen verkaufen. Neben handwerklichem Können brauchst du hier auch unternehmerisches Denken.
Museen & DenkmalpflegeIn diesem Bereich arbeitest du an der Erhaltung und Dokumentation von Kulturgütern. Du restaurierst oder rekonstruierst historische Holzarbeiten und dokumentierst jeden Arbeitsschritt genau. Häufig arbeitest du im Team mit Restaurator:innen, Kunsthistoriker:innen oder Architekt/innen. Hier steht der Schutz des Originals im Mittelpunkt.
Theater, Film & BühnenbauFür Theaterproduktionen, Opern oder Filmsets werden Requisiten, Bühnenbilder oder dekorative Bauelemente aus Holz benötigt. Als Holzbildhauer:in gestaltest du beispielsweise geschnitzte Fassaden, historische Möbel oder dekorative Details für Kulissen. Die Arbeit ist oft projektbezogen und erfordert Kreativität sowie Flexibilität, da Zeitpläne eng sein können.
Kirchliche EinrichtungenViele Holzbildhauer:innen arbeiten für Kirchen oder kirchliche Einrichtungen. Hier entstehen religiöse Skulpturen, Altarelemente oder Restaurierungsarbeiten. Traditionelle Techniken spielen hier eine große Rolle.
Kunst- und Designprojekte im öffentlichen RaumSkulpturen für Parks, Plätze oder Gebäude entstehen oft in Zusammenarbeit mit Städten oder Architekturbüros. Du entwickelst großformatige Arbeiten, die Wind und Wetter standhalten müssen. Hier sind Kenntnisse über Materialschutz besonders wichtig.

Wie kann man Holzbildhauerin werden?

Vielleicht zeichnest du gern, schnitzt in deiner Freizeit, baust Dinge aus Holz oder hast Spaß daran, aus einem einfachen Material etwas Eigenes zu erschaffen. Oder du interessierst dich für Kunst, Skulpturen, Kirchen, alte Gebäude oder historische Figuren und fragst dich, wie so etwas überhaupt entsteht.

Der Beruf Holzbildhauer:in passt besonders gut zu Menschen, die kreativ sind, geduldig arbeiten können und ein gutes Gefühl für Formen und Materialien haben. Es geht nicht nur um Kunst, sondern um präzises Handwerk, räumliches Denken und einen sehr sorgfältigen Umgang mit Werkzeugen und Holz. Schulische Voraussetzungen spielen eine Rolle, aber noch wichtiger sind handwerkliches Talent, künstlerisches Interesse und die Bereitschaft, sich intensiv mit einem Werkstück auseinanderzusetzen.

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe Auszubildende mit mittlerem Schulabschluss ein. Häufig erwarten Betriebe zusätzlich eine Bewerbungsmappe mit eigenen Arbeiten, zum Beispiel Zeichnungen, Skizzen oder Fotos von geschnitzten oder modellierten Objekten. Sie zeigt, dass du echtes Interesse am Beruf mitbringst.

Und was solltest du dafür konkret mitbringen?

Quick-Check: Beruf Holzbildhauer/in – Könnte das was für dich sein?

  • 🪵 Du arbeitest gern praktisch. Mit Werkzeugen, Materialien und deinen Händen fühlst du dich wohler als nur mit Theorie.
  • 🎨 Du hast ein künstlerisches Gespür. Du zeichnest, gestaltest oder hast Spaß daran, Formen und Figuren zu entwerfen.
  • 🧠 Du kannst dich gut konzentrieren. Auch bei längeren Arbeiten bleibst du ruhig, aufmerksam und fokussiert.
  • 👀 Du achtest auf Details. Kleine Unebenheiten oder Ungenauigkeiten fallen dir auf und du willst sie verbessern.
  • Du bringst Geduld mit. Dir ist klar, dass saubere handwerkliche Arbeit Zeit braucht.
  • 📐 Räumliches Denken liegt dir. Du kannst dir vorstellen, wie aus einer Skizze eine dreidimensionale Figur wird.
  • 💪 Körperliche Arbeit ist für dich okay. Langes Stehen, Schleifen oder das Arbeiten mit schweren Holzstücken schrecken dich nicht ab.
  • 🛠️ Du gehst sorgfältig mit Werkzeugen um. Sicherheit und Genauigkeit sind dir wichtig.

Wenn du beim Lesen öfter gedacht hast: „Das passt ziemlich gut zu mir“, dann lohnt es sich, den Beruf Holzbildhauer:in genauer kennenzulernen!

Welche Skills braucht man als Holzbildhauer:in?

FähigkeitWozu braucht man das im Beruf?Wie kann man darin besser werden?
Künstlerisches Talent & FormgefühlDu entwirfst Skulpturen, Figuren oder Ornamente und musst Proportionen, Ausdruck und Stil sicher einschätzen können.Regelmäßig zeichnen, modellieren, Museen besuchen, Kunst analysieren und eigene Projekte umsetzen.
Handwerkliches GeschickBeim Schnitzen, Formen und Bearbeiten von Holz kommt es auf saubere, kontrollierte Handgriffe an.Werken, Heimwerken, Schnitzen (z. B. Seife, Speckstein), schulische Werkprojekte nutzen.
Feinmotorik & FingerspitzengefühlKleine Details wie Gesichtszüge, Falten oder Ornamente erfordern millimetergenaue Arbeit.Basteln, Modellbau, Arbeiten mit Ton oder filigranen Materialien.
Räumliches VorstellungsvermögenDu überträgst Zeichnungen in dreidimensionale Formen und musst abschätzen, wie viel Material du abtragen kannst.3D-Puzzles, Modellieren, Zeichnen aus verschiedenen Perspektiven.
Geduld & AusdauerViele Werkstücke entstehen über Wochen oder Monate und müssen Schritt für Schritt ausgearbeitet werden.Längere Projekte bewusst zu Ende bringen und Zwischenziele setzen.
Sorgfalt & GenauigkeitEin falscher Schnitt kann das gesamte Werkstück ruinieren, besonders bei Restaurierungsarbeiten.Langsames, kontrolliertes Arbeiten üben und Ergebnisse regelmäßig überprüfen.
MaterialverständnisUnterschiedliche Holzarten verhalten sich verschieden – das musst du bei der Bearbeitung berücksichtigen.Informationen über Holzarten sammeln und praktische Erfahrungen mit verschiedenen Materialien machen.
Auge-Hand-KoordinationBeim Schnitzen, Schleifen und Nacharbeiten müssen Augen und Hände perfekt zusammenspielen.Regelmäßiges handwerkliches Arbeiten und Üben von präzisen Bewegungen.
Körperliche BelastbarkeitDu arbeitest oft im Stehen, setzt Kraft ein und bearbeitest teilweise schwere Holzstücke.Bewegung im Alltag, Sport und körperliche Aktivität.
SicherheitsbewusstseinScharfe Werkzeuge und Maschinen erfordern umsichtiges und verantwortungsvolles Arbeiten.Sicherheitsregeln lernen und konsequent einhalten, besonders im Werkunterricht.
KonzentrationsfähigkeitUnachtsamkeit kann zu Verletzungen oder Fehlern im Werkstück führen.Ablenkungsfreies Arbeiten trainieren, z. B. beim Zeichnen oder Schnitzen.
Eigenständiges ArbeitenViele Arbeitsschritte planst und kontrollierst du selbst vom Entwurf bis zum fertigen Objekt.Verantwortung für eigene Aufgaben übernehmen und Projekte selbstständig umsetzen.

Interessen-Check: Was sollte einen am Beruf Holzbildhauer:in interessieren?

Holzbildhauer:in zu werden bedeutet mehr, als nur „gern kreativ zu sein“. Entscheidend ist, ob dich Material, Arbeitsweise und Inhalte des Berufs wirklich langfristig interessieren. Denn du arbeitest täglich sehr intensiv, konzentriert und oft über längere Zeit an einem einzigen Werkstück.

Die folgenden Interessen helfen dir einzuschätzen, ob der Beruf zu dir passt:

InteresseWozu ist das im Beruf wichtig?Woran merkst du, dass das zu dir passt?
Kunst & GestaltungHolzbildhauer:innen entwerfen und gestalten Figuren, Skulpturen oder Ornamente. Ein Gefühl für Formen, Ausdruck und Stil ist zentral.Du zeichnest gern, interessierst dich für Skulpturen, Kunstwerke oder historische Figuren und achtest auf Details und Proportionen.
Arbeiten mit Holz & NaturmaterialienHolz ist das Hauptmaterial des Berufs. Jede Holzart hat eigene Eigenschaften, die du kennen und berücksichtigen musst.Du magst den Werkstoff Holz, findest Maserungen spannend oder arbeitest gern mit natürlichen Materialien.
Praktisches, handwerkliches ArbeitenDer Beruf ist kein Schreibtischjob. Du schnitzt, schleifst, formst und bearbeitest Material mit Werkzeugen und Maschinen.Du arbeitest lieber mit den Händen als nur theoretisch und hast Spaß am Werkunterricht, Basteln oder Heimwerken.
Geduldige DetailarbeitViele Arbeiten bestehen aus feinen, wiederholenden Arbeitsschritten. Schnelligkeit ist weniger wichtig als Genauigkeit.Du kannst dich lange auf Details konzentrieren und hast kein Problem damit, an einer Sache länger zu arbeiten.
Tradition & HandwerkskunstHolzbildhauerei ist ein traditionsreiches Handwerk, oft verbunden mit Kirchenkunst, Denkmalpflege oder Restaurierung.Du interessierst dich für Geschichte, alte Gebäude, Kirchen oder traditionelle Handwerksberufe.

Welche Schulfächer bereiten gut auf den Beruf Holzbildhauer:in vor?

Auch wenn rechtlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben ist, gibt es Schulfächer, die dir den Einstieg in die Ausbildung deutlich erleichtern. Denn in der Holzbildhauerei brauchst du nicht nur Kreativität, sondern auch technisches Verständnis, Genauigkeit und Planung.

Hier siehst du, welche Fächer besonders hilfreich sind und warum:

SchulfachWas lernst du dort und wofür brauchst du das später konkret?
KunstHier entwickelst du dein Gefühl für Formen, Proportionen, Perspektiven und Gestaltung. Zeichnen, Skizzieren und Gestalten sind zentrale Grundlagen für Entwürfe und Figuren in der Holzbildhauerei.
Werken / TechnikDu lernst den Umgang mit Werkzeugen, Maschinen und Materialien. Dieses Wissen ist direkt übertragbar auf die Arbeit mit Schnitzeisen, Sägen, Schleifwerkzeugen und Holzarten.
MathematikMaße, Winkel, Proportionen und Materialberechnungen gehören zum Alltag. Du musst abschätzen können, wie groß ein Werkstück wird oder wie viel Material benötigt wird.
PhysikKräfte, Druck, Reibung und Materialverhalten spielen beim Arbeiten mit Werkzeugen eine Rolle. Auch das Verständnis dafür, wie Holz reagiert, ist hilfreich.
DeutschDu musst Arbeitsabläufe verstehen, dokumentieren und manchmal Kundenwünsche oder Entwürfe erklären. Klare Kommunikation hilft, Missverständnisse zu vermeiden.
GeschichteBesonders bei der Restaurierung historischer Figuren oder Bauwerke ist Wissen über Epochen, Stilrichtungen und kulturelle Hintergründe wichtig.
BiologieGrundkenntnisse über Holz als Naturmaterial, Wachstum und Struktur helfen dir, das Material besser zu verstehen und richtig zu bearbeiten.
SportKraft, Ausdauer und Koordination erleichtern dir die körperliche Arbeit in der Werkstatt, etwa beim langen Stehen oder beim Bearbeiten schwerer Holzstücke.

Was lernt man in der Ausbildung zum Holzbildhauer?

Die Ausbildung zum/zur Holzbildhauer:in ist in der Regel dual aufgebaut. Das heißt: Du lernst praktisch im Ausbildungsbetrieb (Werkstatt/Atelier) und bekommst parallel Unterricht in der Berufsschule. Beide Lernorte gehören zusammen, denn die Theorie aus der Schule brauchst du, damit du in der Werkstatt nicht nur „machst“, sondern auch verstehst, warum du etwas so und nicht anders machst.

Im Betrieb lernst du Schritt für Schritt, wie aus einem Holzblock eine Figur, ein Relief oder ein Ornament wird – nach eigenem Entwurf oder nach Kundenwunsch. Du arbeitest mit klassischen Handwerkzeugen wie Klüpfel und Schnitzeisen, aber auch mit Maschinen, je nach Betrieb. Am Ende geht es nicht nur um die Form, sondern auch um die Oberfläche (z. B. ölen, wachsen, lasieren) und darum, wie ein Werkstück später sicher aufgestellt oder montiert wird. In der Berufsschule bekommst du das nötige Hintergrundwissen. Was genau, das alles umfasst, erklären wir dir jetzt nochmal genauer…

Das Werkzeugset eines Holzkünstlers: Zur Grundausstattung gehören verschiedene Schnitzeisen und Beitel (Stechbeitel, Hohlbeitel), ein Klüpfel (der hammerähnliche Holzklotz zum Schlagen), Raspeln und Feilen für die Formgebung sowie diverse Schleifmittel, um dem Holz den letzten Schliff zu geben. Jedes Eisen hat seine eigene Form für spezielle Linien oder Kurven.

Ausbildungsinhalte im Überblick

Ausbildungsbetrieb – Praxis in der Werkstatt/ im AtelierBerufsschule – Theorie & Hintergrundwissen
Werkzeuge richtig einsetzen: Du lernst Handwerkzeuge auszuwählen und sicher zu benutzen, besonders Klüpfel, Schnitzeisen, Raspeln und Feilen. Außerdem lernst du, Schnitzeisen zu schärfen und Werkzeuge zu pflegen.Grundlagen, die dich sicher machen: Du bekommst Fachtheorie zu Materialien, Arbeitstechniken und Planung. Außerdem laufen allgemeinbildende Fächer wie Deutsch sowie Wirtschafts- und Sozialkunde mit.
Skizzen & Werkzeichnungen anfertigen: Du übst Skizzen, Freihandzeichnungen und Werkzeichnungen zu erstellen und Pläne/Normen zu lesen, damit du Entwürfe sauber umsetzen kannst.Entwerfen lernen: Du lernst, Gestaltungsideen systematisch zu entwickeln, also Entwurf, Proportionen, Stil, Wirkung und wie du Kundenwünsche gestalterisch übersetzt.
Entwerfen von Schriften, Ornamenten, Reliefs & Vollplastiken: Du lernst, typische Holzbildhauerarbeiten zu entwerfen von Schriftzügen über Ornamente bis zu Reliefs und „Vollplastiken“ (also Figuren, die komplett rund gearbeitet sind).Stil- und Formverständnis: Du beschäftigst dich (je nach Lehrplan) mit Stilarten und gestalterischen Grundlagen – hilfreich, wenn du historisch „stimmig“ arbeiten oder restaurieren willst.
Holz auswählen, vorbereiten und richtig behandeln: Du lernst, Holz nach Verwendungszweck auszuwählen, Holzfeuchte zu prüfen und das Material so vorzubereiten, dass es sich gut bearbeiten lässt.Materialkunde & Eigenschaften von Holz: Du verstehst, welche Holzarten wofür geeignet sind, wie Fehler im Holz entstehen und worauf du bei der Verarbeitung achten musst.
Modelle erstellen & Abformverfahren anwenden: Du modellierst (z. B. mit Modelliermassen/Gips), legst Ornamente/Reliefs an und lernst Abformverfahren kennen. Das hilft, Formen vorab zu prüfen, bevor du ins Holz gehst.Planen statt verschwenden: Du lernst, warum Modell und Vorlage so wichtig sind, weil du beim Holz nicht beliebig „zurückbauen“ kannst. (Gerade bei teurem Holz oder Zeitdruck ist das entscheidend.)
Holzverbindungen & Aufbau: Du lernst grundlegende Verbindungen herzustellen, z. B. Nut und Feder, Dübel oder Überblattung – wichtig, wenn Werkstücke zusammengesetzt oder stabil konstruiert werden müssen.Technische Grundlogik: Du lernst, wie Konstruktionen funktionieren, damit du Werkstücke nicht nur schön, sondern auch haltbar und sinnvoll gebaut planst.
Maschinen bedienen und warten: Du richtest Maschinen ein, bedienst sie, erkennst Störungen und führst Wartung aus (im Rahmen deiner Ausbildung).Sicherheit, Vorschriften, Gesundheitsschutz: Du lernst, warum bestimmte Schutzmaßnahmen Pflicht sind, z. B. bei Staub, Lärm, Strom, Dämpfen oder beim Umgang mit Arbeitsstoffen.
Formgebung & Schnitzarbeiten in verschiedenen Techniken: Du bearbeitest Hölzer formgebend (verschiedene Techniken), stellst Schrift/Zeichen her, arbeitest Oberflächenstrukturen heraus und bewertest deine Ergebnisse.Arbeitsprozesse verstehen: Du lernst Abläufe und Qualitätskriterien, damit du später beurteilen kannst, ob ein Werkstück technisch und gestalterisch „rund“ ist.
Oberflächen behandeln (Finish): Du schleifst, wässerst, besserst aus und behandelst Oberflächen z. B. durch Beizen, Ölen, Wachsen, Lasieren oder Lackieren. Außerdem lernst du, Hilfs- und Überzugsmittel korrekt zu lagern und zu entsorgen.Material- und Umweltschutzwissen: Du lernst, welche Mittel wofür geeignet sind und warum Lagerung/Entsorgung wichtig ist, auch wegen Gesundheit und Umwelt.
Werkstücke liefern, versetzen und verankern: Du lernst, Werkstücke zu lagern/zu transportieren, Vermessungsarbeiten durchzuführen und Arbeiten sicher zu versetzen und zu verankern (z. B. bei Außenaufstellung).Berufsspezifische Lerngebiete: Dazu gehören (je nach Schule) z. B. Entwerfen sowie das fachgerechte Liefern/Versetzen/Verankern von Holzbildhauerarbeiten, damit am Aufstellort alles hält und passt.
Restaurieren: Du lernst, wie man Holzbildhauerarbeiten ausbessert, fehlende Teile ergänzt/anpasst und Oberflächen wiederherstellt unter Beachtung von Stilarten.Stilarten & „stimmige“ Restaurierung: Du lernst, warum man nicht einfach „neu drüberschnitzt“, sondern stilgerecht arbeitet und Originalsubstanz respektiert, besonders bei historischen Objekten.
Rechte, Pflichten, Organisation & Umweltschutz: Das läuft begleitend über die gesamte Ausbildung – du lernst, wie ein Betrieb organisiert ist und welche Regeln im Arbeitsalltag gelten.Wirtschaft & Soziales: Du bekommst Grundlagen zu Arbeitswelt, Verträgen, Rechten und Pflichten, damit du dich im Berufsleben sicher bewegst.

Warum „arbeitet“ Holz? Holz ist hygroskopisch, das heißt, es nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf oder gibt sie ab. Dadurch “quillt” es (wird größer) oder “schwindet” (wird kleiner). Als Holzbildhauer musst du die richtige Holzfeuchte beachten und den Verzug einplanen, damit deine Skulpturen später keine Risse bekommen. Die richtige Trocknung ist also die Basis für jedes langlebige Werkstück.

Was kann man als Holzbildhauerin verdienen?

Das Gehalt im Holzbildhauer-Handwerk variiert stark und hängt von deiner Erfahrung, der Region und vor allem der Ausrichtung deines Betriebs ab. Im Kunsthandwerk ist die Spanne groß: Während Angestellte ein festes Einkommen haben, kann dieses bei Selbstständigen je nach Auftragslage schwanken.

  • Einstiegsgehalt: Meist zwischen ca. 1.900 € und 2.300 € brutto/Monat – stark abhängig von Betrieb und Verantwortungsbereich.
  • Mit Berufserfahrung: ca. 2.400 € bis 3.200 € brutto/Monat.
  • Mit Weiterbildung (z.B. Meister) oder Spezialisierung: In leitender Position oder bei sehr spezialisierten Aufträgen sind Gehälter über 3.500 € möglich.

Was verdient man während der Ausbildung zum Holzbildhauer?

Hier gilt oft die gesetzliche Mindestvergütung, sofern dein Betrieb nicht an einen höheren Tarifvertrag gebunden ist. Tarifgebundene Betriebe dürfen nach oben abweichen, ansonsten gelten folgende Mindestsätze:

AusbildungsjahrBruttogehalt pro Monat
1. Ausbildungsjahrca. 650 € bis 947 €
2. Ausbildungsjahrca. 750 € bis 1.023 €
3. Ausbildungsjahrca. 850 € bis 1.111 €

Deine Karrieremöglichkeiten als Holzbildhauer:in

Die 3-jährige Ausbildung ist dein Fundament. Danach kannst du dich fachlich spezialisieren, weiterqualifizieren oder sogar dein eigenes Atelier führen. Der Beruf bietet dir sowohl künstlerische als auch handwerklich-restauratorische Entwicklungsmöglichkeiten.

Wie geht’s nach der Ausbildung weiter?

SpezialisierungWas steckt dahinter und was machst du konkret?
Bildhauerei & Plastisches GestaltenDu vertiefst deine Fähigkeiten in der freien und angewandten Bildhauerei. Dabei entwickelst du deinen eigenen Stil, arbeitest an komplexeren Figuren, Plastiken oder modernen Skulpturen. Oft geht es um größere Projekte, anspruchsvolle Proportionen oder neue Gestaltungstechniken.
Holzkunde, Holzwerkstoffe & Holzbe- und -verarbeitungDu spezialisierst dich stärker auf Materialwissen: unterschiedliche Holzarten, deren Eigenschaften, Trocknungsverhalten, Verarbeitungstechniken oder moderne Holzwerkstoffe. Auch konstruktive Holzverbindungen und komplexere Werkstücke gehören dazu.
Holzschutz & OberflächentechnikHier geht es um den professionellen Schutz von Holz: konstruktiver Holzschutz, Oberflächenbehandlung (Beizen, Ölen, Wachsen, Lasieren), Umgang mit Überzugsmitteln sowie nachhaltige und umweltgerechte Verfahren.
Farblehre, Bild- & SchriftgestaltungDu vertiefst dein Wissen in Farbwirkung, Stilgestaltung, Ornamentik und Schriftgestaltung. Das ist besonders wichtig bei historischen Arbeiten, sakraler Kunst oder bei der Kombination von Holzbildhauerei und Bemalung.
Mal- und ZeichentechnikenDu baust deine Entwurfsfähigkeiten aus: perspektivisches Zeichnen, figürliches Zeichnen, Entwurfsplanung und Präsentationstechniken. Das hilft dir, Kundenideen professionell zu visualisieren.
ProduktgestaltungHier verbindest du handwerkliche Bildhauerei mit Design. Du entwickelst moderne Objekte, Möbelteile, dekorative Elemente oder künstlerische Designstücke aus Holz.
Restaurierung & Historische MaterialkundeDu spezialisierst dich auf die Restaurierung historischer Holzobjekte. Dazu gehören Kenntnisse in Kunstgeschichte, Denkmalpflege, traditionellen Handwerkstechniken und Konservierungsmethoden. Ziel ist es, Originalsubstanz zu erhalten und Schäden fachgerecht zu beheben.

Welche Weiterbildung passt zu dir?

Nach der Ausbildung stehen dir im Holzbildhauerhandwerk viele Wege offen. Welche Weiterbildung für dich sinnvoll ist, hängt davon ab, wo du hinwillst:

Willst du künstlerisch tiefer einsteigen, Verantwortung übernehmen, restaurieren, gestalten oder später selbst einen Betrieb führen?

WeiterbildungWas lernst du dort und warum ist das sinnvoll?
Holzbildhauermeister:in
(Bachelor Professional im Holzbildhauer-Handwerk)
Du vertiefst deine handwerklichen und gestalterischen Fähigkeiten auf hohem Niveau. Zusätzlich lernst du Betriebsführung, Ausbildung von Lehrlingen, Kalkulation und rechtliche Grundlagen. Der Meistertitel berechtigt dich, einen eigenen Betrieb zu führen und auszubilden.
Techniker:in – Holztechnik
(Bachelor Professional in Technik)
Du spezialisierst dich stärker auf technische, konstruktive und organisatorische Aspekte der Holzverarbeitung. Themen sind u. a. Werkstoffkunde, Produktionsplanung, Qualitätssicherung und technische Prozesse.
Restaurator:in für Möbel und Holzobjekte
(Bachelor Professional Technik)
Du lernst, historische Holzobjekte fachgerecht zu restaurieren, zu konservieren und Originalsubstanz zu erhalten. Dazu gehören historische Materialkunde, traditionelle Handwerkstechniken und Denkmalpflege.
Gestalter:in – Handwerk
(Bachelor Professional in Gestaltung)
Diese Weiterbildung verbindet Handwerk und Design. Du vertiefst deine Kenntnisse in Gestaltung, Entwurf, Farb- und Formlehre sowie Präsentation. Ziel ist es, handwerkliche Arbeiten gestalterisch weiterzuentwickeln.
Betriebsmanager:in – Bau- und HolztechnikHier liegt der Fokus auf Organisation, Betriebsführung, Personalmanagement, Kostenrechnung und Projektplanung. Du lernst, einen Betrieb wirtschaftlich erfolgreich zu führen.

Studium nach der Ausbildung – geht das?

Ja, das geht. Mit einem Meisterbrief (z. B. als Holzbildhauermeister:in) kannst du auch ohne Abitur ein Studium aufnehmen. Damit öffnest du dir den Weg in akademische, künstlerische oder wissenschaftliche Bereiche und verbindest Handwerk mit Theorie auf höherem Niveau.

Ein Studium ist besonders sinnvoll, wenn du konzeptionell arbeiten, gestalterisch experimentieren oder dich wissenschaftlich mit Materialien und Erhaltung beschäftigen möchtest.

Mögliche Studiengänge nach der Ausbildung

StudiengangWorum geht es im Studium?Für wen ist das passend?
Bildende KünsteDu arbeitest frei künstlerisch an Skulpturen, Plastiken oder Raumkonzepten. Der Fokus liegt auf eigener künstlerischer Entwicklung, Konzeptarbeit und Ausdruck. Technik ist wichtig, aber künstlerische Aussage steht im Mittelpunkt.Für alle, die ihre Holzbildhauerei als Kunstform verstehen und ihren eigenen Stil weiterentwickeln wollen.
HolztechnikHier verbindest du handwerkliche Erfahrung mit technischer und ingenieurwissenschaftlicher Theorie. Inhalte sind u. a. Werkstoffkunde, Konstruktion, Fertigungstechnik und nachhaltige Holzverarbeitung.Ideal für Holzbildhauer:innen, die Technik, Planung und Materialwissenschaft spannend finden.
Konservierung / RestaurierungDu lernst, Kunst- und Kulturgüter fachgerecht zu erhalten. Schwerpunkte sind Materialanalyse, Schadensdiagnose, Konservierungsmethoden und Denkmalpflege.Für alle, die sich auf den Erhalt historischer Holzobjekte spezialisieren möchten und sehr sorgfältig arbeiten.
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