Fluggerätelektroniker/in - Ausbildung und Beruf

Fluggerätelektroniker/in - Ausbildung und Beruf
  • Ausbildungsart
    Duale Ausbildung
  • Ausbildungsdauer
    3,5 Jahre (Vollzeit)
  • Gewünschter Schulabschluss
    Realschulabschluss oder höher
  • Ausbildungsvergütung
    ca. 1.000 € bis 1.500 € je nach Ausbildungsjahr und Tarifbindung. Tarifgebundene Betriebe der Metall und Elektroindustrie zahlen in der Regel mehr als das gesetzliche Minimum.

Der Beruf Fluggerätelektroniker:in in 20 Sekunden

  • Aufgaben: Elektrische und elektronische Systeme in Flugzeugen und Hubschraubern installieren, warten, prüfen und freigeben.
  • Was ist besonders: In der Luftfahrt muss jede Arbeit genau dokumentiert und nach festen Regeln geprüft werden. Das sorgt für einen sehr klaren und verantwortungsvollen Berufsalltag.
  • Passt zu dir, wenn du technische Zusammenhänge spannend findest, präzise arbeitest, mit Englisch klarkommst und dir vorstellen kannst, nach festen Vorschriften zu arbeiten.

Stell dir vor, ein Flugzeug steht im Hangar und soll am nächsten Morgen wieder starten. Bevor das möglich ist, müssen die elektrischen und elektronischen Systeme zuverlässig funktionieren. Genau daran arbeitest du als Fluggerätelektroniker/in.

Das ist ein Beruf für Menschen, die Technik wirklich verstehen wollen. Du arbeitest nicht am Schreibtisch, sondern direkt an Luftfahrzeugen, in Werkstätten oder im Hangar. Dabei geht es um Kabelsysteme, Bordelektronik, Messwerte, Wartungsunterlagen und sehr genaue Abläufe. Was dahintersteckt, erfährst du hier.

Neugeordnet seit 2024
Die Ausbildung zum/zur Fluggerätelektroniker/in wurde 2024 modernisiert. Inhalte zu digitalen Systemen, Nachhaltigkeit und moderner Avionik wurden ergänzt. Außerdem unterstützt die Ausbildung seitdem den Weg zur luftfahrtrechtlichen Lizenz der Kategorie A, also CAT A. Diese Lizenz ist für bestimmte eigenständige Freigaben im Wartungsbereich relevant.

Was genau machen Fluggerätelektroniker:innen?

Was passiert im Hangar eigentlich genau, bevor ein Flugzeug wieder starten darf? Und woran arbeitet man konkret, wenn es um Bordelektronik, Navigation oder Fehlersuche geht? Das zeigt dir die folgende Übersicht:

AufgabeWorum geht’s konkret?
Elektrische Systeme installierenKabel, Leitungen, Stecker und Baugruppen werden in ein Luftfahrzeug eingebaut und sauber verbunden. Dabei muss jede Verbindung genau nach Plan sitzen, damit später alles sicher zusammenarbeitet.
Avioniksysteme einbauen und einstellenDazu gehören zum Beispiel Funk, Navigation, Anzeigen im Cockpit oder Autopilot Funktionen. Die Systeme werden angeschlossen, geprüft und so eingerichtet, dass sie korrekt arbeiten.
Wartung und InstandhaltungElektrische und elektronische Systeme werden in festgelegten Intervallen kontrolliert. Dazu gehören Sichtprüfungen, Messungen und Funktionskontrollen nach genauen Wartungsplänen.
Fehlersuche und ReparaturWenn ein Fehler auftritt, wird systematisch geprüft, wo die Ursache liegt. Danach werden zum Beispiel Bauteile getauscht, Leitungen instand gesetzt oder Einstellungen korrigiert.
Technische FreigabeNach jeder abgeschlossenen Wartung oder Reparatur muss die Arbeit dokumentiert und bei entsprechender Lizenz offiziell freigegeben werden. Diese Freigabe ist rechtlich relevant und für die Sicherheit wichtig.
Prüfungen und TestsBevor ein Luftfahrzeug wieder eingesetzt wird, werden die ausgeführten Arbeiten noch einmal geprüft. So wird sichergestellt, dass die Systeme im Zusammenspiel richtig funktionieren.
DokumentationJede Tätigkeit wird genau festgehalten, zum Beispiel in Wartungsunterlagen, Logbüchern oder digitalen Programmen. Diese Nachweise gehören fest zum Beruf und müssen sorgfältig geführt werden.
Technische Unterlagen lesenSchaltpläne, Wartungshandbücher und Stücklisten müssen sicher verstanden werden. Viele dieser Unterlagen sind auf Englisch, deshalb ist Fachenglisch im Alltag wichtig.

Wichtige Begriffe einfach erklärt

  • Avionik: Damit sind die elektronischen Systeme an Bord gemeint, also zum Beispiel Navigation, Funk, Anzeigen oder Teile der Flugregelung.
  • EASA: Die Europäische Agentur für Flugsicherheit. Sie legt europaweit verbindliche Vorschriften für Luftfahrzeuge, Wartung und Personal fest.
  • Part 66 / AML: Die Aircraft Maintenance Licence, kurz AML, ist eine Luftfahrtlizenz nach den EASA Regeln. Mit ihr dürfen bestimmte Wartungsarbeiten eigenständig freigegeben werden. Die Kategorie B2 bezieht sich besonders auf Elektrik und Avionik.
  • CAT A: Das ist eine Lizenzstufe für einfache und klar abgegrenzte Wartungsarbeiten. Sie ist für viele ein erster Schritt zu mehr eigener Verantwortung.
  • AMM: Das Aircraft Maintenance Manual ist das Handbuch, nach dem alle Wartungsarbeiten durchgeführt werden. Es gibt präzise vor, welche Schritte in welcher Reihenfolge zu erfolgen haben.
  • MRO: Die Abkürzung steht für Maintenance, Repair and Overhaul. Gemeint sind Betriebe, die Luftfahrzeuge warten, reparieren und überholen.

Sicherheit ist in der Luftfahrt nicht verhandelbar
Fehler in der Luftfahrttechnik können schwere Folgen haben. Deshalb gelten feste Regeln, klare Kontrollen und eine sehr genaue Dokumentation. Wer in diesem Beruf arbeitet, muss Verantwortung ernst nehmen und sauber arbeiten wollen.

Wo kann man als Fluggerätelektroniker arbeiten?

Fluggerätelektronikerinnen und Fluggerätelektroniker arbeiten vor allem dort, wo Luftfahrzeuge gebaut, gewartet oder technisch geprüft werden. Diese Einsatzorte sind typisch:

EinsatzmöglichkeitWas macht man hier?
Fluggesellschaften und deren TechnikbereicheDort werden Luftfahrzeuge der eigenen Flotte gewartet und geprüft. Du arbeitest häufig nach festen Zeitfenstern, weil Maschinen schnell wieder einsatzbereit sein müssen.
MRO BetriebeDas sind spezialisierte Wartungsunternehmen für Flugzeuge und Hubschrauber. Dort lernst du häufig verschiedene Muster und unterschiedliche technische Abläufe kennen.
FlugzeugherstellerBei Herstellern geht es stärker um Einbau, Prüfung und Inbetriebnahme von Systemen in neuen Luftfahrzeugen. Dieser Bereich passt gut, wenn dich Produktion und Montage interessieren.
Bundeswehr oder staatliche LuftfahrtbereicheAuch staatliche Stellen warten eigene Luftfahrzeuge mit technischem Fachpersonal. Dort gelten besondere Sicherheitsvorgaben und meist klar geregelte Strukturen.
Allgemeine Luftfahrt und HubschrauberunternehmenIn diesem Bereich arbeitest du eher an kleineren Flugzeugen oder Hubschraubern, zum Beispiel im Rettungsdienst oder bei Spezialunternehmen.
Zulieferer und SystemherstellerUnternehmen aus diesem Bereich entwickeln oder prüfen einzelne Systeme und Komponenten. Dort geht es stärker um Geräte, Baugruppen, Tests und technische Unterstützung.

Wie kann man Fluggerätelektroniker:in werden?

Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre und ist dual aufgebaut. Das bedeutet, dass du einen Teil der Zeit im Betrieb und einen Teil in der Berufsschule verbringst. Viele Ausbildungsbetriebe achten besonders auf Mathe, Physik und Englisch.

Ob der Beruf wirklich zu dir passt, kannst du mit diesem kurzen Check einschätzen:

Quick Check: Beruf Fluggerätelektroniker:in. Könnte das zu dir passen?

  • 🔌 Technisches Verständnis: Elektronik, Schaltkreise und technische Systeme interessieren dich und du willst verstehen, wie sie zusammenarbeiten.
  • 🎯 Präzision und Sorgfalt: Du arbeitest lieber genau als schnell und merkst, wenn etwas nicht sauber ausgeführt ist.
  • 📋 Verantwortungsbewusstsein: Es stört dich nicht, dass deine Arbeit dokumentiert, kontrolliert und klar nachvollziehbar sein muss.
  • 🇬🇧 Englisch: Technische Unterlagen auf Englisch schrecken dich nicht ab und du bist bereit, dich in Fachbegriffe einzuarbeiten.
  • ✈️ Interesse an Luftfahrt: Flugzeuge, Hubschrauber und Bordtechnik findest du spannend und könntest dir gut vorstellen, in diesem Umfeld zu arbeiten.

Welche Skills braucht man?

FähigkeitWarum ist das besonders wichtig?Wie kann man darin besser werden?
Technisches VerständnisElektrische und elektronische Systeme in Flugzeugen hängen eng zusammen. Wenn du technische Abläufe gut verstehst, fällt dir Wartung, Fehlersuche und Prüfung leichter.Elektronikbausätze löten, Physik vertiefen, Schaltpläne lesen lernen und Interesse an technischen Dokumentationen entwickeln.
Sorgfalt und GenauigkeitIn der Luftfahrt muss sehr sauber gearbeitet werden. Kleine Abweichungen können bei Prüfung, Wartung oder Dokumentation schnell wichtig werden.Übe im Alltag bewusst genaues Arbeiten, zum Beispiel bei Messaufgaben, handwerklichen Projekten oder beim strukturierten Dokumentieren.
EnglischkenntnisseViele technische Unterlagen wie Handbücher, Schaltpläne und Wartungsvorschriften sind auf Englisch. Gute Lesekenntnisse helfen dir deshalb direkt im Berufsalltag.Englische Texte lesen, technische Begriffe lernen, Serien oder Dokumentationen auf Englisch schauen und aktiv mit der Fremdsprache arbeiten.
Analytisches DenkenBei der Fehlersuche reicht reines Ausprobieren nicht aus. Du musst beobachten, vergleichen und die Ursache Schritt für Schritt eingrenzen.Logikrätsel, einfache Programmiergrundlagen und das systematische Lösen technischer Probleme helfen dir, diese Denkweise zu trainieren.
VerantwortungsbewusstseinIn diesem Beruf musst du ernst nehmen, was du tust, weil Arbeiten dokumentiert und geprüft werden. Es hilft sehr, wenn du zuverlässig bist und sorgfältig mit Vorgaben umgehst.Übernimm im Alltag Verantwortung, halte Absprachen ein und gewöhne dir an, Arbeiten nachvollziehbar zu dokumentieren.
TeamfähigkeitIm Hangar oder in der Werkstatt arbeitet man selten ganz allein. Klare Absprachen und verlässliche Zusammenarbeit sind deshalb wichtig.Gruppenprojekte, Mannschaftssport oder ehrenamtliche Aufgaben helfen dir dabei, koordiniert mit anderen zusammenzuarbeiten.
LernbereitschaftTechnik, Systeme und Vorschriften entwickeln sich weiter. Deshalb ist es hilfreich, wenn du offen dafür bist, regelmäßig Neues zu lernen.Lies Fachinformationen, probiere neue Inhalte bewusst aus und bleib auch nach der Ausbildung offen für Kurse und Schulungen.

Interessen, die helfen können

InteresseWarum hilft das in diesem Beruf?
Elektronik und ElektrotechnikWenn dich Schaltkreise, Bauteile und elektronische Systeme schon jetzt interessieren, fällt dir der Einstieg in viele Ausbildungsinhalte leichter.
Luftfahrt und FlugzeugeInteresse an Flugzeugen und Hubschraubern hilft, weil du dich im Arbeitsumfeld schneller zurechtfindest und auch technische Details eher spannend findest.
Technik und MaschinenkundeEin allgemeines Interesse an technischen Systemen, Maschinen und deren Funktion erleichtert das Verständnis für die komplexen Zusammenhänge in einem Flugzeug.
Mathematik und PhysikWenn du mit Berechnungen, Messtechnik und physikalischen Grundlagen gut klarkommst, hilft dir das in der Berufsschule und im technischen Verständnis.
Internationale ArbeitsweltIn der Luftfahrt begegnen dir englische Unterlagen, internationale Standards und je nach Betrieb auch Kontakte über Ländergrenzen hinweg. Wenn dich so ein Umfeld anspricht, kann das gut passen.

Schulfächer, die gut auf die Ausbildung vorbereiten

SchulfachWarum hilft dieses Fach in der Ausbildung und im Beruf?
MathematikIn Mathe brauchst du ein gutes Gefühl für Größen, Einheiten und Berechnungen. Das hilft dir zum Beispiel bei Messwerten, elektrischen Zusammenhängen und technischen Angaben.
PhysikViele Inhalte der Ausbildung bauen auf Physik auf, etwa Stromkreise, Magnetismus oder das Verhalten technischer Systeme. Wer hier sicher ist, versteht Fehlersuche und Messungen leichter.
EnglischWartungshandbücher, Schaltpläne und viele Fachbegriffe sind auf Englisch. Deshalb hilft es sehr, wenn du technische Texte lesen und verstehen kannst.
InformatikModerne Bordelektronik arbeitet mit digitalen Systemen und Schnittstellen. Grundwissen zu Software, Daten und technischen Programmen kann dir den Einstieg deutlich erleichtern.
Werken / TechnikWenn du gern praktisch arbeitest, Werkzeuge benutzt und technische Abläufe nachvollziehen kannst, hilft dir das direkt im betrieblichen Teil der Ausbildung.
DeutschAuch in einem technischen Beruf musst du klar lesen, schreiben und dokumentieren können. Das ist wichtig für Berichte, Arbeitsanweisungen und nachvollziehbare Einträge in Unterlagen.

Was lernt man in der Ausbildung zum Fluggerätelektroniker?

In 3,5 Jahren lernst du deutlich mehr als nur Kabel anzuschließen oder Messgeräte zu bedienen. Diese Inhalte gehören typischerweise dazu:

AusbildungsinhaltWas lernt man und wie zeigt sich das später im Beruf?
Grundlagen der Elektrotechnik und ElektronikDu lernst, wie Strom, Spannung, Widerstand, Bauteile und Schaltungen zusammenhängen. Dieses Grundwissen brauchst du später bei fast jeder Aufgabe im Beruf.
Luftfahrtspezifische Vorschriften und NormenIn der Luftfahrt gelten klare Regeln, zum Beispiel von der EASA. In der Ausbildung lernst du, wie man nach diesen Vorgaben arbeitet und warum sie im Alltag so wichtig sind.
Avioniksysteme kennenlernenDazu gehören zum Beispiel Navigation, Funk, Cockpitanzeigen oder Autopilot Funktionen. Du verstehst nach und nach, wie diese Systeme aufgebaut sind und wie sie gewartet werden.
Elektrische Leitungen verlegen und verbindenDu übst, Leitungen zuzuschneiden, zu verbinden, zu kennzeichnen und zu prüfen. Dabei kommt es auf sauberes Arbeiten und das genaue Lesen technischer Vorgaben an.
Fehlersuche und DiagnoseWenn etwas nicht funktioniert, lernst du systematisch vorzugehen. Du misst, vergleichst, prüfst mögliche Ursachen und grenzt den Fehler Schritt für Schritt ein.
Technische Dokumentation lesen und erstellenWartungshandbücher, Schaltpläne, Stücklisten und Protokolle gehören zum Alltag. Du lernst, diese Unterlagen sicher zu lesen und eigene Arbeit nachvollziehbar zu dokumentieren.
Prüfverfahren und SystemtestsNach Wartung oder Reparatur muss geprüft werden, ob alles wieder korrekt arbeitet. Deshalb übst du verschiedene Testverfahren und lernst, Ergebnisse richtig zu bewerten.
Digitale Systeme und DatenverarbeitungModerne Luftfahrzeuge arbeiten mit vielen digitalen Systemen. Deshalb spielen Diagnoseprogramme, digitale Dokumentation und technische Datenverarbeitung in der Ausbildung eine größere Rolle.
Arbeitssicherheit und UnfallverhütungDu lernst, wie man an empfindlichen technischen Anlagen sicher arbeitet. Dazu gehören Schutzmaßnahmen, saubere Abläufe und ein wacher Blick für Risiken.
Rechte und Pflichten in der AusbildungAuch organisatorische Themen gehören dazu, zum Beispiel deine Rolle im Betrieb, Regeln im Arbeitsalltag und wichtige Grundlagen zum Ausbildungsverhältnis.

Was ist eine B2 Lizenz und warum ist sie relevant?
Die EASA Part 66 Aircraft Maintenance Licence ist eine anerkannte Luftfahrtlizenz für Wartungspersonal. Die Kategorie B2 passt besonders zu elektrischen und elektronischen Systemen. Wer später auf diese Lizenz hinarbeitet, kann mehr Verantwortung übernehmen und bestimmte Arbeiten eigenständig freigeben. Direkt nach der Ausbildung geht es meist erst um Berufserfahrung. Danach kann dieser Schritt interessant werden.

Was kann man als Fluggerätelektroniker:in verdienen?

Das Gehalt nach der Ausbildung hängt vom Betrieb, von der Region und von möglichen Zuschlägen ab. Schichtarbeit oder zusätzliche Qualifikationen können das Einkommen spürbar erhöhen.

  • Einstiegsgehalt: Zwischen ca. 3.000 € und 3.600 € brutto pro Monat, je nach Betrieb, Region und Tarifvertrag.
  • Mit Berufserfahrung: ca. 3.800 € bis 4.500 € brutto/Monat möglich.
  • Mit Lizenz, zum Beispiel der EASA Part 66 B2, und mit passender Weiterbildung: Ab 4.500 € und mehr können möglich sein.
  • Schicht und Lizenzzulagen: Zuschläge für Nachtarbeit, Wochenenden oder bestimmte Lizenzen können das tatsächliche Einkommen erhöhen.

Was kann man während der Ausbildung zum Fluggerätelektroniker verdienen?

Die Vergütung ist in vielen Betrieben an Tarifverträge angelehnt. Große Unternehmen aus der Luftfahrt oder aus der Metall und Elektroindustrie zahlen meist besser als kleine nicht tarifgebundene Betriebe.

AusbildungsjahrBruttogehalt pro Monat
1. Ausbildungsjahrca. 1.000 € bis 1.100 €
2. Ausbildungsjahrca. 1.100 € bis 1.250 €
3. Ausbildungsjahrca. 1.200 € bis 1.380 €
4. Ausbildungsjahrca. 1.300 € bis 1.500 €
(Hinweis: Die Vergütung kann je nach Unternehmen, Region und Tarifvertrag unterschiedlich ausfallen. Große tarifgebundene Betriebe liegen meist im oberen Bereich.)

Karrieremöglichkeiten als Fluggerätelektroniker:in

Mit dem Abschluss hast du eine gute Grundlage für den Einstieg in die Luftfahrttechnik. Danach kannst du dich fachlich vertiefen, zusätzliche Qualifikationen erwerben oder später auch eine Aufstiegsweiterbildung anschließen.

Mögliche Spezialisierungen

Nach der Ausbildung kannst du dich in verschiedene Richtungen weiterentwickeln, je nachdem welche Aufgaben dir besonders liegen. Manche Fluggerätelektroniker:innen arbeiten später stärker an modernen Kommunikations- und Navigationssystemen, andere spezialisieren sich auf Wartung, Fehlersuche oder bestimmte Flugzeugtypen. So kannst du deinen eigenen Schwerpunkt finden und dich Schritt für Schritt zum Experten in einem bestimmten Bereich entwickeln.

Dazu gehören zum Beispiel diese Richtungen:

SpezialisierungWas steckt dahinter und was macht das interessant?
Instandhaltung und WartungHier liegt der Schwerpunkt auf regelmäßigen Kontrollen, Wartungsplänen und dem sicheren Zustand eines Luftfahrzeugs. Das passt gut, wenn du gern strukturiert nach festen Abläufen arbeitest.
Montage und SystemeinbauIn diesem Bereich geht es stärker um den Einbau, Anschluss und die Inbetriebnahme elektrischer und elektronischer Systeme. Das ist besonders passend, wenn dich Aufbau und Produktionsabläufe interessieren.
Prüffeld und SystemtestsDabei prüfst du nach Reparaturen oder im Rahmen von Abnahmen, ob Systeme korrekt funktionieren. Du arbeitest also viel mit Messwerten, Testabläufen und technischer Kontrolle.
Fehlersuche und DiagnoseHier konzentrierst du dich stärker darauf, Störungen systematisch zu finden und Ursachen einzugrenzen. Das passt, wenn du logisch denkst und technische Probleme gern Schritt für Schritt löst.
Qualitätssicherung und InspektionIn diesem Bereich wird geprüft, ob Arbeiten sauber, vollständig und regelkonform ausgeführt wurden. Das ist eine gute Richtung für Menschen, die besonders genau arbeiten und gern kontrollieren.
Service und technische KundenbetreuungManche Fachkräfte arbeiten näher an Betreiberfirmen oder Kundenaufträgen. Dann gehören Technik, Abstimmung, Rückmeldungen und nachvollziehbare Erklärungen gleichermaßen zum Arbeitsalltag.
Arbeit an bestimmten LuftfahrzeugmusternMit Berufserfahrung und zusätzlichen Schulungen kann man sich auf bestimmte Flugzeugmuster oder Hubschraubermuster konzentrieren. Dann kennst du die jeweiligen Systeme besonders genau und arbeitest gezielt an diesen Mustern.

Mögliche Weiterbildungen

Wenn du nach der Ausbildung noch mehr Verantwortung übernehmen oder beruflich aufsteigen möchtest, stehen dir verschiedene Weiterbildungen offen. Damit kannst du dein Fachwissen erweitern, dich für leitende Aufgaben qualifizieren oder neue technische Bereiche kennenlernen. Gerade in der Luftfahrttechnik sind zusätzliche Qualifikationen oft ein großer Vorteil und können dir spannende Karrierechancen eröffnen.

Mögliche Weiterbildungen und Aufstiegswege sind zum Beispiel:

WeiterbildungWas steckt dahinter und was bringt das wirklich?
EASA Part 66 Lizenz, zum Beispiel CAT A oder später B2Diese Lizenz ist in der Luftfahrt besonders relevant, weil sie mit Freigaberechten verbunden sein kann. Nach der Ausbildung ist sie für viele ein wichtiger nächster Schritt, wenn mehr Verantwortung übernommen werden soll.
Industriemeister:in Flugzeugbau/Luftfahrttechnik mit dem Bachelor Professional in LuftfahrttechnikHier lernst du nicht nur mehr über Technik und Produktionsabläufe in der Luftfahrt, sondern auch, wie man Teams organisiert und Verantwortung übernimmt. Die Weiterbildung kann dir den Weg in leitende Positionen, die Arbeitsvorbereitung oder die Qualitätskontrolle eröffnen.
Techniker:in Elektrotechnik (ohne Schwerpunkt) mit dem Bachelor Professional in TechnikDiese Weiterbildung vertieft dein Wissen rund um elektrische Systeme, Planung und technische Abläufe. Damit kannst du später komplexere Aufgaben übernehmen, technische Lösungen entwickeln oder auch stärker in Richtung Planung und Projektarbeit gehen.
Industriemeister:in ElektrotechnikAls Industriemeister:in verbindest du technisches Know-how mit Führungsaufgaben. Du koordinierst Abläufe, betreust Mitarbeitende und sorgst dafür, dass in Werkstatt oder Produktion alles reibungslos läuft. Das kann später auch den Einstieg in eine Führungsposition erleichtern.
Techniker:in Elektrotechnik (Automatisierungstechnik) mit dem Bachelor Professional in TechnikIn dieser Weiterbildung dreht sich vieles um automatisierte Systeme, Steuerungen und moderne Technik. Gerade in der Luftfahrt werden digitale und automatisierte Prozesse immer wichtiger, weshalb dieses Wissen später viele spannende Einsatzmöglichkeiten bieten kann.

Mögliche Studiengänge

Du möchtest später noch tiefer in die Technik einsteigen oder dich akademisch weiterentwickeln? Dann kann auch ein Studium nach der Ausbildung interessant für dich sein. Mit passender Berufserfahrung oder einer Weiterbildung stehen dir verschiedene technische Studiengänge offen, die gut zur Arbeit als Fluggerätelektroniker:in passen und neue Karrierewege ermöglichen.

Dazu passen unter anderem diese Studiengänge:

StudienfachWas lernt man und was macht das spannend?Wo kann man danach arbeiten?
Luft- und RaumfahrttechnikDieser Studiengang liegt fachlich sehr nah am Beruf, weil dort technische Systeme von Luftfahrzeugen vertieft behandelt werden. Das passt gut, wenn du später stärker in Entwicklung, Planung oder technische Verantwortung gehen möchtest.Zum Beispiel bei Herstellern, in der technischen Entwicklung, in Prüfstellen oder in Ingenieurbüros mit Bezug zur Luftfahrt.
ElektrotechnikHier vertiefst du Elektronik, Regelungstechnik, Mess und Steuerungstechnik sowie komplexe technische Systeme. Das ist besonders passend, wenn dich die elektrische Seite des Berufs langfristig am meisten interessiert.Zum Beispiel in Entwicklung, Systemprüfung, technischer Planung oder in spezialisierten Industrieunternehmen.
Fahrzeuginformatik und -elektronikIn diesem Studiengang dreht sich vieles um digitale Fahrzeugsysteme, Software, Sensorik und moderne Elektronik. Gerade weil Flugzeuge heute immer stärker vernetzt und computergesteuert arbeiten, kann dieses Wissen später besonders spannend sein. Du beschäftigst dich dabei oft mit intelligenten Systemen, Fehlersuche und moderner Fahrzeugtechnik.Zum Beispiel in der Entwicklung elektronischer Systeme, bei Herstellern von Fahrzeug- oder Flugzeugtechnik, in der Systemdiagnose oder im Bereich Testing und Simulation.
Informations- und KommunikationstechnikHier geht es um Netzwerke, Kommunikationssysteme, Datenübertragung und digitale Technologien. Das passt gut, wenn dich Themen wie Funktechnik, Satellitenkommunikation oder moderne Informationssysteme in Flugzeugen interessieren.Zum Beispiel in Unternehmen der Kommunikations- und Netzwerktechnik, in der Luftfahrtindustrie, bei technischen Dienstleistern oder im Bereich Sicherheit und Übertragungstechnik.
WirtschaftsingenieurwesenDieser Studiengang verbindet Technik mit wirtschaftlichem Wissen. Neben technischen Grundlagen lernst du dort auch Projektmanagement, Organisation, Betriebswirtschaft und Produktionsplanung kennen. Das kann besonders interessant sein, wenn du später nicht nur technisch arbeiten, sondern auch koordinierende oder leitende Aufgaben übernehmen möchtest.Zum Beispiel im technischen Management, in der Produktionsplanung, im Projektmanagement, im Qualitätsmanagement oder in Industrie- und Luftfahrtunternehmen.

Warum dieser Beruf relevant bleibt
Luftfahrzeuge müssen regelmäßig gewartet, geprüft und technisch dokumentiert werden. Genau deshalb bleibt qualifiziertes Fachpersonal in diesem Bereich wichtig. Gleichzeitig verändern digitale Systeme und moderne Avionik die Arbeit. Wer technisches Verständnis, Sorgfalt und Lernbereitschaft mitbringt, hat in diesem Beruf auch in Zukunft gute Einsatzmöglichkeiten.

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