Mehr als Know-how – Lernen fürs (Arbeits-)Leben

In der Ausbildung kannst du nur Theorie und Inhalte lernen, was deinen Berufseinstieg danach oft verkompliziert. Oder? Wir meinen: Nein! Wie du dich auf das “Drumherum” im Arbeitsleben vorbereiten kannst, verraten wir dir hier in 4 Schritten.

Dein idealer Arbeitgeber

Du kennst das Phänomen sicherlich aus deinem Freundeskreis und Privatleben: Es gibt Gruppen, Orte und Menschen, die einfach ganz natürlich zusammenpassen, während andere Konstellationen sich gegenüber stehen wie Feuer und Wasser. Genauso ist es im Job: Du kannst vor allem dann effektiv und mit Spaß arbeiten, wenn du dich in deiner Firma wirklich wohlfühlst.

Wohlfühlen am Office-Arbeitsplatz

Eine Ausbildung beinhaltet viel Theorie – Trainiere daher selbst die nötigen praktischen Skills für dein Arbeitsleben.

Um herauszufinden, ob ein Unternehmen umfassend zu dir passt, solltest du dir zunächst überlegen, was dir wichtig ist und daraus eine Liste erstellen. Denke darüber nach, was dir in deiner Ausbildung gefallen hat und was du gerne ändern würdest.

Informiere dich dann genau über das Unternehmen, bei dem du arbeiten möchtest. Dazu kann einerseits die Webseite der Firma selbst dienen, andererseits natürlich auch Rezensionen und Erfahrungsberichte. Aber Achtung: Diese solltest du immer auf ihre Objektivität überprüfen.

Natürlich ist es auch wichtig, dass du gut in ein Team passt. Betrachte bei einem gut vorbereiteten Vorstellungsgespräch oder Probearbeiten daher genau, ob der “Vibe” zwischen dir und deinen zukünftigen Kollegen passt.

Tipp: Achte bei der Auswahl deines Arbeitgebers nicht nur auf die “harten Fakten”, sondern auch auf dein Bauchgefühl.

Die Strukturen

Um dich gut bei einem Arbeitgeber einzufinden, solltest du wissen, wer für welche Bereiche zuständig ist und wie die Firma aufgebaut ist. Wer gibt dir zum Beispiel wichtiges Feedback zu deiner Arbeit, wer hilft bei organisatorischen Fragen, wer bei inhaltlichen?

Sei dazu im Rahmen deiner Einarbeitung besonders aufmerksam und informiere dich genau über die Organisation deines Betriebes und seinen Aufbau. Denn: Verstehst du die Struktur der Firma, dann verstehst du gleichzeitig deine Aufgabe und deinen Platz im Unternehmensgefüge um einiges besser.

Neben einem guten Verständnis für die Strukturen und Abläufe kannst du dich auch selbst einbringen und aktiv werden. Viele Firmen und Behörden haben einen Betriebsrat, der für die Fragen und Probleme der Angestellten als Ansprechpartner dient und ihre Interessen vertritt.

Etwas Ähnliches gibt es sogar schon für Auszubildende, die sogenannte “Jugend- und Auszubildendenvertretung”, zu der du dich genauer informieren und weiterbilden kannst. Dort lernst du etwa, welche besonderen Rechte und Pflichten es für Azubis gibt.

Für viele Branchen gibt es zudem auch außerhalb deines Arbeitgebers Interessenvertreter und Berufsverbände wie zum Beispiel die IHK, HWK oder den Deutschen Verband für Pflegeberufe. Recherchiere, welcher Verband für deinen Beruf zuständig ist, auch hier kannst du dich einbringen und findest kompetente Ansprechpartner für Fragen und Probleme.

Tipp: Bringe dich selbst aktiv in die Strukturen ein, dann ist vieles “Learning by Doing”.

Die Soft Skills

Natürlich ist es für die erfolgreiche Ausübung einer Tätigkeit wichtig, dass du umfangreiches und jederzeit anwendbares Know-how deines Arbeitsfeldes hast. Um aber im Berufsleben gut klarzukommen, benötigst du zusätzlich sogenannte Soft Skills. Das sind Eigenschaften wie Selbstreflexion, Zeitmanagement und Stressresistenz.

Diese lernst du teilweise ganz natürlich im Alltag, solltest sie dir aber auch immer wieder bewusst machen. Dazu ist es sinnvoll, wenn du am Ende einer Arbeitswoche kurz überlegst, welche deiner Soft Skills du in den vergangenen Tagen gut angewendet hast und wo du dich noch verbessern kannst.

Auch in deiner Ausbildung kann eine solches “Soft-Skill-Training” sehr hilfreich sein. Du wirst erstens merken, dass dir vieles leichter von der Hand geht. Und zweitens hast du deine Soft Skills zu Beginn deines Berufslebens dadurch schon so gut eingeübt, sodass du sie ohne große Anstrengung und ganz natürlich anwenden kannst.

Tipp: Erstelle dir eine Liste der nötigen Soft Skills und arbeite sie dann Stück für Stück ab.

Die Work-Life-Balance

Der Begriff Work-Life-Balance bezeichnet eine sinnvolle und gesunde Ausgewogenheit zwischen Arbeitsleben und Privatleben. Je besser deine Work-Life-Balance ist, desto besser ist dein Lebensgefühl und auch deine Leistung und Freude im Berufsalltag. Außerdem hat eine gute Work-Life-Balance Auswirkungen auf die Gesundheit.

Einerseits ist es Aufgabe eines guten Arbeitgebers, dir die Möglichkeiten und Freiräume für ein solch ausgeglichenes Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben zu bieten. Andererseits kannst du durch eigene Aktivitäten auch selbst dazu beitragen.

Jogger auf einer Promenade

Laufen bietet einen guten Ausgleich zu Hektik und Stress

Dazu gehören unter anderem:

  • Hobbys
  • Sport, zum Beispiel Laufen, Krafttraining oder Yoga
  • Filme, Bücher oder ansprechende Unterhaltung
  • eine ausgewogene Ernährung

Dies sind nur einige Beispiele, denn der Weg zum eigenen “Wohlfühlmodus” ist sehr individuell. Überlege dir am besten selbst, was dir Spaß macht, dich interessiert oder dir gut tut und beschäftige dich regelmäßig damit. Das können Aktivitäten sein, die du bereits regelmäßig ausübst. Bleibe aber auch offen für Neues und “frischen Wind” in deiner Freizeitgestaltung.

Tipp: Sei aktiv und gestalte deine Freizeit strukturiert, aber nach deinen Wünschen.

Fazit

Neben dem Know-how im Rahmen deiner Ausbildung kannst du dir viel zusätzliches Wissen aneignen, das dir in deinem späteren Berufsleben enorm helfen wird. Einerseits gibt es Fähigkeiten, die dir deinen Arbeitsalltag erleichtern und die du unabhängig von deiner Persönlichkeit lernen kannst.

Andererseits ist es eine große Hilfe, dich individuell zu entwickeln, um den für dich perfekten Platz im Berufsleben zu finden. Überlege, was für dich sowohl beruflich als auch privat nötig ist, dass du dich in deinem Job wirklich wohlfühlen kannst und gehe es aktiv an. So bist du bestens gerüstet für alle wichtigen Bereiche deines Arbeitsalltags.