Daniel Schuhmacher – Industriekaufmann und DSDS-Gewinner

Büroraum mit zwei Stühlen und weitem Blick
Vom Büro auf die Bühne – Foto: unsplash.com

2009 hat Daniel Schuhmacher Deutschlands erfolgreichste Castingshow “Deutschland sucht den Superstar (DSDS)” gewonnen. Vor seiner Musikkarriere hat Daniel einmal eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert. Im Interview erzählt er azubister über seine Zeit als Azubi und über seine Pläne für die Zukunft.

Die Ausbildung zum Industriekaufmann

azubister: Warum hast du dich für eine Ausbildung als Industriekaufmann entschieden? Wann
hast du diese Ausbildung gemacht?

Daniel Schuhmacher

Daniel Schuhmacher – ehemaliger Azubi zum Industriekaufmann (© Fokus Fotografie)

Daniel: Ich hab meine Ausbildung im September 2004 begonnen und 2007 beendet (also die üblichen 3 Jahre ;-))
Ich habe eine kaufmännische Schule besucht und somit war klar, dass ich auch in einem kaufmännischen Beruf arbeiten möchte.

azubister: Wie hast du dich damals über deine Berufswahl informiert? Haben Freunde oder Eltern auch dazu beigetragen, dass du die Ausbildung zum Industriekaufmann begonnen hast?

Daniel: Ich habe in der 7. Klasse von der Schule aus ein Praktikum als Industriekaufmann gemacht (zufälligerweise in der gleichen Firma in der ich später meine Lehre gemacht habe). Meine beiden Tanten arbeiten als Industriekauffrauen, daher hab ich mich bei denen etwas informiert. Ich war auch auf ein paar Ausbildungsbörsen, um nochmal ein besseres Bild davon zu bekommen.

azubister: Gab es noch eine andere Ausbildung, die vielleicht in Frage gekommen wäre?

Daniel: Ich hatte mich für Ausbildungsstellen als Bankkaufmann und Industriekaufmann beworben. Am Ende hab ich dann die Ausbildungsstelle bei der ALNO AG in Pfullendorf bekommen und für mich war direkt klar, dass ich diese annehme. In einer großen Firma zu lernen und durch verschiedenste Abteilungen zu gehen war einfach eine super Chance um was zu lernen.

Vorstellungsgespräche und die Zeit als Azubi

azubister: Als Castingshow-Teilnehmer und Mensch, der oft im Rampenlicht steht, fällt es dir bestimmt leichter vor vielen Leuten zu reden als manch anderem. Wenn du an dein Vorstellungsgespräch damals zurückdenkst: warst du sehr aufgeregt?

Daniel: Ich bin grundsätzlich nervös, wenn ich vor Leuten reden muss, auch heute noch. Singen ist nochmal eine ganz andere Sache, da fühl ich mich wohl ;-). Ich hatte soweit ich mich erinnere damals 6 Vorstellungsgespräche. Bei den Ersten war ich total nervös, aber so im Nachhinein weiß ich, dass die Firmen sowas ja wissen und da etwas abstrahieren können. Man wird aber auch von Mal zu Mal sicherer. Ich weiß noch das ich beim zweiten Vorstellungsgespräch so nervös war, dass ich angefangen hatte über den Beruf Bankkaufmann zu sprechen, bis ich dann irgendwann gecheckt hab, dass ich gerade in nem Gespräch für eine Ausbildung als Industriekaufmann sitze. Ich hab dann noch probiert den Bogen zu bekommen – aber naja hat wohl nicht so geklappt 😉 (danach haben die sich logischerweise nicht mehr gemeldet).

azubister: Was hat dir an der Ausbildung besonders Spaß gemacht? Was nicht?

Daniel: Ich glaub einfach die Vielfalt des Berufs, zumindest in der Ausbildung. Bei einer großen Firma ist es halt der Vorteil, dass man alle 2 Monate die Abteilung wechselt. Der Nachteil ist natürlich, dass man sich nicht wirklich einleben kann, weil man kaum da schon wieder weg ist. Somit wird einem nicht so viel Verantwortung übertragen, wie in einer kleinen Firma, in der man 3 Jahre im selben Büro sitzt und mit den gleichen Leuten arbeitet.

azubister: Gibt es eine besonderes Erlebnis aus der Zeit als Azubi, an das du dich gern erinnerst?

Daniel Schuhmacher© Romain V / Unsplash

Fans dürfen sich freuen: bald kommt ein neues Album! (© Fokus Fotografie)

Daniel: Was ich super fand waren Projekte. Wir hatten damals das Projekt „Pausenplatz“ und sollten mit allen anderen Azubis aus der Firma in Gruppen das ganze Projekt organisieren und durchführen (Angebote einholen, bestellen, bauen usw.). Das war wirklich cool, weil auch das Ergebnis am Ende sehr erfolgreich war und alle Angestellten etwas davon hatten.

azubister: Gibt es etwas, was du von deiner Ausbildung “mitnehmen” konntest und dir heute als Musiker hilft?

Daniel: Ich glaub gerade in Sachen Zuverlässigkeit hilft so eine Ausbildung einem ganz gut. Man lernt, glaube ich, auch einfach freundlich zu sein ohne, dass es aufgesetzt wirkt.

Eine neues Album kommt demnächst

azubister: 2009 hast du DSDS gewonnen: wie ist das Leben als Musiker so? Was hat sich am Meisten verändert?

Daniel: Naja, davor hatte ich ein geregeltes Arbeitsleben mit meinen 8 Stunden am Tag und danach war Feierabend. Jetzt ist es halt so, dass ich mal 3 Wochen am Stück permanent Stress habe, durcharbeite und dann eben zwischendurch mal 2 Wochen gar nichts habe. Es ist also einfach kein Rhythmus da und daran muss man sich schon gewöhnen. Man ist halt einfach selbstständig und muss dafür buckeln, dass es weiter geht und man Geld verdient.

azubister: Heutzutage versuchen viele junge Leute ihr Glück bei Castingsshows wie DSDS: sollten Jugendliche nicht, bevor sie an sowas teilnehmen, eine “richtige” Ausbildung machen? Was würdest du Jugendlichen raten?

Daniel: Mir ist aufgefallen, dass gerade in den letzten Jahren die Kandidaten im Schnitt immer jünger werden. Also ich glaube wirklich man sollte erst mal ne Basis finden bevor man so etwas angeht. Man weiß aus Erfahrung, dass selbst wenn man in die Liveshows einer solchen Show kommt, danach nicht unbedingt mit der Musik weiterläuft bzw. man davon leben kann. Wenn man dann die Schule abgebrochen hat, steht man da und fällt in ein tiefes Loch. Die Musikbranche ist ein Haifischbecken und man hat nie ne Garantie, dass es klappt. Daher sollte man immer einen Plan B haben, auch wenn das nicht so schön klingt.

azubister: Viele Leute denken bestimmt, dass das Leben als Musiker sehr “entspannt” ist. Aber auch du wirst an so etwas wie Arbeitszeiten gebunden sein und musst viele Termine wahrnehmen: wie sieht ein normaler Arbeitstag im Leben des Daniel Schuhmachers aus?

Daniel: Ich glaub ein Punkt, den viele nicht sehen ist, dass man als „Normalo“ nach der Arbeit entspannen kann. Ich kann das nicht, weil es gibt immer irgendwo Leute die einen erkennen (sicher nicht jeder ;-)), beobachten oder tuscheln. Somit kann man, sobald man das Haus verlässt, nicht wie jeder andere entspannen. Ich habe zwar keine festen Arbeitszeiten, aber wenn ich auf Tour bin, bin ich halt für ein paar Wochen am Stück am Arbeiten und präsent ohne Pause. Ich glaub für sowas muss man halt geschaffen sein. Dadurch dass ich selbst Songs schreibe, zählt das natürlich auch dazu. Man sitzt dann schon mal an so einer Songidee zwischen 5-6 Stunden (wenn es gut läuft :-P) Man hat vielleicht manchmal mehr Freizeit, aber wenn man unterwegs ist, fehlen dann eben Freunde und Familie. Wie man sieht, gibt es Vor- und Nachteile.

azubister: Was dürfen wir von dir in Zukunft erwarten? Kommt ein neues Album?

Daniel: Wir sind gerade im Studio und nehmen die letzten Songs fürs neue Album auf. Ich freu mich so drauf, weil es das erste Album ist, das ich selbst geschrieben habe und bei dem ich in alle Prozesse voll integriert bin und mitentscheiden kann. Für das Album haben wir jetzt mehr als 2 Jahre geschrieben und gekämpft. Es fühlt sich einfach toll an, zu wissen, dass es bald geschafft ist. Ich bin mit den bisherigen Songs super zufrieden und sie sind genau wie ich sie mir im Kopf vorgestellt habe. Man kann ein Pop-Rock Album mit Elektroeinflüssen der 80er (synthielastig) erwarten. Man lernt mich also mit dem Album als Künstler ganz neu kennen.

azubister: Noch drei Worte, wenn du an deine Ausbildung als Industriekaufmann denkst?

Daniel: Vielseitig / Lehrreich / Herausforderung

Mehr Infos über Daniel Schuhmacher erhaltet ihr auf seiner facebook-Seite oder unter www.daniel-schuhmacher.tv.

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