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Veröffentlichungsdatum: 20.04.2012

Ausbildungsmarketing 2.0 für KMU

 

Der Wettbewerb um Nachwuchskräfte, häufig als „War for Talents“ bezeichnet, verlagert sich immer mehr ins Internet. Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe haben längst erkannt, dass sie im Zuge des demografischen Wandels ihre Bewerber dort abholen müssen wo sie sich befinden. Und kaum ein Jugendlicher ist noch offline, fast jeder hat ein Profil in Facebook und ist häufig auf mehreren Plattformen vernetzt. 

Vor allem Großkonzerne nutzen Blogs oder Plattformen wie Facebook oder Twitter vermehrt für ihr Employer Branding. Doch grade auch klein- und mittelgroßen Unternehmen  bieten sich im Internet vielfältige Möglichkeiten, um Großkonzernen im Wettbewerb um Azubis die Stirn zu bieten. Dies liegt in den Eigenschaften des Social Web begründet: waren zuvor Budget, Reichweite und Unternehmensgröße entscheidende Faktoren in der Azubigewinnung, gewinnen nun Glaubwürdigkeit, Transparenz und Bereitschaft zur offenen Kommunikation an Bedeutung. Einseitige, aufwendig gestaltete Hochglanzdarstellungen auf der Karrierewebseite funktionieren im Zeitalter der Bewertungsplattformen, Foren und sozialen Netzwerke nicht mehr. Dabei gibt es bereits jetzt verschiedene Möglichkeiten, die auch KMU nutzen können um erfolgreiches Ausbildungsmarketing im Internet zu betreiben:


Azubi-Blogs: Hier gewähren Auszubildende einen Einblick in ihren Ausbildungsalltag. Entscheidend ist, dass die Azubis die Beiträge selber schreiben. Sie sprechen die Sprache der Zielgruppe und stiften somit Identifikation. Ein gutes Beispiel ist der Azubi-Blog der Firma Ufer.


 Facebook-Fanpages: Fanpages bieten je nach gewählter Applikation eine günstige und kreative Möglichkeit, Jugendliche auf den eigenen Ausbildungsbetrieb aufmerksam zu machen. Ein gelungenes Beispiel ist die Fanseite der Heinrich-Wilke-GmbH aus Bad Arolsen. Hier stechen vor allem die mit den Azubis gedrehten Videos heraus.  Der Ausbildungsbetrieb und die verschiedenen Berufe werden greifbar. 


Bewertungsplattformen: Arbeitgeberbewertungsplattformen wie kununu bieten für Ausbildungsbetriebe eine gute Möglichkeit, einen transparenten, inhaltlich greifbaren Eindruck der eigenen Firma zu vermitteln. Vor allem Auszubildende sollten dazu motiviert werden, den eigenen Ausbildungsbetrieb zu bewerten. Positive Aspekte der Ausbildung werden somit hervorgehoben und zugleich erhalten die Betriebe Anregungen für Verbesserungen, die face-to-face eher nicht erfolgen würden.  


Ausbildungsplattformen: Das Social Web bietet Arbeitgebern vielfältige Möglichkeiten sich mit potenziellen Mitarbeitern zu vernetzen. Das bekannteste Business-Netzwerk in Deutschland Xing. Als Pendant hierzu dient die Ausbildungsplattform azubister der Vernetzung von Ausbildungsbetrieben, Azubis und Ausbildungsinteressierten. Sie bietet Ausbildungsbetrieben die Möglichkeit Vakanzen zielgenau zu platzieren und entsprechend passende Bewerber zu erhalten. 


Die gezeigten Beispiele verdeutlichen, wie Unternehmen ihre eigenen Auszubildenden als Markenbotschafter einsetzen können. Hier liegt der Schlüssel, mit dem Ausbildungsbetriebe ihre Bewerber erreichen. Denn die sind informiert, wollen ernst genommen werden und sich mit ihrem gegenüber identifizieren können. Grade für KMU liegt hier großes Potenzial, da in kleineren Betrieben, vor allem in Familienbetrieben, die Identifikation mit dem Arbeitgeber am größten ist und sich authentischer transportieren lässt. Von entscheidender Bedeutung ist, dass sie die Spielregeln des Social Web beachten und sich über das veränderte Verhältnis zu ihrer Zielgruppe bewusst sind. 

Martin Salwiczek

Martin Salwiczek ist Projektmanager mit dem Schwerpunkt Social Media bei der LVQ Weiterbildung gGmbH. In dieser Funktion berät er u.a. Arbeitgeber und Einzelpersonen bei ihren Auftritt im Internet. Zudem ist er als Dozent im Lehrgang Social Media Manager IHK für das Thema Personal Branding und Business-Netzwerke im Einsatz.